«Foul! He Schiri!» Oder: «Was machst du da? Gib doch endlich ab!» Diese Rufe könnten direkt aus einem der zwölf WM-Fussball-Stadien in Brasilien stammen. Sie erklangen aber an diesem Wochenende im Stadion Riedern in Grenchen. Denn in der Uhrenstadt bejubelte man für einmal nicht die grossen, sondern die kleinen Kicker.

Eltern, Trainer und Freunde feuerten am 38. Grenchner Schülerturnier, dem «Wacker»-Turnier, lauthals die Mannschaft ihrer Sprösslinge und Kameraden an. Insgesamt 48 Teams aus Grenchen und Bettlach kämpften leidenschaftlich um den Sieg in ihren Alterskategorien. Die Jungstars schenkten sich dabei nichts und fieberten voller Eifer ihren Idolen nach.

Auch die perfekte «Schwalbe» schien der eine oder andere junge Spieler schon zu beherrschen. Mitmachen durfte jeder von der 1. bis zur 9. Klasse. Die Voraussetzung war aber, dass alle Mannschaftsmitglieder aus derselben Klasse stammen mussten.

Die Zusammensetzung der Teams konnte jedoch frei gestaltet werden. So kam es auffällig oft vor, dass ein oder zwei Mädchen in den Mannschaften mitmachten. Und nicht nur das, sogar eine reine Mädchenmannschaft nahm am Turnier teil. Was deutlich zeigte, dass auch bei den jungen Damen die Fussballeuphorie ausgebrochen ist.

Ihrer Fantasie freien Lauf lassen durften die Teams auch bei der Kreation ihrer Namen. Während einige noch harmlos daher kamen wie zum Beispiel «Die Allstars» oder «FC Juventus», so gab es auch einige skurrile Erfindungen wie «Mis Grosi», «I weiss doch nid» oder «Si si nit do».

Als Preise winkten den fussballbegeisterten Kindern und Jugendlichen Gutscheine. «Früher konnten sie noch Sporttaschen gewinnen, damit seien sie aber weniger glücklich gewesen», erklärt Marcel Bolliger, Vereinspräsident des FC Wacker. Die Gutscheine könnten die Sieger beispielsweise bei einem Sportgeschäft einlösen und so selber wählen, was sie sich wünschten, sagt Bolliger weiter.

Immer weniger Lehrer sind bereit

Damit das Turnier reibungslos über die Bühne läuft, sind bis zu 80 Helfer im Einsatz. Und obwohl alles problemlos vonstatten geht, so ist man doch nicht vollumfänglich zufrieden. «Früher hatten wir zeitweise bis zu 120 Mannschaften, aber heutzutage wollen immer weniger Lehrer mit ihren Klassen teilnehmen», erklärt Bolliger. Dabei sei es gerade in der heutigen Zeit wichtig, den Jungen etwas zu bieten, um sie von der Strasse «wegzuholen».

Das Turnier sei auch dazu da, um bei den Kindern und Jugendlichen das Interesse am Fussball zu wecken, damit sie Lust bekommen, einem FC beizutreten. Dabei spiele es keine Rolle, ob sie sich dann für seinen FC Wacker entscheiden würden oder für einen der drei anderen Grenchner Fussballklubs. Die Hauptsache sei, dass die Jungen sich aktiv engagieren, sagt der Vereinspräsident.

Bolliger will deshalb auch die Lehrer in die Pflicht nehmen. «Es muss an die Lehrer appelliert werden, damit sie mehr hinter unserer Sache stehen und wieder vermehrt mitmachen, denn schliesslich geht es auch bei uns um soziale Aspekte.»