Parktheater Grenchen
Am Kongress präsentieren sich die Zauberer nicht nur, sie tauschen sich auch aus

Zauberkünstler aus aller Welt treffen sich in Grenchen – auch, um zu lernen.

Oliver Menge
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Am Stand von Astor demonstriert der Hersteller magischer Karten und Zaubertricks sein Angebot und gibt den interessierten Zauberkünstlern Auskunft.

Am Stand von Astor demonstriert der Hersteller magischer Karten und Zaubertricks sein Angebot und gibt den interessierten Zauberkünstlern Auskunft.

Oliver Menge

Das Parktheater könnte man glatt «verschwinden» lassen, nähme man das Zauberpotenzial all der Illusionen und kleinen Tricks zusammen, die im oberen Stock feilgeboten werden: Präparierte Karten, Wunder-Zauberstöcke, die sich in einem kleinen Portefeuille verstecken und nach dem Herausspringen sogar verdreifachen lassen, Zaubertücher, -ringe, - seile, -bälle, -münzen und, und, und ...

Jeder «Trick», denn darum handelt es sich bei den angebotenen Utensilien, wird mit Anleitung, meist einem Video auf DVD, geliefert. «Na? Schon was gekauft?», fragt Ron Bertolla, der Lokalmatador aus Bettlach, der selber die Zauberei als Nebenberuf ausübt, einen Bekannten aus der Szene. Oft würden Zauberer viel Geld ausgeben für Tricks, die am Ende dann doch nicht zu ihrer Persönlichkeit passten, sagt Bertolla – ihm sei das am Anfang ebenso ergangen.

Am internationalen Zauberkongress, der dieses Wochenende in Grenchen stattfindet, geht es – nebst Close-up-Wettbewerb und Galavorstellung – auch darum, dass sich Zauberkünstler austauschen können und neue Zauberkunststücke und Tricks erlernen und erwerben. Zu diesem Zweck finden über die Dauer des Kongresses diverse Seminare statt, in denen namhafte Zauberkünstler einen Trick oder ein Kunststück vorführen, ihn ihren Kollegen erklären und diese ihn dann unter Umständen erwerben. «Für Zauberkünstler ist das eine höchst willkommene Einnahmequelle», so Bertolla.

Der bekannte und renommierte Zauberkünstler Wittus Witt aus Hamburg referierte in seinem Seminar zum Thema Zaubern im Theater. Nur dort könne ein Zauberer seine Qualität wirklich beweisen. Nicht bloss ein Aneinanderreihen von Tricks, sondern eine durchdachte Dramaturgie mit professionellen Mitteln sei gefragt. «Denn Zauberkunst ist ohne Zweifel eine Kunst und nicht Handwerk, und jedes Zauberkunststück ist in sich gesehen ein kleines Theaterstück mit verschiedenen Akten.»