Grenchen
Am Ferienpass werden Kinder zu gewieften Tierärzten

Eine Operation an der Plüschmaus unter kundiger Anleitung. Ein Ferienpass-Angebot, das bei den Kindern auf grosses Interesse stiess. In der Kleintierpraxis in Grenchen wurde ihnen gezeigt, wie eine richtige Tierärztin arbeitet.

Nadine Schmid
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Jetzt gibt’s die Mäuse aus der Tüte
28 Bilder
Enzo und Zoé warten darauf, mit der Operation ihres Mäuschens beginnen zu können
Nicole Sommerhalder zeigt die Schritte der Operation vor
Ehe operiert werden kann, braucht das Mäuschen eine Narkose
Tierärztin Nicole Sommerhalder schaltet das Narkosegerät an
Die Kinder sind schon gespannt
Was ist unter dem Mikroskop? Die Kinder schauen und raten
Zoé nennt ihre Vermutung
Nicole Sommerhalder schneidet an der Stelle, wo sie operieren wird, ein Loch in die Abdeckung
Was ist unter dem Mikroskop? Die Kinder schauen und raten
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Die Hündin Sommerhalders stellt sich zur Kontrolle zur Verfügung.
Vor der Untersuchung muss durch Streicheln erst Vertrauen hergestellt werden
Sommerhalder sucht das Herz
Die Kinder lauschen nacheinander dem Herzschlag.
Die Kinder lauschen nacheinander dem Herzschlag.
Die Belohnung schmeckt und wird aus der Hand gegessen
Die Kinder lauschen nacheinander dem Herzschlag.
Das z’Vieri haben sich die kleinen Tierärzte nach der Operation redlich verdient
Alexa legt sorgfältig ihrem Mäuschen den Verband um
Damit die kleinen Plüschpatienten nicht frieren und ihre Nähte geschützt sind, bekommen sie einen Verband um den Bauch.
Enzo posiert mit seinem geheilten Mäuschen, das er mit nach Hause nehmen wird
Mit dem Faden der Praxis zu nähen ist schwieriger als mit dem Faden aus der Stube
Zoé greift zur Schere
Yannic und Alyssa vergleichen ihre Nähte
Yannic stellt interessiert eine Frage
Kinder operieren eine Stoffmaus am Ferienpass Grenchen
Mit dem Faden wird der offene Bauch wieder zugenäht

Jetzt gibt’s die Mäuse aus der Tüte

Nadine Schmid

Wie operiert man eigentlich eine Maus? Und wie untersucht man einen Hund richtig? Im vollausgebuchten Ferienpassangebot gingen die Kinder diesen Fragen nach. Ehe jedoch losgelegt werden konnte, galt es, Namensschildchen zu schreiben, denn schliesslich trägt jeder Tierarzt ein solches.

Voller Tatendrang schritten die frischgebackenen Tierärztinnen und Tierärzte ins Operationszimmer, wo sie eine Plüschmaus aus einer Tüte erhielten. Da es diesen Mäusen an etwas fehlte, galt es, sie zu operieren.

Tierärztin Nicole Sommerhalder, die zusammen mit ihrem Ehemann Markus die Kleintierarztpraxis in Grenchen betreibt, zeigt die einzelnen Schritte an einer Maus vor: Vorsichtig schiebt sie den Kopf des Mäuschens ins Narkosegerät.

«Wenn man das tut, wird die Maus nervös und zappelt zunächst, bis sie dann schliesslich einschläft», erklärt sie, während sie zur Veranschaulichung das Plüschtier mit ihrer Hand zum Strampeln bringt und die Bewegung immer langsamer werden lässt.

Danach schneidet sie mit einer Skalpellklinge dem Mäuschen den Bauch auf. Da diese Klinge unglaublich scharf ist, erhalten die Kinder stattdessen kleine Scheren. Dabei konnte sich jedes Kind überlegen, weshalb ihre Maus auf den Operationstisch musste.

Der Erfindungsreichtum war gross und reichte mit einigen Vorschlägen von Sommerhalder von einem gefressenen Löffel, einer Nabelhernie bis hin zum verschluckten Plastikteilchen und zum gegessenen Schaf.

Faden ist nicht gleich Faden

Das Mädchen Zoé näht ihrem Mäuschen mit dem Faden, den man in Praxen zum Nähen verwendet, den Bauch zu. Tashina Wullimann steht ihr dabei zur Seite. Dieser Faden ist anders als derjenige, mit dem man Kleidungsstücke flickt.

Dementsprechend ist auch das Nähen schwerer, weshalb ein paar der Kinder die leichtere Variante wählen, denn auch eine Spule mit normalem Faden steht bereit. Plötzlich haben beim Operationstisch zwei Mäuse einen Herzinfarkt erlitten und Sommerhalder hilft, indem sie die Mäuse massiert.

Die kleinen Tierärzte waren sehr interessiert und stellten Sommerhalder viele Fragen. So zeigte diese auf Bitte vor, wie man sich vor einer Operation richtig Hände und Arme wäscht und sie so von allen Bakterien befreit.

«Deshalb laufen die Ärzte vor einer Operation auch so seltsam herum», erklärt sie und hebt die Hände nach oben. Man wäscht sich nicht etwa von den Armen zu den Fingerspitzen, sondern umgekehrt, damit das Wasser mit dem Schmutz nicht zu den Fingerspitzen hinunterfliesst.

Denn diese müssen am saubersten sein, kommen sie doch dem Patienten am nächsten, nur noch die Handschuhe trennen vor der direkten Berührung.

Wichtig ist das Vertrauen

Nach dem «Zvieri» im Wohnzimmer von Sommerhalder stellte sich ihre Hündin zur Kontrolle zur Verfügung. Mit dem Stethoskop galt es den Herzschlag abzuhören.

«Ehe man mit der Untersuchung beginnt, muss man mit dem Tier Kontakt aufnehmen und es streicheln, damit es vertrauen aufbaut», so Sommerhalder. Fürs brave Stillhalten gebührt dem Tier am Ende eine Belohnung.

So bekam auch die Hündin nach getaner Arbeit von jedem Kind zwei «Guetzli», die sie ihnen sanft aus der Hand ass.

Als Abschluss bekamen die Kinder Röntgenbilder zu sehen und konnten einen unter dem Mikroskop eine Milbe beobachten, die so klein ist, dass man sie von Auge nicht sieht. Die operierte Maus konnten sie mit nach Hause nehmen.

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