Am Schluss kam er doch noch: Elia Viviani, der italienische Superstar, der auf der Strasse als Sprintrakete gutes Geld verdient, aber auch auf der Bahn als Olympiasieger eine Grösse ist. Einer Verletzung wegen, die er sich vor einer Woche bei einem Sturz am Weltcup in England zugezogen hatte, konnte er nicht an den Start gehen.

Trotzdem reiste er ins Tissot Velodrome und drückte am Mikrofon von Franco Marvulli sein Bedauern über seinen Verzicht aus. Er werde selbstverständlich wieder als Fahrer nach Grenchen kommen, schliesslich habe er an die Bahn beste Erinnerungen. Elia Viviani holte sich 2015 im ultraschnellen Oval den EM-Titel im Omnium.

Hervorragende Besetzung

Die Track Cycling Challenge war auch so noch mit Olympiasiegern, Weltmeistern, Europameistern und zahlreichen Medaillengewinnern an Grossanlässen hervorragend besetzt. Die Zuschauenden sorgten für eine tolle Stimmung, spornten die einheimischen Fahrerinnen und Fahrer zu Spitzenleistungen an, zollten aber gleichzeitig allen andern Sportlern Respekt für ihre Leistungen. Die 170 Teilnehmenden aus 23 Nationen sind Schwerstarbeiter, nehmen zumeist an mehreren Wettkämpfen teil.

Und vor allem sind sie nahbar, wie wohl kaum in einer anderen Sportart. Als Zuschauer kann man sich frei bewegen, bei den Vorbereitungen dabei sein, den Sportlerinnen und Sportler begegnen. Ein Schwatz mit Weltmeister Roger Kluge oder Olympiasiegerin Miriam Welte: kein Problem. Radebrechen mit einem usbekischen Mechaniker über «seine» Olga Zabelinskaya (Olympiazweite im Zeitfahren auf der Strasse) oder Schmunzeln über den ehemaligen Weltklassesprinter Dschamolidin Abduschaparow, der wegen seines abenteuerlichen Stils (durchaus anerkennend) auch als «Terror von Taschkent» apostrophiert wurde: selbstverständlich.

Man stelle sich das an einem anderen Sportanlass vor: Die Schweizerin Andrea Waldis lässt sich im Innenraum vom Grenchner Unternehmen «Coiffure Duett», das ihre Dienste übrigens für Besucher wie Aktive gratis anbot, die Haare schneiden. Zufall oder nicht: Fuhr sie vor ihrer «Kur» noch knapp am Podest vorbei, gelang ihr danach drei Mal der Sprung aufs Sieger-Treppchen.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Die Stadt Grenchen hatte die kantonale Sportkommission als VIP-Gäste ins Velodrome eingeladen. Eines ihrer Mitglieder heisst übrigens Heinz Frei. Die Sportlegende mit unzähligen Paralympics-Titeln wurde natürlich zum gefragten Gesprächspartner, machte seinem Ruf als Zuvorkommenheit in Person alle Ehre.
Die Track Cycling Challenge im Tissot Velodrome im 2018 bot grossartigen, spektakulären Sport und ermöglichte die Begegnung mit Weltstars wie Nachwuchshoffnungen auf Augenhöhe.