Grenchen
Alte Turnhalle soll «geradezu prädestiniert» für die neue Stadtbibliothek sein

Die Grenchner Baudirektion stellte Interessierten den Umbau der Alten Turnhalle zur neuen Stadtbibliothek vor.

Oliver Menge
Merken
Drucken
Teilen
Info-Anlass zum Umbau der Alten Turnhalle zur Stadtbibliothek in Grenchen
10 Bilder
Stadtpräsident François Scheidegger begrüsste die Anwesenden und rief den langen Leidensweg des Projekts in Erinnerung.
Drinnen sieht es so aus.
Info-Anlass zum Umbau der Alten Turnhalle zur Stadtbibliothek in Grenchen

Info-Anlass zum Umbau der Alten Turnhalle zur Stadtbibliothek in Grenchen

Oliver Menge

Rund 40 Interessierte nahmen an der von der Baudirektion organisierten Veranstaltung bei der Alten Turnhalle teil – unter ihnen Direktbetroffene wie Karin Burkhalter, die Leiterin der Stadtbibliothek Grenchen, und Liliane Liechti, die ebenfalls dort arbeitet. Nebst der aktuellen Stadtbaumeisterin Drazenka Dragila-Salis, die den Info-Anlass organisiert hatte, war auch ihr designierter Nachfolger Aquil Briggen unter den Gästen. Auch Gesamtschulleiter Hubert Bläsi als «Nutzniesser» des mit dem Umbau ausgelösten Domino-Effekts war da, einige Kantons- und Gemeinderäte, Architekten und Ingenieure und nicht zu vergessen: Bibliotheksbenutzerinnen und -benutzer.

Stadtpräsident François Scheidegger begrüsste die Anwesenden und rief den langen Leidensweg des Projekts in Erinnerung. Die Stadt Grenchen brauche endlich eine gute Lösung für die Stadtbibliothek, und die Alte Turnhalle sei geradezu prädestiniert dazu, durch ihre Lage und die passende Grösse. Scheidegger verwies auch auf den erwähnten «Domino-Effekt: In die freiwerdenden Räumlichkeiten im Schulhaus I sollen nach dem Umzug der Stadtbibliothek ins neue Domizil die Küchen der Schulen Eichholz und Halden kommen.

Dadurch wird in diesen Schulen dringend benötigter Schulraum frei. «Dieses Projekt ist eine Herzensangelegenheit von mir», betonte Scheidegger, und er sei froh, dass aufgrund eines Beschlusses der Gemeinderatskommission die Arbeiten nun ohne Verzögerung aufgenommen werden können – der Gemeinderatsentscheid über den Kredit von einer Million für den Umbau ist zwar noch ausstehend, laut Scheidegger aber eine reine Formsache.

Mit Worten gezeichnet

Stadtbaumeisterin Drazenka Dragila-Salis übergab die Führung an Jürg Thommen, Architekt bei Kurt Stalder Architekten AG Solothurn, welche die Projektleitung innehaben. Thommen führte die Besucherschar durch den Eingang und in die Turnhalle und beschrieb an diversen Stationen den geplanten Umbau. Man habe grossen Respekt vor diesem Haus, so Thommen. «Wir haben auch eng mit dem kantonalen Denkmalschutz zusammengearbeitet.»

Im Aussenbereich wird, ausser am Beleuchtungskonzept, nichts verändert. Der Eingangsbereich werde zum Teil neu gestaltet. So wird die westwärts gelegene Trennwand mit Fenstern und Türe durch eine Glasfront ersetzt, Boden und Decke erneuert. In der Halle selber lässt man den alten Turnhallenboden aus Eichenholz-Parkett drin. Auch die Gemälde des 1996 verstorbenen Grenchner Künstlers Ferdinand Kaus, die einen engen Bezug zu Sport und dem Vereinsleben in der Turnhalle haben, bleiben selbstverständlich erhalten. Apropos Sport und Vereine: Alle Vereine und Klubs, die die Halle bisher nutzten, hätten Anschlusslösungen gefunden.

Ein schwebendes Obergeschoss

Die grösste Veränderung erfährt die Alte Turnhalle in Form einer im Raum hängenden Galerie, die auf allen Seiten schätzungsweise 3 Meter von den Aussenwänden entfernt ist. Neben den bestehenden Holzträgern des Dachstuhls werden Fachwerk-Holzträger montiert, die in die Aussenmauern eingebettet werden. An diese Fachwerkträger werden Zugstangen von 10 × 1 Zentimeter Durchmesser montiert, an denen Stahlträger hängen, auf die dann ein Boden gebaut wird, der rund 3 Meter über dem Turnhallenboden schwebt.

«Man schafft so ein zweites Geschoss, ohne dass man es irgendwie im Innern auf Säulen setzen müsste. Denn dann müsse man den Boden aufbohren und Trageelemente im Untergeschoss abstützen, was viel kostenintensiver wäre», ergänzt Dragila am Rande. «Das ganze Gewicht dieser hängenden Konstruktion liegt auf den Aussenmauern, die das laut den Berechnungen unseres Statikers ohne Probleme tragen können», beruhigte Thommen besorgte Zwischenfrager.

Des Weiteren beschrieb Thommen weitere Umbauten, wie zum Beispiel den Einbau eines Lifts auf die bereits bestehende Galerie, über die der neue, schwebende Teil der Bibliothek erreichbar ist. Die bestehende Lüftung kommt weg, da die Küche im Untergeschoss für warme Küche ausser Betrieb genommen wird. Das Personal erhält dafür eigene Büroräumlichkeiten auf der Galerie, und im hinteren Teil der jetzigen Garderobe beim Eingang soll es ein kleines Office mit Wasser, Kühlschrank und Kaffeemaschine fürs Personal geben.

Beim Beleuchtungskonzept setzt man auf moderne LED, in der Möblierung bleibt man flexibel. Die Gestelle für die Bücher werden nicht mehr so hoch und wesentlich stabiler sein als heute, dafür kann man sie frei stellen und den Raum gestalten. Im UG-Partyraum bleibt grösstenteils alles beim Alten. Einzig im Sanitärbereich werde man punktuell etwas sanieren. «Man kann sich später in aller Ruhe überlegen, was man tun will», so Dragila.