Grenchen

Amelia Scicolone erhält Kurt und Barbara Alten-Förderpreis

Sängerin Amelia Scicolone ist international gut unterwegs.

Der international tätigen Sängerin Amelia Scicolone aus Grenchen wird der Kurt und Barbara Alten-Förderpreis verliehen

Die am Nationaltheater Mannheim engagierte Amelia Scicolone wird am 21. Oktober von der Kulturstiftung Kurt und Barbara Alten Solothurn mit einem mit 20'000 Franken dotierten Förderpreis ausgezeichnet. Als die in Grenchen Aufgewachsene in diesem Januar im Museum Blumenstein Solothurn mit einem Mozart-Programm gastierte, wurde sie mit dem bejubelten Auftritt wieder verstärkt ins Bewusstsein der Region gerückt.

«Ich bin dankbar, nicht nur im Ausland, sondern auch in der Heimat wahrgenommen zu werden. Dazu einen Förderpreis zu bekommen, für den ich mich nicht einmal selber bewerben musste, ich einfach wunderbar», kommentiert die Sängerin die Auszeichnung. Auf den internationalen Opernbühnen zu reüssieren war nicht unbedingt ein Traum, sondern eine von mehreren Berufsoptionen.

Amelia Scicolone singt Johann Nepomuk Hummels Der Durchzug durchs Rote Meer

Als «Königin der Nacht» in Baden-Baden

Nach der Matura bereitete sie keine Geringere als Janet Perry auf die Prüfungen an den Musikhochschulen von Bern und Basel vor. Das Nachwuchstalent erlebte den Luxus, zwischen beiden Ausbildungsstätten wählen zu können und entschied sich für Basel. Hier erhielt sie unter anderem von Verena Schweizer wertvolle Impulse. Als sie am Mozart-Wettbewerb in Salzburg das Finale erreichte, im Festspielhaus sang und von Jurymitglied Barbara Boney ein aufmunterndes Feedback erhielt, erwies sich der Concours als eigentlicher Türöffner, der sie als «Königin der Nacht» an die Osterfestspiele von Baden-Baden katapultierte. «Für mich als Newcomerin bedeutete Salzburg ein spezielles Erlebnis. Die Stadt lebt vom Geiste Mozarts, dazu das warmherzige Naturell der Leute», schwärmt sie.

Die Italo-Schweizerin mit zwei Pässen gebietet nicht nur über ein edles Mozart-Timbre, sondern liebt auch den Belcanto. Donizetti und Bellini mag sie ebenso wie die sizilianischen Spezialitäten aus Mamas Küche. Diese geniesst sie heute seltener, ist sie doch seit der Spielzeit 2017/18 festes Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim. Hier folgten Erfolge als Marzelline in Beethovens «Fidelio» unter der Leitung des GMD Alexander Soddy, sowie Pamina (Die Zauberflöte), Drusilla (L’incoronazione di Poppea) und Zerlina (Don Giovanni).
Wie nervenstark Amelia Scicolone ist, bewies sie mit dem Einspringen als Puppe in «Hoffmanns Erzählungen» in Klagenfurt. Nach dem überraschenden Olympia-Debüt feierte sie dort auch als Blondchen einen grossen Erfolg. Kürzlich erfolgte in Mannheim das Debüt als Adina im «Liebestrank» von Donizetti. «Nach der Premiere bekam ich viele positive Feedbacks. Diese Partie passt perfekt zu meiner Persönlichkeit und Stimmcharakter», meint sie.

Zum Neujahrskonzert in die Heimat

Amelia Scicolone ist gut gebucht: Unmittelbar nach der Preisverleihung in Solothurn steht ein Kammerakademie-Konzert mit dem Nationaltheater Orchester auf dem Programm. Mitte November die Uraufführung eines Auftragswerkes für die Kirchenmusik in der Heiliggeistkirche Basel. «2020 erwarten mich zwei wichtige Premieren am Nationaltheater Mannheim: Norina (Don Pasquale) und Aricie (Hippolyte et Aricie)», erzählt sie. Ilse Ruch, Geschäftsführerin der Kurt und Barbara Alten Stiftung, ist überzeugt, mit Amelia Scicolone eine Künstlerin auszuzeichnen, die viel internationales Potenzial besitzt. Im Januar 2020 wird die Grenchnerin für das Neujahrskonzert des Solothurner Stadtorchesters erneut aus Deutschland in die Heimat kommen.

Meistgesehen

Artboard 1