Am Dienstag wurde mit dem Aufbau der Sonderschau südlich des Stadions Brühl und des Velodrome Suisse begonnen. Das Wort «Kleinod» will angesichts der Grösse dabei so gar nicht zur Sonderschau der Mittelländer Ausstellung 2013 passen. Und doch ist «BiodiverCity – Artenvielfalt erleben» genau das: Das Schmuckstück der diesjährigen mia. Die Messebesucher können in einer Erlebniswelt unter freiem Himmel und auf einer Fläche von rund 2300 Quadratmetern die Vielfältigkeit von Flora, Fauna und Aqua erfahren.

«Es ist die wohl grösste und umfangreichste Sonderausstellung, die die mia in ihren 25 Jahren gesehen hat», wusste Messeleiterin Caroline Möri bei der Vororientierung der Medien am Dienstag zu berichten. Als der Verband Pro Natura und die Messeleitung vor zwei Jahren erstmals Kontakt hatten, hätte keiner damit gerechnet, dass die Idee ein so grosses Ausmass annehmen würde.

Das zeigt auch die Liste der vielen Mitwirkenden: Neben Pro Natura, dem Bürgergemeinden und Waldeigentümer-Verband (BWSo) und der Pro Holz sind Vertreter aus der Land- und Forstwirtschaft, der Stadt Grenchen und von vier kantonalen Amtsstellen involviert.

Fühlen, riechen, schmecken

Der Begriff «BiodiverCity» setzt sich aus den Teilwörtern «Biodiversität» und «City» zusammen – Biodiversität bezeichnet die natürliche Vielfalt der Gene, Arten und Ökosysteme. City ist englisch für «Stadt». Die «BiodiverCity» ist eine Stadt, durch die man wandern und flanieren und dabei die Natur erleben kann. Man trifft beispielsweise auf einen Wasserteich mit Wellen, Obstbäume, Brätlistellen oder Holzbrunnen. Beim Bummel entdecken die Besucher Wissenswertes zu den vier Bereichen Landwirtschaft, Wald und Holz, Siedlung und Gewässer.

Hauptattraktion ist die Arche der Biodiversität von Pro Natura. Die 13 Meter lange Arche, die 2010 gebaut wurde, beherbergt eine interaktive Ausstellung mit Modellen von rund 40 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Auch in der gedeckten Ausstellung «Vielfalt Landwirtschaft» und dem Erlebnisparcours Wasser wird die Biodiversität dargestellt.

Präsentationen zu Themen wie Bodenleben, Jagd und Wild, Neophyten oder Energieholz runden das Angebot ab. Und wie in jeder anderen Stadt wird in der «BiodiverCity» auch gearbeitet: Drechsler, Korbflechter und Holzschnitzer präsentieren ihr Handwerk. Für das leibliche Wohl wird in der Leberberger Stube gesorgt, auf dem Markt werden regionale Produkte verkauft. Unterhaltung für Gross und Klein bieten der Waldspielplatz, die Tierausstellung oder das Märlihaus, um nur einige zu nennen. Neben Spielnachmittagen finden Präsentationen der Freiberger Pferderasse, Workshops und kleine Konzerte statt. Wer eine Pause einlegen will, kann am Degustationsstand Gemüse und Sirup probieren oder Düfte erraten.

Alle sind voller Vorfreude

Bei der Präsentation vor den Medien sprachen sich die Organisatoren am Dienstag gegenseitig Lob und Anerkennung zu. Irène Froelicher von Pro Natura betonte, wie stolz man sei, mit der Sonderausstellung ausgerechnet an der Jubiläumsmesse teilnehmen zu können. Unter dem Slogan «Wissenswertes erfahren und Amüsantes erleben» fasste Froelicher die Ausstellung zusammen.

Geri Kaufmann vom planenden Büro «Kaufmann + Bader» führte durch das grosse Aktivitätenprogramm, bei dem während den sieben Ausstellungstagen spannende Aktionen vorgestellt werden.

Ruedi Spielmann von der Grenchner Gartenbauspezialistin Sol AG erklärte, man wolle mit der «BiodiverCity» den «Gwunder wecken». Erlebt werde dabei mit der eigenen Nase, der eigenen Zunge, dem eigenen Körper. «Wir zeigen alles in Echtzeit und nicht nur plakativ», betonte Ruedi Spielmann.

Ganz besonders freut sich Messeleiterin und -inhaberin Caroline Möri. «Ich danke allen Beteiligten für deren enormen Einsatz. Es erfüllt mich mit Stolz, dass wir dank Euch allen diese unglaubliche Sonderschau auf die Beine stellen können», lobte sie. Eine unglaubliche Sonderschau, ein Kleinod von enormer Grösse eben, bei dem für alle – Gross und Klein, Jung und Alt – bestimmt etwas dabei ist.