Grenchen
An der Line Dance Party feiern Cowboys und Cowgirls wie in Amerika

Im «Baracoa» in Grenchen schwangen Cowboys und Cowgirls am Wochenende begeistert das Tanzbein.

Nadine Schmid
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Line dance im Baracoa
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Western line dance

Line dance im Baracoa

Hansjörg Sahli

Einmal im Kreis drehen, hüpfen, das Bein schwingen und mit dem Fuss zwei Mal auf den Boden klopfen. Die Tänzer und Tänzerinnen sind vollkommen synchron, eins geworden mit dem Rhythmus des Country-Songs. Auch Ursula Blau ist unter ihnen. Als begeisterte Line Dancerin dürfen Cowboyhut mit Federn und das Halstuch nicht fehlen. Als die Musik endet setzt sie sich auf ihren Platz zurück, denn im Line Dance ist jedes Lied an eine bestimmte, feste Choreografie gebunden, die regional oder je nach dem auch weltweit die gleiche ist.

Die Choreografie des nächsten Liedes kennt die über Siebzigjährige nicht, es wird nur zu den Stücken getanzt, deren Schritte man beherrscht. Sie hat vor vier Jahren mit dem Line Dance angefangen, zunächst an der Migros Klubschule, nun ist sie Mitglied der Easy Liner in Solothurn, von denen rund zehn für den Tanzabend angereist sind. «Es hat mich sogleich gefesselt und man kann allein an diesem Gruppentanz teilnehmen, man ist nicht auf einen Tanzpartner angewiesen», beschreibt Blau, die früher bei Rock’n’Roll, latein- und standard-amerikanischen Tänzen das Bein geschwungen hat.

Auch René Podlucky ist ein Easy Liner, er legt die Musik voller Begeisterung auf. Der einzige Wermutstropfen: Aus gesundheitlichen Gründen kann er nicht mittanzen. «Das Tolle am Line Dance ist, dass man viele neue Menschen aus der ganzen Welt kennen lernt», findet er. «Es ist eine wunderbare Ergänzung zum Beruf und für Geist und Körper Medizin.»

Gepackt von Amerika

Im Line Dance wird nicht nur Country angestimmt, sondern auch Pop und Tango haben ihren Weg in diese amerikanische Tanzform gefunden. «Wer angefressen ist von Amerika, der wird gepackt», weiss Edgar Schmidlin aus Grenchen aus eigener Erfahrung. Er selbst trainiert in Biel und habe es leider noch nie selber in die Staaten geschafft. Sandra Zouidi aus Bettlach hingegen reiste schon fünf Mal hin. «Country ist irrsinnig toll, ich bin dann oft in den Country-Schuppen anzutreffen», erzählt sie.

Am Line Dance kennen sich die meisten und den Partys wird hinterhergefahren. So sind Janine und Konny Scheidegger aus dem Raum Basel angereist. Seit 14 Jahren machen sie Line Dance und besuchen wie viele andere auch jedes Wochenende eine Party. Sie beherrschen ungefähr 400 Choreografien und gehören damit klar zu den Fortgeschrittenen. «Aber weltweit gibt es über 20'000 Choreografien», relativiert Konny Scheidegger grinsend.

Bis 2 Uhr wurden die 80 Choreografien, darunter «Gallway Girls» und «Midnight Train», abgespielt. Mehmet Polat, Betreiber des «Baracoa» ist zufrieden, auch wenn der Anlass im letzten Jahr deutlich besser besucht worden war. «Letztes Jahr hatten wir ab 21 Uhr Full House», erklärte er. Die geringere Teilnahme liege vermutlich daran, dass an diesem Freitag an vielen Orten etwas los gewesen sei. So oder so: «Es wird den Anlass auch im nächsten Jahr wieder geben», sagt Polat.

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