Grenchen

Altersheimbewohnerin stellt ihre Collagen aus

Trudi Lüdi vor ihrer ersten Collage, die sie gefertigt hat.

Trudi Lüdi vor ihrer ersten Collage, die sie gefertigt hat.

Trudi Lüdi präsentiert im Alterszentrum Kastels zwei Dutzend ihrer Collagen. Vor vier Jahren hat sie mit dieser Arbeit begonnen.

Vor exakt sieben Jahren hat diese Zeitung schon einmal über die Bettlacherin berichtet. Damals ging es um Trudi Lüdi, die Verfasserin von Gedichten und Geschichten, deren Werke in zwei Bänden veröffentlicht wurden. Jetzt, sieben Jahre später und einen Monat vor ihrem 90. Geburtstag, stellt Trudi Lüdi in den Gängen ihres neuen Zuhauses, dem Alterszentrum Kastels, rund zwei Dutzend der rund 100 Collagen aus, die sie in den letzten vier Jahren geschaffen hat. Grossformatige Bilder, die die Künstlerin sorgfältig aus Fotos zu bestimmten Themen zusammengestellt hat. «Am Anfang war alles ein wenig durcheinander. Aber ich habe rasch damit begonnen, die Collagen nach bestimmten Themen zusammenzustellen.»

Die Fotos, die sie in den Collagen verwendet, stammen zu einem grossen Teil aus Jahreskalendern, die sie geschenkt erhält. Inhaltlich zeigt sie in ihren Collagen Dinge, die ihr gefallen, die sie schön findet, wie Naturaufnahmen: Landschaftsaufnahmen, Blumen, Wasserfälle und tosendes Meer rund um Leuchttürme, Tierbabys, Katzen, Vögel und Wälder. Oder Themen, die sie beschäftigen. Beispielsweise Fotos von Kindern aus der Dritten Welt. «Die duure mi eifach.»

Trudi Lüdi ist im Haag in Selzach, im Erlimoos aufgewachsen und zog nach der Heirat mit ihrem Mann nach Grenchen. Dieser verstarb bereits früh und Trudi Lüdi war mit ihren vier Kindern auf sich alleine gestellt. «Eine kurze Zeit lang habe ich noch in der Fabrik bei Certina gearbeitet, aber dann wurde ich krank und das ging nicht mehr.» Sie lernte, Gitarre zu spielen, sang, begann eigene Lieder zu komponieren und zu texten. Ihr Leben war auch später geprägt von Schicksalsschlägen, wie dem Tod eines ihrer Söhne, zu deren Bewältigung ihre kreativen Arbeiten sicherlich einen grossen Teil beitrugen.

Trudi Lüdi begann wie gesagt vor rund vier Jahren mit den Collagen. Vorher schrieb sie vor allem Gedichte und zum Teil sehr persönliche Geschichten. Das Schreiben hatte sie gepackt und sie verfasste unzählige Texte. «Malen oder Zeichnen, das war schon früher nichts für mich», sagt die Künstlerin. Umso erstaunlicher, wagte sie sich vor vier Jahren auf neues Terrain. Sie tat es in erster Linie, um Dinge festzuhalten, die ihr Freude bereiten. Damals wohnte sie noch in Bettlach, aber nach einem Spitalaufenthalt war ein Umzug ins Alterszentrum unumgänglich. Sie führte ihre Arbeit an den Collagen weiter, bis vor einiger Zeit. «Jetzt bin ich einfach etwas müde geworden», sagt sie.

Den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern im Kastels gefallen die Bilder, erzählt sie: «Es gab sogar einen Herrn, der zu mir kam und mir gratulierte, von dem ich es nie vermutet hätte», sagt sie. Das habe ihr grosse Freude bereitet. «Ich hoffe auf viele Besucher».

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1