Grenchen
Am Können feilen: Zwei Balletteusen dürfen im Sommer an renommierte Schulen

Zwei Schülerinnen der Grenchner Ballettschule Bernard qualifizieren sich für Sommer-Intensivkurse an renommierten Schulen.

Oliver Menge
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Die 12-jährige Cléa Guerry aus Biel (links) und die 17-jährige Victoria Ziegler aus Zuchwil besuchen beide die Tanzschule von Barbara Bernard.

Die 12-jährige Cléa Guerry aus Biel (links) und die 17-jährige Victoria Ziegler aus Zuchwil besuchen beide die Tanzschule von Barbara Bernard.

Oliver Menge

Erneut können zwei Tänzerinnen der Ballettschule Barbara Bernard an international renommierten Schulen Sommer-Intensivkurse absolvieren. Die 12-jährige Cléa Guerry aus Biel qualifiziert sich wie letztes Jahr für eine Stippvisite an der renommierten Ballettschule der Pariser Oper.

Victoria Ziegler, 17-jährig aus Zuchwil, darf ein Sommer-Intensivtraining an der internationalen Ballettschule in Brüssel mitmachen.

Tanzpädagogik als Ziel

Victoria tanzt seit elf Jahren Ballett, seit sechs Jahren nimmt sie Unterricht bei Barbara Bernard. Um in Brüssel zugelassen zu werden, musste sie Fotos von fünf verschiedenen, vorgeschriebenen Posen einsenden. «Ich bin sehr glücklich», sagt sie. «Denn die Chancen sind sehr gering: Pro Klasse werden nur gerade 15 Tänzerinnen und Tänzer ausgewählt.» Victoria hat überzeugt durch schöne Posen und eine einwandfreie Haltung, hohe Beine bei den Arabesken.

Ende Juli wird sie also nach Brüssel fliegen und für zwei Wochen in Europas Hauptstadt täglich acht Stunden hart trainieren, die erste Woche von Montag bis Samstag, die zweite Woche von Montag bis Freitag. Den Stundenplan hat sie bereits erhalten, weshalb sie auch schon weiss, dass das kein Spaziergang wird, sondern ziemlich anstrengend: «Morgens wird Klassisch unterrichtet, Spitze, Pilates und Modern.

Am Nachmittag findet jeweils ein Workshop statt mit Modern und Variationen. Die einstudierten Choreografien werden wir dann am Freitag präsentieren», erklärt die Tänzerin. Victoria, im letzten Jahr ihrer Ausbildung an der Steiner-Schule in Solothurn und kurz vor dem Abschluss, möchte eine Karriere in Richtung Tanzpädagogik einschlagen. «Sie hat auch das Zeug dazu, sie hilft mir schon jetzt bei den Kleinen im Unterricht», sagt Barbara Bernard.

Das Ausnahmetalent

Cléa Guerry, über die diese Zeitung schon vor etwas mehr als einem Jahr berichtet hat, besticht nach wie vor mit einer für ihr Alter unglaublichen Grazie, die sie nicht nur als Solotänzerin am Ballettabend der Ballettschule Bernard unter Beweis stellte, sondern auch an zahlreichen Wettbewerben mit äusserst guten Resultaten. Diesen Sommer besucht sie wiederum für zwei Wochen die Ballettschule der Opera de Paris, eine Intensiv-Ausbildung, für die sich jeweils Hunderte von Tänzerinnen bewerben, aber nur wenige ausgewählt werden.

«Die Anforderungen, welche dieses Jahr gestellt wurden, um zugelassen zu werden, waren noch einmal höher», meint Barbara Bernard. Cléa sandte erneut eine DVD mit einem Video ein, auf dem sie eine Choreografie von Barbara Bernard tanzte, die vorgeschriebene Schritte und Figuren enthielt.

Dass sie letztes Jahr als eine der Jüngsten die Chance erhalten hat und teilnehmen konnte, habe ihr keinen Vorteil verschafft, so Bernard. «Cléa ist eine von Hunderten Tänzerinnen, die sich um einen Platz beworben haben. Und in der Regel werden Tänzerinnen aus Frankreich bevorzugt. Aber sie hat ihre Sache sehr gut gemacht und die Teilnahme verdient.»

Auf dem Weg zur Profikarriere

Cléa, die inzwischen in Biel die Kunst- und Sportschule besucht, hat mehr Zeit fürs Ballett als früher in der «normalen» Schule. Allerdings müsse sie auch da jedes Jahr eine Prüfung ablegen, um für ein weiteres Jahr zugelassen zu werden. Aber das sei kein Problem für Cléa, meint ihre Lehrerin.

Mit klassischem Ballett hat sie erst vor fünf Jahren begonnen. Die Bielerin besuchte eine Tanzschule in Biel, bis deren Betreiber ihre Schule aufgaben und in den Ruhestand traten. Seither besucht Cléa die Ballettschule von Barbara Bernard in Grenchen. Cléa bringe, so Barbara Bernard, auch körperlich ideale Voraussetzungen mit. «Ihre langen Beine und ihr Rücken sind absolut gerade, die Proportionen stimmen und die Gelenke sind für Spitzentanz geeignet.»

Cléa will nach wie vor eine Profi-Karriere einschlagen, wie sie betont, aber Barbara Bernard, die auch als Tänzerin international Karriere gemacht hatte und das harte Business kennt, möchte nach wie vor vermeiden, das junge Mädchen schon jetzt zu «verheizen». «Es ist noch viel zu früh für eine Schule, die ganz auf eine professionelle Karriere zielt. Denn da geht es so hart zu und her, dass Cléa mit ihrer Sensibilität kaputtgehen würde.» In zwei, drei Jahren sei noch früh genug dazu. Bis dahin habe sie noch viel Zeit, an ihrem Können zu feilen.

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