Grenchen
Angebote schlecht besucht: «schweiz.bewegt» Grenchen zu wenig

Das Gemeindeduell «schweiz.bewegt» ist eine gute Sache, animiert Frauen, Männer und Kinder zu Sport und Spass und dazu, sich besser zu schlagen als die Gegnergemeinde. Trotzdem will das Standortmarketing den Lead abgeben.

Patrick Furrer
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Gelingt der Jump? Grenchen will schweiz.bewegt neu lancieren. RWL

Gelingt der Jump? Grenchen will schweiz.bewegt neu lancieren. RWL

Solothurner Zeitung

Die ersten beiden Durchführungen waren schön, und die Stadt zeigte sich zufrieden. Doch so richtig glücklich waren zumindest die engagierten Sportvereine nicht.

Der Grund: Das Projekt bewegt noch immer zu wenig Leute, einzelne Angebote waren schlecht oder gar nicht besucht. «Macht es unter diesen Umständen überhaupt noch Sinn, diesen Anlass durchzuführen», lautete schliesslich die alles entscheidende Frage, welche sich einige Vereinsleute stellten. Dann wurde das Gespräch mit dem Standortmarketing, Bildung und Kultur gesucht, um Wege aus der Krise zu finden.

Ein solcher könnte jetzt gefunden sein: Das Standortmarketing überlegt sich, den Lead an ein externes Organisationskomitee abzugeben, dessen Mitglieder aus Sportvereinen gestellt werden. Damit soll unter anderem sichergestellt werden, dass die sportliche, wettkämpferische Note des Anlasses mehr Gewicht bekommt.

Vereine müssen sich engagieren

«In erster Linie soll es weiterhin darum gehen, die Menschen zu mehr Bewegung zu animieren», erklärt Barbara Pestalozzi-Kohler, Leiterin Standortmarketing. Die gemeinsame Bewegung stehe an erster Stelle. Dennoch setzt auch sie Hoffnung in die Ideen des OK, welches sich Überlegungen für eine Verbesserung von «schweiz.bewegt» gemacht hat.

Konkret geht es den Mitgliedern darum, genügend Vereine für eine Mithilfe ins Boot zu holen, da diese die eigenen Mitglieder, aber auch zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner von Grenchen zum Spörteln animieren könnten.

Diese Woche luden OK-Präsidentin Susanne Saladin (Junioren-Obfrau FC Fulgor) und Ralf Graf (Tischtennisklub) zu einem Kick-off-Event, um herauszufinden, ob bei den gegen 40 städtischen Sportvereinen überhaupt ein Bedürfnis besteht, «schweiz.bewegt» fortzuführen.

Susanne Saladin sah dem Abend mit gemischten Gefühlen entgegen. «Wenn wir nicht merken, dass der Anlass in genügendem Mass mitgetragen wird, dann ist er wahrscheinlich gestorben.» Für Saladin war klar: So, wie das Angebot bisher war, hätte man die Leute nicht mehr dazu gebracht, mitzumachen.

Alle Sportvereine waren an diesem Abend eingeladen, doch nur eine Handvoll erschien. Die anwesenden Vereinsvertreter zeigten sich interessiert an einer weiteren Durchführung, wollten aber auch wissen, welche konkreten Ideen es dazu gebe. Auch sie selbst machten Vorschläge, etwa das Einführen einer Firmen-Olympiade oder dass sich die Vereine untereinander besser vernetzen könnten. Susanne Saladin und Ralf Graf präsentierten ein erstes Grobkonzept.

Turnhalle auf dem Marktplatz

«Im Gegensatz zu den Vorjahren sollen möglichst alle Aktivitäten zentral in der Innenstadt stattfinden», orientierte Ralf Graf. Ausnahmen sollen aber möglich sein, etwa beim Waldlauf oder beim Schwimmwettbewerb. Auf dem Marktplatz soll ein 15 mal 35 Meter grosses Zelt – eine mobile Turnhalle – aufgestellt werden, das mit einem speziellen Boden ausgelegt wird.

Das nächste «schweiz.bewegt» in Grenchen soll vom 4. bis 12. Mai stattfinden. Allerdings wird die Gesamtdauer wohl reduziert. «Den letzten Event haben wir acht Tage lang gemacht, und es hat sich gezeigt, dass dies zu lange war», erklärt Barbara Pestalozzi-Kohler. Ein dichteres, attraktiveres Programm an weniger Tagen könnte sich als geeigneter erweisen. Auch für den Bereich Gastronomie hat man sich Gedanken gemacht: Die involvierten Vereine sollen am wirtschaftlichen Erfolg entsprechend ihrem geleisteten Einsatz teilhaben. Detailkonzepte folgen.

Am Ende des Abends waren Susanne Saladin und Ralf Graf dann doch erleichtert und sogar überzeugt, dass der Anlass weiterhin eine Chance hat. Erste Vereine wie der Turnverein, der Strassenhockeyklub, die Boxer, die Fussballer und Tischtennisspieler haben bereits zugesagt. «Jetzt ist es die Herausforderung, noch mehr Vereine zu mobilisieren», sagt Saladin. «Es wäre einfach megamässig, wenn wir das Angebot noch erweitern könnten.»

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