Grenchen

Am Flugtag sind grossartige Flieger im Kleinformat zu sehen

Markus Frey mit seinem Grossmodell Pilatus S B-2 wird am Modellflugtag in Grenchen zu sehen sein.

Markus Frey mit seinem Grossmodell Pilatus S B-2 wird am Modellflugtag in Grenchen zu sehen sein.

Am Flugtag der Modellfluggruppe Grenchen gehört der Flughafen Grenchen den Modellflugzeugen.

Wenn die Tage kürzer werden, dann kündet sich der Flugtag der Modellfluggruppe Grenchen an. Mit der Pilatus SB-2 Pelican kündet sich ein sensationeller Flugzeugtyp an, der Schweizer Luftfahrtgeschichte geschrieben hat.

In der Regel haben die Grenchner Modellflieger nördlich des Witibaches ihren Platz, zusammen mit der Landefläche der Fallschirmspringer. Sie sind im Aero-Club der Schweiz organisiert und gehören damit auf dem Flughafen zur Familie der Motor- und Segelflieger und Fallschirmspringer. Einmal im Jahr gehört der «grosse» Flughafen der Modellfluggruppe Grenchen. Vor dem neuen Hangargebäude, auf dem sogenannten Tarmac, werden die Modelle präsentiert und vorgeflogen. Stündlich haben die «Grossen» zwar Slots für Starts und Landungen, sonst aber dominieren auf dem Flughafen die kleineren Flugzeuge.

Einer der Stargäste wird diesmal ein wichtiges Flugzeug der Schweizer Luftfahrtgeschichte sein. Als kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, im Dezember 1939, die Pilatus Flugzeugwerke in Stans gegründet wurden, arbeitete das Unternehmen zuerst für die Schweizer Luftwaffe und beteiligte sich am Bau der Kampfflugzeuge C-3603 und Morane-Saulnier D-3801.

Ab 1942 erfolgte der Bau der SB-2 Pelican. Ein fünfplätziger Schulterdecker, der an der ETH Zürich entworfen und berechnet worden war. Das Flugzeug wurde für den Einsatz in den Bergen konzipiert (Kürzel SB = Schweizer Bergflugzeug). Es verfügte über kurze Start- und Landerollstrecken und ebnete somit den Weg für den Pilatus PC-6 Porter, der später das Flugzeugbauunternehmen im Kanton Nidwalden weltberühmt machen sollte. Der Erstflug fand am 30. Mai 1944 statt. Nach der Erprobung kam die einzige gebaute Pelican mit der Registrierung HB-AEP zur Alpar AG nach Bern. Der 13. Juni 1948 brachte das Ende des Mehrzweckflugzeugs, als es an einem Flugtag in Kirchberg BE stark beschädigt und aus wirtschaftlichen Gründen nicht repariert wurde.

Seit Frühling dieses Jahres hat die Schweiz wieder die Mutter aller Pilatus-Flugzeuge. Der Modellflieger Markus Frey aus dem aargauischen Rottenschwil baute die Pelican als Grossmodell im Massstab 1:2,8 nach. Am 30. März dieses Jahres hob das Modell auf dem Flugplatz Buochs zum ersten Mal ab, also am gleichen Ort wie das Original und rund 75 Jahre nach dessen Erstflug. Markus Frey freut sich auf den Auftritt in Grenchen, da er sich auf einer «historischen Tour» durch die Schweiz befindet. Er möchte überall dort fliegen, wo die Pelican im Verlaufe ihrer vierjährigen Existenz geflogen ist. Die Einträge im Flugreisebuch belegen, dass die Pelican mehrmals auch auf dem Flugplatz Grenchen landete.

Ein weiterer Höhepunkt wird die riesige Antonov An-22 von Rainer Mattle sein. Selbstverständlich haben auch Helikopter und Segelflugzeuge ihren Platz und werden wunderbare Figuren an den Himmel zaubern. Für die Kinder wird wiederum der legendäre «Täfeli-Bomber» abheben, geflogen von Markus Minder. Auch Kampfjets wie Hunter, F-4 Phantom, F-104 Starfighter, F-86 Sabre und ein F-5 Tiger in den Farben der Patrouille Suisse werden präsentiert. Für Abwechslung ist also wie immer an den Grenchner Modellflugtagen gesorgt, eine Festwirtschaft und Verkaufsstände runden den Anlass ab.

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