Selten sieht man so viele zufriedene und staunende Gesichter an einem Ort konzentriert wie am Sonntag im Velodrome Suisse. Die wunderbare Halle mit ihrer runden Holzdecke zog alle in ihren Bann. Während der Demonstrationsrennen waren die Sitzplätze auf der Tribüne oberhalb der Rennbahn bis auf den letzten Platz besetzt, und auch im Inneren des Ovals schauten Hunderte Neugierige zu, wie die Radspezialisten über die 250 Meter lange Holzbahn mit ihren beiden extremen Steilwandkurven rasten.

Das Wetter war ideal, nicht so schön, dass alle in die Badi gegangen wären, aber auch nicht so garstig, dass man das Haus nicht verlassen wollte. So drängten sich zu Spitzenzeiten bis zu 2500 Interessierte aus der ganzen Schweiz und sogar aus dem nahen Ausland ins Velodrome. Sie alle wollten sich am Tag der offenen Tür persönlich einen Eindruck vom neuen, grandiosen Sportpalast verschaffen. «Die Velosportlergemeinde ist gross und hält zusammen», freute sich Beat Zbinden, der Projektleiter und Verwaltungsratspräsident des Velodrome Suisse. «So ein Ereignis kommt in der Schweiz höchstens alle 50 Jahre vor. Diese Bahn ist wirklich etwas Spezielles, ich fühle mich wie im siebten Himmel», schwärmt er.

Die Bahnrennen bildeten nur einen kleinen Teil der Attraktionen. Das Velodrome wird in seinem inneren Oval noch viele andere, polysportive Möglichkeiten wie Handball, Unihockey, Basketball und Trampolin beherbergen. So nutzte die Trampolinsektion des TV Grenchen die Gelegenheit, sich mit einer spektakulären Show im neuen Zuhause einem breiten Publikum vorzustellen.

Der Chef nahm persönlich an einer Spinningdemonstration teil und fühlte sich wie ein Sieger. «Heute vor 14 Monaten war hier noch ein Fussballplatz, jetzt haben wir ein fertiges Velodrome. Wir haben Businesspläne aufgestellt und Berechnungen gemacht. Was ich heute sehe, übertrifft alle Erwartungen. Wir werden keine Existenzprobleme bekommen, das Velodrome Suisse wird ein Erfolg, davon bin ich überzeugt», sagte Zbinden.

Betriebsleiter Peter Wirz teilte den Optimismus: «Es sind heute noch viel mehr Leute gekommen, als wir erwarten durften. Wir haben fast nur positive Reaktionen erlebt, alle sind begeistert. Es gab viel ehrlich gemeintes Lob.» Und so sind die Pläne mit der wunderschönen Halle noch nicht ausgeschöpft. «Grenchen soll zum Eldorado für alle Radsportler werden», verspricht Zbinden. «Nun werde ich mich dafür einsetzen, dass wir in Arch eine BMX-Strecke errichten können, und vom Grenchenberg soll es schon bald eine Endurostrecke bis zum Chappeli geben.»

Auch für Shows und Konzerte kann das Velodrome genutzt werden. Der Tag der offenen Tür legte aber einen grossen Schwachpunkt der architektonisch sehr schönen Halle an den Tag: Die Akustik ist miserabel. Die Kommentare und Erläuterungen der Speaker zu den verschiedenen Attraktionen hallten extrem und mussten als unverständlicher Lärm hingenommen werden. Bleibt zu hoffen, dass die Akustik mit baulichen Nachbesserungen noch optimiert werden kann.