Fliegerstaffel

Alt trifft auf neu: Eine Fotosession der speziellen Art

Der F/A-18 J-5018 mit Bernhard Kocher und die beiden Dewoitine D.26 mit Paul Misteli in der Grenchner Dewoitine (286) und Laurent Calame (284).

Der F/A-18 J-5018 mit Bernhard Kocher und die beiden Dewoitine D.26 mit Paul Misteli in der Grenchner Dewoitine (286) und Laurent Calame (284).

Die Fliegerstaffel 18 feiert ihr 90-jähriges Bestehen. Die in Payerne stationierte Staffel der Schweizer Luftwaffe fliegt auf dem F/A-18 Hornet. Als erste Einheit wurden die «Achtzehner» im Jahr 1930 auf dem damals neuen Jagdflugzeug Dewoitine eingesetzt. Deshalb kam es zu einer ungewöhnlichen Fotosession zwischen einst und jetzt - auch mit der Dewoitine «Stadt Grenchen».

«Es war ein sehr emotionaler Moment und überwältigender Anblick, als die Hornet neben uns auftauchte und dann noch die Flares aus dem Rumpf stiessen», sagte Paul Misteli (Aetigkofen), Pilot der Dewoitine «Stadt Grenchen» nach dem Fotoflug mit einem F/A-18. Zusammen mit der Dewoitine D.26 HB-RAI/284 aus Lausanne traf er sich über dem Neuenburgersee mit dem Kampfjet der Schweizer Luftwaffe und wurde aus einem weiteren F/A-18, einem Doppelsitzer, abgelichtet.

Der Grund für diese Fotosession liegt in der Geschichte der Fliegerstaffel 18: Sie war im Jahr 1930 die erste Einheit, welche das neue Jagdflugzeug Dewoitine D.27 flog. Im Bundesarchiv Bern liegt ein Dokument, in dem die ersten Erfahrungen mit dem Jäger festgehalten sind und technische Änderungen beantragt werden. Verfasst wurde das Dokument von Hauptmann Carl Hoegger, dem damaligen Kommandanten der «Achtzehner». Darin beantragte er nach den ersten Erfahrungen elf Punkte zur technischen Verbesserung des neuen Flugzeugs.

Eher langsam und sehr schnell

Der Fotoflug, der vom Kommandanten der Luftwaffe bewilligt war, wurde am Vorabend bei einem Briefing in Payerne bis ins letzte Detail besprochen. Vor allem der grosse Geschwindigkeitsunterschied machte die genauen Absprachen zwischen den Crews notwendig. Die Dewoitine ist mit rund 230 km/h unterwegs, was aber nahe an der Minimalgeschwindigkeit der Hornet ist.

   

Major Bernhard «Beni» Kocher, Kommandant der Fliegerstaffel 18, liess es sich nicht nehmen, den Hornet selber zu fliegen. Dazu benützte der Militärberufspilot mit Bürgerort Selzach den F/A-18 mit der Registrierung J-5018 und dem Staffelabzeichen, dem Panther auf der Heckflosse und auf dem Rumpf. Das Vorbild des Staffellogos war tatsächlich eine schwarze Katze, die im Zweiten Weltkrieg bei der damaligen Fliegerkompanie 18 lebte und deren Kopf heute auf dem alten Kompanie-Abzeichen auf der Dewoitine zu sehen ist.

Im F/A-18-Doppelsitzer sassen Pilot Hauptmann Marc Zimmerli und Bordoperateur und Fotograf Oberstleutnant Aldo Wicki, beide ehemalige Angehörige der Staffel 18. Die zweite Dewoitine HB-RAI/284 aus Lausanne wurde von Laurent Calame geflogen.

Nicht einfach waren laut Beni Kocher die Aufnahmen mit dem Abschiessen der Flares, der Leuchtkörper zur Abwehr von Infrarot-Lenkwaffen. Das Fotoflugzeug musste mit Übergeschwindigkeit von hinten kommen, da sich beim Langsamflug beim Vorflügel unter dem Cockpit Ablösungen mit Feuchtigkeit bildeten, wie auf dem Foto zu erkennen ist. Das hätte zu unscharfen Bildern geführt. Beim Annähern des Fotoflugzeugs wurden per Funk Informationen über die exakte Position durchgegeben, sodass der Pilot und der Fotograf gleichzeitig auf den Knopf drücken konnten, als alle vier Flugzeuge in einer Linie waren: Kocher für das Abfeuern der Flares und Wicki auf die Auslösung der Kamera.

Nach der Landung zollte Bernhard Kocher den beiden Dewoitine-Piloten hohen Respekt: «Paul Misteli und Laurent Calame haben ihre Aufgabe perfekt gelöst. Das war absolut professionell.»

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