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Amag schliesst Grenchner Zentrum und zieht ganz nach Zuchwil

Die Leuzigenstrasse 2 in Grenchen. Hier verkauft und repariert die Amag seit 2013 Nutzfahrzeuge wie Kombis und Kastenwagen.

Die Leuzigenstrasse 2 in Grenchen. Hier verkauft und repariert die Amag seit 2013 Nutzfahrzeuge wie Kombis und Kastenwagen.

Das VW-Nutzfahrzeuge-Zentrum Amag zieht von der Grenchner Leuzigenstrasse ins Zuchwiler Industriegebiet. So will die Firma Mietzins sparen – und ihr Kerngebiet ausbauen.

Das VW-Nutzfahrzeuge-Center in Grenchen zieht um. Dies gab die Amag, der das Zentrum an der Leuzigenstrasse 2 gehört, ihren Kunden Anfang Dezember bekannt. Ihre VW-Kastenwagen und Kombis werden künftig in Zuchwil stehen. Dort hat die Amag bereits drei Standorte. An diesen werden unter anderem Autos verkauft, lackiert und repariert.

Laut Medienmitteilung der Firma fehlte in Zuchwil der «Commerce Bereich» bisher – also die Nutzfahrzeuge, die in Grenchen verkauft werden und der dazugehörende Service. Auf Anfang 2018 sollen die Nutzfahrzeuge deshalb gezügelt werden. Wobei dabei nicht einfach zwei Standorte zusammengepfercht werden, sondern das Angebot in Zuchwil effektiv ausgebaut wird. Beispielsweise mit längeren Öffnungszeiten. Die Amag will mit diesem Umzug zwar sparen, aber nicht bei den Personalkosten. «Nein, nein, zu einem Abbau kommt es sicher nicht», erklärt Mediensprecher Dino Graf auf Anfrage.

«Grösseres Einzugsgebiet»

In Grenchen arbeite ein gutes Team, so Graf weiter, weshalb man diese Leute auch behalten werde. Die Amag will sie aber lieber in Zuchwil einsetzen. Laut Graf verfüge die Gemeinde über ein grösseres Einzugsgebiet, als die Stadt Grenchen. Laut Medienmitteilung ist auch die Industrie ein Grund für den Umzug: Diese sei grossmehrheitlich in Zuchwil zu Hause. In Grenchen gibt es aber doch auch Industrie? Schon auch, sagt der Mediensprecher. Aber Zuchwil liege zudem eher im Zentrum des Verkaufsgebietes der Amag. Dies bestätigt auch Andreas Iseli, Leiter der Amag in Solothurn, Zuchwil und Grenchen.

«Unser Gebiet erstreckt sich von Grenchen bis Oensingen», erklärt er. Es sei für die Amag deshalb einfacher, vom Zentrum aus zu agieren. Mit dem Umzug könne die Firma zwar sparen – aber nicht etwa bei den Personalkosten, betont auch Iseli. Er sei «gottenfroh», könne er alle Mitarbeiter nach Zuchwil «mitnehmen». Sparen könne die Amag dafür bei den Liegenschaftskosten, weil der Mietzins für das Gebäude an der Leuzigenstrasse 2 wegfällt. In Zuchwil soll genug Platz für das gesamte Personal sein: Erst im Januar letztes Jahr weihte die Amag dort ihren Neubau ein. Laut Iseli hat die Firma nun auch noch etwas zusätzliche Fläche gemietet, damit man genug Platz für die Nutzfahrzeuge hat. Wie viel Geld die Amag dadurch einspart, kann Iseli nicht beziffern.

Mitarbeiter behalten Funktion

Für das Personal stelle der Umzug kein Problem dar. «Wir haben das natürlich schon früher kommuniziert – so etwas zieht man nicht von Heute auf Morgen durch», so der Amag-Chef. Der Arbeitsweg verlängere sich nur für einige der Mitarbeiter, schliesslich kämen nicht alle aus Grenchen. Und der längere Weg, der nur für einige Mitarbeiter entstehe, würde durch die «topmodernen Arbeitsplätze» im Neubau wettgemacht.

Jeder könne in der bisherigen Funktion wie am bisherigen Standort weiterarbeiten. «Die Mitarbeiter behalten sogar ihre Telefonnummern», sagt Iseli. Ihm sei klar, dass die Ankündigung einer solchen Veränderung verunsichere. Aber für die Firma stelle der Umzug kein Problem dar, und die Amag könne von Zuchwil aus «wirkungsvoller»
agieren.

Grenchen sei auch wichtig und gross. Aber erstens befinde sich mehr Gewerbe im Raum Zuchwil bis Niederbipp, und zweitens könne man sich von Grenchen aus auch Richtung Biel oder Bern orientieren. Die Liegenschaft an der Leuzigenstrasse soll dafür ab 1. Januar 2018 vermietet werden. «Komplett ausgebaute Autowerkstatt mit Showroom», heisst es in der Immobilien-Anzeige. Dazu gehören Büros, das Lager, Parkplätze und eine Portalwaschanlage. Laut Angaben der Amag Immobilien beläuft sich der Mietzins auf netto 229 000 Franken. Ein Verkauf käme ebenfalls infrage.

Der Filialleiter in Grenchen und sein Team haben zudem begonnen, Artikel aus der Grenchner Filiale zu versteigern. Den Erlös spendeten sie der Aktion «Jeder Rappen zählt», wie vor einigen Tagen auf SRF 3 zu hören war.

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