Grenchen

Abstimmung und Soziale Wohlfahrt als Themen der SP-Parteiversammlung

Grenchen bearbeite zurzeit gut 1000 Dossiers, wobei ein Grossteil Alleinerziehende beträfe, erklärte Kurt Boner. (Archiv)

Grenchen bearbeite zurzeit gut 1000 Dossiers, wobei ein Grossteil Alleinerziehende beträfe, erklärte Kurt Boner. (Archiv)

An der Parteiversammlung der SP Grenchen waren nicht nur die Parolen für die kommenden Abstimmungen Thema.

Die Oltner Kantonsrätin Susanne Schaffner machte sich stark für die AHVplus- Initiative. Sie bezeichnete die AHV als einziges System, das sichere Renten garantiere. Entsprechend müsse sie gestärkt werden. Kantons- und Gemeinderätin Angela Kummer begründete danach das SP- Nein zum Nachrichtendienstgesetz und das Ja zu Initiative «Grüne Wirtschaft».

Kurt Boner, Leiter der Sozialen Dienste Oberer Leberberg, referierte über das Thema «Steigende Kosten – Soziale Wohlfahrt wohin?» Der gebürtige Thaler kann mit Fug und Recht als Generalist bezeichnet werden, hat er doch nach einer Erst-Ausbildung zum Uhrmacher Sozialarbeit studiert, ist Fachexperte für Heime und hat zudem eine Ausbildung im Sozialversicherung-Wesen absolviert.

Mit kernigen und auch innovativen Aussagen, die nicht einer bestimmten Parteimeinung verpflichtet sind, weckte er spürbar das Interesse der Anwesenden für die diversen Aspekte des Themas. So bezeichnete er sich als Anhänger einer existenzsichernden AHV, dem es beim so hochgelobten 3-Säulen-Prinzip nie ganz wohl gewesen sei.

Klare Worte fand er auch zum Krankenversicherungsgesetz (KVG), bei dem niemand so genau wisse, was eigentlich bestimmt worden sei und man sich nun mit 26 kantonalen Lösungen abzufinden habe. Etwas müsse auf jeden Fall falsch laufen, «wenn Ärzte dafür bezahlt werden, dass die Leute krank sind».

Differenzieren bei Sozialhilfe

Beim Thema Sozialhilfebezüger warnte er vor Verallgemeinerungen. Diese stellten keine homogene Masse dar. Es gelte zu differenzieren. Grenchen bearbeite zurzeit gut 1000 Dossiers, wobei ein Grossteil Alleinerziehende beträfe. «Ich beklage mich nicht über die Anzahl, ich beklage mich aber sehr wohl darüber, wie die Kosten verteilt sind», mahnte er mehr Solidarität unter den Gemeinden an.

Grenchen mit seinen immer noch vielen billigen Wohnungen ziehe nun einmal auch sozial schwächere Familien an, die sich das Verbleiben in anderen Gemeinden gar nicht mehr leisten könnten.

Hier sieht er die kantonale Regierung und den Verband Solothurnischer Einwohnergemeinden in der Pflicht, vermehrt für Ausgleich zu sorgen. Für unsere Stadt sagt er wegen der Unternehmenssteuer-Reform III und wegen einer schwächelnden Uhrenindustrie zudem schwierige Zeiten voraus.

Kurt Boner ist auch Präsident der Stiftung Alterssiedlung Grenchen. «Im hohen Alter sollen Leute nicht hin- und hergeschoben werden», erklärte er zu «seinem Steckenpferd». Es gelte, Modelle zu entwickeln und zu fördern, in welchen ambulante und stationäre Bereiche verknüpft seien, Angebote, die den Fokus auf die Autonomie der Betroffenen richten würden. Gefragt seien insbesondere regional vernetzte Anbieter, die die Kunden aus einer Hand bedienten. «Tendenziell haben wir eher zu viele, denn zu wenige traditionelle Heime», folgerte er.

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