Seit Jahrzehnten unterstützt der Kolping-Verein Grenchen eine Tagesschule in Peru mit jährlich mehr als 10'000 Franken Spendengeldern. Diese Erfolgsgeschichte war nicht zuletzt dank der Textilsammlung Texaid möglich, die man half, in Grenchen und Bettlach, aufzubauen.

«Vor nunmehr 45 Jahren hat in Grenchen die Sozialaktion Peru begonnen», berichtet Felix Bernhardsgrütter, Kassier dieser Aktion des gegen 100 Mitglieder zählenden Kolping-Vereins Grenchen Bettlach. Von 1978 bis 1999 haben die Kolping-Mitglieder für Texaid die Strassensammlung der Altkleider in Bettlach und Grenchen durchgeführt und wurden von Texaid für die Organisation der Sammlung und die gesammelten Kleider entschädigt.

Als seit 1999 Sammelcontainer eingeführt wurden, werden diese seither weiterhin von Mitgliedern des Vereins betreut und in Ordnung gehalten. Im vergangenen Jahr wurde dem Verein aus der Kleidersammlung fast 10'000 Franken von Texaid vergütet.

Langjährige Partnerschaft

«Damit können wir weiterhin unsere langjährige Partnerschaft mit der Kindertagesstätte Urpi Wasi in Cusco/Peru aufrechterhalten», berichtet der Aktionsleiter weiter. Diese kam in den 1980er-Jahren so richtig in Fahrt, als ein Vikar der katholischen Kirchgemeinde Grenchen nach Peru in die Entwicklungshilfe ging. Nachdem eine Gruppenreise 1998 persönliche Erlebnisse in der 3500 Meter über Meer gelegenen peruanischen Grossstadt ermöglichte, wurde die Tagesschule mit 350 Kindern 2001 das Hauptprojekt des Grenchner Kolpingvereins.

Jahr für Jahr kommen durch karitative Vereinsaktivitäten und Spenden Einnahmen von rund 25'000 Fr. zusammen. Deren Vergabung an Projekte wird jeweils vom Vereinsvorstand beschlossen. Bedacht werden unter anderem auch Grenchner Institutionen. Der Löwenanteil dieser Einnahmen – über 14'000 Fr. – ging aber auch letztes Jahr wieder an die von der Schweizerin Barbara Casanova geführte Kindertagesstätte und Primarschule in Cusco.

«Die staatlichen Schulen in Peru sind leider nicht so hochstehend, im Urpi Wasi wird hingegen nach Schweizer Lehrplan unterrichtet. Es werden Kinder aus den ärmsten Verhältnissen der Grossstadt aufgenommen», meint Bernhardsgrütter, der das Werk damals auch selber besuchen konnte. Jährlich würden etwa 50 neue Kinder aufgenommen. 35 ehemalige Schüler werden zudem in der weiterführenden Sekundarschulausbildung unterstützt.

Bernhardsgrütter und Alois Limacher, langjährige Texaid-Kontaktpersonen des Kolpingvereins, hoffen, dass die Erträge der - weiterhin fliessen. Denn nun, da immer mehr Textilien rezykliert werden können und die Erträge entsprechend steigen, ruft dies auch immer mehr Geschäftsleute auf den Plan, die ihre eigenen Sammelcontainer aufstellen möchten. Bei den Texaid-Partnern bestehe Gewähr, dass die Erträge auch wirklich sozialen Zwecken zugutekommen, betont Bernhardsgrütter.

Von Sozialreformer gegründet

Im Jahr 2020 wird der Kolpingverein Grenchen sein 75-Jahr-Jubiläum feiern können. Das Kolpingwerk Schweiz ist Teil des Internationalen Kolpingwerkes, welches in über 60 Ländern der Welt aktiv ist. Es beruft sich auf den Sozialreformer und Priester aus dem 19. Jahrhundert, Adolph Kolping.

An der letzten Generalversammlung konnte Präsidentin Marianne Bumbacher auf ein bewegtes Jahr zurückblicken. Hervorzuheben sind die jährliche Theateraufführung im Eusebiushof und der seit 2010 geführte Mittagstisch, der regelmässig 80 bis 90 Personen im AHV-Alter zusammenführt. Die Keglergruppe hat zudem sein 60-Jahre-Jubiläum hinter sich.