Der Blick von Hans Kandlbauer geht sorgenvoll zum Handy. Das Radarbild verheisst nichts Gutes. Die angekündigte Schlechtwetterfront kommt tatsächlich über den Jura. Kandlbauer ist bei Experimental Aircraft Switzerland zuständig für die Zulassung von Flugzeugen.

Er, der beruflich als Flugkapitän bei Edelweiss Air arbeitet, interessiert sich, ob hinter der Gewitterfront wieder mit besserem Wetter gerechnet werden kann. Sonst können die Flugzeug-Eigenbauer nicht nach Grenchen fliegen.

Es war alles so gut vorbereitet gewesen für das 50-Jahr-Jubiläum der Amateur-Flugzeugbauer der Schweiz. Auf dem Segelflugareal wurde das Festgelände aufgebaut und rund Hundert Flugzeuge aus dem In- und Ausland wurden erwartet. Auch für Kinder und Jugendliche war ein tolles Programm vorbereitet. Am Freitagnachmittag landeten trotz des angesagten schlechten Wetters sechs Piloten aus Grossbritannien mit ihren Maschinen, ebenso zwei Piloten aus Frankreich. Aber aus Deutschland und Österreich gab es Absagen.

Gegen Mittag verdunkelte sich der Himmel über dem Jura noch mehr. Regenschauer setzten ein, aber einige Flugzeuge landeten gleichwohl noch. Dann aber war für einige Zeit fertig mit Flugbetrieb. Henri Leuthold, der für das Flugprogramm zuständig war, stand in telefonischer Verbindung mit Werner Hoffmann, dem Kommandanten des PC-7-Teams.

Um 12.30 Uhr war überhaupt nicht sicher, ob die Staffel eine Stunde über Grenchen fliegen kann. Die neun Piloten machten sich in Meiringen dennoch auf den Weg, mussten aber bei Bern den Anflug auf Grenchen wegen des Wetters abbrechen und umkehren.

Unter Regenschirmen versteckt machte sich die zehnköpfige Jury ans Werk. Es gibt sechs Wertungen. So zum Beispiel, wer den längsten Anflug machte oder welches Flugzeug den Prix d`Elégance gewinnt, also das schönste ist.

Weil nicht so viele Fluggeräte anwesend waren - es waren am Schluss rund 40 -, wurden nur drei Preise vergeben: Am weitesten reiste ein englischer Pilot aus Newcastle an, während Andreas Meisser mit seiner Pulsar XP den Preis für das beste Bausatz-Flugzeug gewann. Felix Imhof aus Laufen erhielt mit seiner Breezer den Schönheitspreis. Am offiziellen Festakt war auch Peter Müller, Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt, anwesend. Er lobte den Erfindergeist und die Innovationen der Amateur-Flugzeugbauer.