Grenchen

Abschied und absehbarer Neuanfang: Das Künstler Archiv zieht um

Das Künstler Archiv war zum letzten Mal an seinem alten Standort zu besichtigen. Es wird bis Ende Jahr in die Zivilschutzanlage beim städtischen Werkhof umziehen.

Das Künstler Archiv war zum letzten Mal an seinem alten Standort zu besichtigen. Es wird bis Ende Jahr in die Zivilschutzanlage beim städtischen Werkhof umziehen.

Das Künstler Archiv zieht von der Wiesenstrasse in die Zivilschutzanlage beim Werkhof um.

Anlässlich des internationalen Museumstags haben das Kunsthaus, das Kulturhistorische Museum, die Mazzini-Stiftung und das Künstler Archiv mit diversen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Wir haben uns am «Tag der offenen Tür» im Künstler-Archiv umgeschaut, insbesondere deswegen, weil das jahrzehntelange Zuhause an der Wiesenstrasse 23 schon bald Geschichte sein wird.

Werke von Hans Rudolf Zuber

Eine kleine, aber feine Ausstellung zeigt Werke von Hans Rudolf Zuber. Der Bettlacher Künstler hat das Künstler Archiv erst vor kurzem mit einer grosszügigen Schenkung bedacht. Dazu stehen die Vorstandsmitglieder bereit, um den Interessierten die Arbeitsweise des umfangreichen Archivs zu erklären. Roland Schwob zum Beispiel ist damit beschäftigt, Kunstwerke digital zu erfassen. Kleinere Werke werden eingescannt, grössere fotografiert und dann erfasst. Der Name und eine Nummer werden zugeordnet und vor allem der Standort beschrieben, damit die Werke bei Bedarf auch schnell gefunden werden können. Ziel ist es auch, dieses Inventar in Zukunft mit der Homepage zu verlinken, damit auch die Öffentlichkeit darauf Zugriff hat.

Helfende Hände gesucht

Während Roland Schwob dies mit Kunstwerken tut, erledigt Jürg Rüegsegger die gleiche Arbeit mit Ansichtskarten. Die beiden wären froh um Mithilfe aus jüngeren Händen, denn die schiere Anzahl an Gegenständen ist alleine kaum zu bewältigen. Es gilt immerhin 5500 Gemälde, Aquarelle und Plastiken aufzunehmen, dazu 21'000 Karten. Das Archiv beinhaltet aber noch einiges mehr: Im Moment sind 10'700 Bücher, 3450 Abzeichen jeglicher Art, davon die komplette Sammlung von 1. Augustabzeichen, 600 Kinderbücher, 900 Tonträger, 100 Filme, 300 Exlibris (kunstvolle gestaltete Buchzeichen) und 600 Münzen an der Wiesenstrasse eingelagert.

Und die Sammlung wächst durch Schenkungen und Nachlässe unentwegt weiter. «Wir sprechen uns jeweils mit dem Kunsthaus, dem Kulturhistorischen Museum und dem Stadtarchiv ab, welche Objekte wo am sinnvollsten gelagert werden», erklärt Präsident Thomas Schärli.

Es begann mit Toni Brechbühl

Das Archiv wurde in den 50-er Jahren durch den unermüdlichen Toni Brechbühl ins Leben gerufen und 2005 in einen Verein überführt (150 Mitglieder). Neben der Sammlungstätigkeit tritt man auch regelmässig mit Ausstellungen aus dem Fundus an die Öffentlichkeit.

Daneben hat der Verein auch schon 48 Publikationen herausgegeben, die meist einem Kunstschaffenden gewidmet sind, die aber auch schon mal bestimmte Themen aufgreifen. «Dazu erhalten wir immer wieder Anfragen, von Personen, die eine Ausstellung planen und hoffen, dass wir ihnen mit dem einen oder anderen Exponat aushelfen können» erläutert Thomas Schärli. Es besteht auch die Möglichkeit von Firmen und der Verwaltung, Kunstwerke vom Archiv auszuleihen.

Wegen eines Bauvorhabens sind die Tage nun an der Wiesenstrasse gezählt. Zum Glück ist man fündig geworden mit der Zivilschutzanlage beim Werkhof. Die Gemeinderatskommission hat bereits ihr OK dazu gegeben. Nun gilt es, den doch recht aufwendigen Umzug bis Ende Jahr an die Hand zu nehmen. Mit öffentlichen und privaten Sponsoren ist man bereits im Gespräch, aber den Verantwortlichen ist auch klar, dass der Verein einiges an Eigenleistung beizutragen hat.

Neu Ausstellungen möglich

Der Präsident freut sich auf den neuen Standort: «Der Zugang ist deutlich einfacher, da alles auf einem Boden konzentriert ist. Dazu bietet er uns auch die Möglichkeit, in einem kleinen Rahmen regelmässige thematische Ausstellungen zu erstellen und uns und unsere Arbeit so noch vermehrt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.»

Weitere Infos: www.kagr.ch

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