RoboCup 2017
Alles ist bereit für die Roboter-Weltmeisterschaft

Sechs Seeländer lassen ihre Roboter in Japan um den Weltmeistertitel kämpfen. Vor der ersten Runde gab es noch letzte technische Probleme zu beheben.

Noëlle Karpf
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Die Seeländer auf dem beeindruckenden «Shibuya Crossing» in Tokio.

Die Seeländer auf dem beeindruckenden «Shibuya Crossing» in Tokio.

zvg

Sechs Seeländer kämpfen um den Weltmeistertitel. Diese Woche findet in Japan der RoboCup 2017 statt. Mit dabei auch sechs Studenten der Höheren Fachschule für Technik Mittelland (HFTM) mit Standorten in Biel und Grenchen. Die Robotinos ihres Teams treten dabei in Wettkämpfen gegen die Roboter von Teams anderer Länder an.

Bevor es ernst gilt, war diese Woche für das Team «Solidus» aber erst einmal Reisen und Proben angesagt.

Sightseeing im Schnelldurchlauf

Der RoboCup 2017 findet in Nagoya statt – ein japanisches Industriezentrum mit über zwei Millionen Einwohnern. Die Reise dorthin dauerte drei Tage. Währenddessen legte die Gruppe einen Zwischenstopp in Tokio ein. Dort blieb kurz Zeit für etwas Sightseeing. «Wir waren besonders von der berühmten Shibuya Crossing beeindruckt», steht im Erlebnisbericht der HFTM-Studenten. Dieser Ort ähnelt dem Time Square von New York.

Auf der kurzen Sightseeing-Tour reichte es auch für den Besuch des zweithöchsten Gebäudes der Welt – dem Tokyo Sky Tree. Dieser ist ganze 634 Meter hoch. «Die Aussicht war atemberaubend!», schreiben die Studenten. Schliesslich war das Team aber für einen Wettkampf, nicht für Ferien angereist. So machten sie sich via Schnellzug auf den Weg nach Nagoya, wo sie ein Hotel in der Nähe des RoboCup-Areals bezogen. Die Reise brachte sie eng zusammen – im wahrsten Sinne des Wortes. «Japan ist in unseren Breitengraden für seine platzsparende Bauweise bekannt», schreibt das Team. So habe man sich zu zweit ein 140-cm-Bett teilen müssen. Man fokussiere sich doch aber auf den Wettkampf und verspüre keine Berührungsängste.

Letzter Schliff vor dem Turnier

Dienstags und mittwochs stand dann ganz der RoboCup im Zentrum. Zwei Tage hatten die Seeländer Zeit, ihre Robotinos zu installieren. Diese waren ebenfalls nach Japan geflogen worden. «Die Erleichterung war gross, als die Robotinos fein säuberlich und in allen Teilen beim Messegelände bereitstanden», schreiben die Studenten.

Nach dem Verlegen «unzähliger Internetkabel und Steckerleisten» stiess das Team «Solidus» bereits auf die erste Herausforderung: «Da in Japan das Stromnetz nur 100 V AC liefert, behindert dies das Aufladen der Akkus der Robotinos.» Ein Teammitglied musste darauf also noch zwei passende Ladegeräte einkaufen. Weitere kleinere Fehler im Programm der Robotinos habe man gleich verbessert und sie auf «Japan-Tauglichkeit» überprüft.

«Es klappt nicht immer alles planmässig und somit ist Improvisation gefragt», berichten die Studenten. So etwa am zweiten Tag der Vorbereitungen. Bei einem Robotino habe es Probleme mit dem Greifer gegeben. Ein Mechatroniker wurde aufgeboten. Nach letzten Tests, der Fahr- und Greifprogramme der Robotinos, sei man nun bereit für den ersten Wettkampf.

Gleich gegen die Weltmeister

Und so läuft ein Wettkampf ab: Die Robotinos erhalten einen Produktionsauftrag. Was sie produzieren müssen, ist im Vorfeld unbekannt. Die Robotinos müssen vor Ort planen, verschiedene Maschinen anfahren, Teile abladen und wieder greifen – um schliesslich so das vorgeschriebene Produkt herzustellen.

Heute Donnerstag trat das Team «Solidus» gegen eine japanische und zwei deutsche Mannschaften an; darunter auch der amtierende Weltmeister. Wie sich die Seeländer geschlagen haben, erfahren Sie nächste Woche in dieser Zeitung.