Der Gemeinderat Grenchen hat am Dienstag einstimmig Aquil Briggen aus Bettlach zum neuen Stadtbaumeister und damit zum Nachfolger von Drazenka Dragila-Salis gewählt. Im Interview nimmt Briggen Stellung zu seiner Wahl.

Was hat Sie am Job des Grenchner Stadtbaumeisters gereizt?

Aquil Briggen: Der Stadtbaumeister der Stadt Grenchen ist ein Job, der in Grenchen etwas bewirken kann und ich würde gerne die Aufgaben welche in der Stadt bevorstehen mitgestalten. Ein zweiter Grund ist auch die Nähe zu meiner Heimat Bettlach welche ich bei meiner bisherigen Arbeit, meistens fernab von zu Hause, vermisst habe.

Sie kommen von der technischen Seite, haben bisher Tunnels gebaut. Jetzt müssen Sie sich auch um Architektur und das Stadtbild kümmern. Liegt Ihnen das auch?

Ein Grossteil der Aufgaben liegt nach wie vor im Tiefbau, wo ich bisher zu Hause war. Selbstverständlich bin ich aber auch an einem ansprechenden Stadtbild sehr interessiert und nehme die anstehenden Herausforderungen in diesem Gebiet gerne an. Da wo ich als Nicht-Architekt an Grenzen stossen werde, werde ich sicherlich Hilfe aus den eigenen Reihen erhalten. Ich werde in der Baudirektion ja durch ein erfahrenes Team unterstützt.

Sie haben als Gemeinderat in Bettlach den Grenchner Windpark kritisiert – jetzt müssen Sie ihn in Grenchen unterstützen. Haben Sie Ihre Meinung geändert?

Ich stehe der Windenergie in der Schweiz nach wie vor äusserst kritisch gegenüber. Dies ist jedoch eine persönliche Meinung, welche als Stadtbaumeister zurückzustehen hat.

Sie sind in der Baukommission in Bettlach. Ist das mit Ihrem Job vereinbar oder treten Sie zurück?

Ich denke, das ist sogar sehr gut vereinbar und öffnet Möglichkeiten für Synergien. Ich kann dadurch beispielsweise auf einen grösseren Erfahrungsschatz bei Baubewilligungsverfahren zurückgreifen, was beidseitig Vorteile bringt.

Als quasi Einheimischer haben Sie vielleicht schon ein Bild von den baulichen Herausforderungen, die Sie in Grenchen erwarten. Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf?

Das ist eine Frage, welche ich erst nach einer Weile im Amt beantworten kann. Ich bitte hierfür um Verständnis.