Verkehr
Acht Pfosten umgefahren - Ist der Kreisel zu eng bemessen?

Wer in letzter Zeit über den «Knochen» beim A5-Zubringer fuhr, musste feststellen, dass die Mehrzahl der rund um die Kreiselmitten an gebrachten Metallpfosten geknickt am Boden liegt.

Oliver Menge
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Lastwagen müssen beim Kreisel unüblich weit ausholen. om

Lastwagen müssen beim Kreisel unüblich weit ausholen. om

Solothurner Zeitung

Auf der Archer Seite stehen gerade noch vier Pfosten, etwa acht sind umgefahren. Statt der Pfosten sind nun einige Pylonen dort, wo eigentlich die schwarz-weiss gestreiften Pfosten stehen müssten. Die Vermutung liegt nahe, dass die Kreisel ganz einfach zu eng bemessen sind und deshalb Lastwagen «die Kurve nicht kriegen».

Robert Gerber, Kommandant der Polizei Stadt Grenchen, hat für einige der geknickten Pfosten allerdings eine andere Erklärung: Vor nicht allzu langer Zeit fuhr ein Automobilist, den man nicht unbedingt als fahrtüchtig bezeichnen konnte, auf der Archer Seite im Kreisel einfach geradeaus und fuhr die meisten Pfosten um. Andere Pfosten seien wahrscheinlich umgeknickt worden, weil manche Fahrer grösserer Fahrzeuge einfach zu wenig ausholten.

Die Polizei habe schon seit Längerem feststellen müssen, dass die Spuren im Doppelkreisel auf beiden Seiten etwas eng seien. So hätten einige Lastwagen auf der Seite Kratzer davongetragen, weil manche Signalisationstafeln zu nahe an der Fahrbahn platziert gewesen seien. Bei den oft sehr aufwändigen Lastwagendesigns könne das ins Geld gehen. Man habe das Bundesamt für Strassen (Astra) informiert und die Signalisation sei sehr schnell versetzt worden.

Kein Weg führt an Pfosten vorbei

«In solchen Fällen reagieren wir natürlich sofort», meint Esther Widmer vom Astra auf Anfrage. Auf die Frage, wie man das Problem lösen wolle, meint Widmer: «Weil die Strasse über die A5 eine nationale Versorgungsroute ist, muss der Doppelkreisel bis in die Mitte überfahrbar sein, und alle Hindernisse müssten entfernt werden können.» Man werde also auch keinen Kreiselschmuck, wie bei anderen Kreiseln üblich, in die Mitte stellen.

Tatsächlich gehört die Strasse zum nationalen Netz der Versorgungsrouten für Ausnahmetransporte unteilbarer Lasten und führt vom Kanton Aargau über Olten via Solothurn, Grenchen über die Autobahn und Aare nach Schnottwil. Die Breite muss auf dieser Strecke überall 6 Meter 50 betragen, die Höhe bei Unterführungen 5 Meter 20 und einem Gewicht ohne Zugfahrzeug von 480 Tonnen standhalten. Also komme man nicht um die Pfosten herum, die auf einfache Weise entfernt werden können. Man sei sich beim Astra aber der Problematik bewusst und werde handeln: «Die Pfosten werden noch diesen Monat um 50 Zentimeter nach innen versetzt», versichert Widmer.

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