«Wir verbinden alt und neu in unserem Lokal», sagt der neue Geschäftsführer des «Gheimtipps», Beat Wyss. Stolz zeigt er auf den Empfangsschalter in der ehemaligen Schalterhalle des alten Bahnhofs in Leuzigen. Auf Züge wartet hier niemand mehr. Die frühere Schalterhalle wurde zum Esslokal umfunktioniert: Mit dem Restaurant «Gheimtipp – dr Ässbahnhof» wurde dem alten Bahnhof vor vier Jahren neues Leben eingehaucht.

Während der «Ässbahnhof» bis anhin aber nur am Wochenende oder auf Anfrage geöffnet war, empfängt die Schalterhalle seit diesem Donnerstag nun auch wochentags Gäste. Neu wird zudem ein Mittagsmenü serviert.

Mit jedem Gast per Du

«Bei uns läuft es aber ein bisschen anders, als in anderen Restaurants», schmunzelt Wyss. So ist das Herzstück des Lokals ein langer Holztisch. Hier sässen sich dann auch fremde Menschen gegenüber, erklärt er: «Die Leute zusammenbringen: Das ist Teil unseres Konzepts. Offenheit und Unkompliziertheit ist uns wichtig». Deshalb bietet er auch allen Gästen gleich bei der Begrüssung das Du an.

Zusammen mit Beat Wyss ist nun auch Steven Moy Teil des Teams. Er waltet in der Küche des «Gheimtipps». Gekocht wird hauptsächlich mit regionalen Produkten. «Wir servieren einfache Gerichte, aber frech präsentiert», so Beat Wyss. Eine neue Besonderheit ist das 7-Gang-Menü, das jeweils am Freitag- oder Samstagabend serviert wird.

Was beim Betreten des Lokals sofort auffällt: Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. In der ehemaligen Schalterhalle hängen zahlreiche Schwarzweissfotos an den Wänden, eine alte Jukebox thront in der Ecke, auf dem Holztisch stehen Blumendekorationen. Dennoch wurde dem ehemaligen Bahnhof ordentlich Tribut gezollt: Die Bahnhofsatmosphäre ist immer noch spürbar. Der Retro-Stil wurde bis ins kleinste Detail durchgezogen. Das zeigt sich auch in den vier dazugehörigen Hotelzimmern, welche nach alten Zügen benannt sind: So heissen die Räume beispielsweise «Roter Pfeil», «Orient-Express» oder «Krokodil».

Ein aufwendiges Hobby

Die Eigentümer des «Gheimtipps», This und Sabrina Schwendimann, haben mit Beat Wyss einen erfahrenen Geschäftsführer gefunden. Er war zuvor 14 Jahre im «Bären» Münchenbuchsee tätig. «Eigentlich hatte ich etwas ganz anderes im Sinn», sagt Wyss und lacht. Er habe zwar nach seiner Tätigkeit im «Bären» nach einer neuen Herausforderung gesucht, allerdings hatte er sich bereits einen Anhänger gekauft, um einen mobilen Esswagen zu betreiben. «Als This und Sabrina auf mich zukamen, war ich aber schnell begeistert», sagt er. Der «Gheimtipp» sei bisher eigentlich mehr ein Hobby der beiden gewesen, wenn auch ein sehr aufwendiges. This und Sabrina Schwendimann sind hauptberuflich in ihrer eigenen Entsorgungsfirma in Münchenbuchsee tätig

Start mit mobilem Restaurant

Begonnen mit dem «Gheimtipp» haben die beiden aber bereits vor rund zehn Jahren, als sie mit ihrer «Chuchi uf Räder» ein mobiles Restaurant betrieben, das an immer wieder neuen Orten aufgestellt wurde.

Seit ihren Anfängen machten die Schwendimanns ihre Gäste immer darauf aufmerksam, diesen Geheimtipp nicht weiterzuerzählen. Ihre Idee ging auf – es hielt sich kaum jemand daran.