Wie das az Grenchner Tagblatt weiss, hat Remo Schneider, Kommandant der Regionalen Zivilschutzorganisation Grenchen RZSO, seine Stelle bei der Stadt Grenchen gekündigt. Bereits per Ende Mai verlässt Schneider das Korps. Der Zivilschutzkommandant bestätigte am Montagmorgen eine Insiderinformation. Damit ist Robert Gerber, Chef der neugebildeten, auf «Schutz & Rettung Grenchen» folgende Sicherheits- und Bereitschaftsdienste, bis auf weiteres de facto einziger «Chef» des Zivilschutzes.

Reaktion auf Gerüchte und Ressentiments

Wie Remo Schneider am Montagmorgen am Telefon erklärte, reagiert er mit seiner Kündigung auf die Auflösung der ehemaligen Dachorganisation «Schutz & Rettung Grenchen», die er als Kommandant geführt hatte. «Mein Entscheid kommt nicht plötzlich, ich habe mich erst mit der Zeit entschieden, nach etwas anderem zu suchen», sagt Schneider. Aber die Anfeindungen gegen seine Person hätte nie ganz verklingen wollen.

Von Beginn an gab es Probleme

Schon früh nach deren Bildung gab es erste Ungereimtheiten, Die Dachorganisation von Zivilschutz, Rettungsdienst und Feuerwehr stand unter politischem Beschuss. Drei Monate nach der Gründung forderte die SVP im Dezember wieder die Auflösung. Bürgerliche Politiker kritisierten, dass die vor der Organisationsbildung versprochenen Kosteneinsparungen nicht eingetreten waren.

Nebst Reibungen mit dem Kommandanten der Feuerwehr hatte sich Schneider ausserdem mit den neuen, aber von der kantonalen Gebäudeversicherung nicht akzeptierten Logos auf den Fahrzeugen von Feuerwehr, Zivilschutz und Ambulanz sowie durch seine Beförderung zum Oberst selbst in die Kritik gebracht. Im Februar 2012 wurde schliesslich Polizeikommandant Robert Gerber als Coach eingesetzt, weil die Situation zu verfahren war. Wenig später wurde klar, dass die Tage von «Schutz & Rettung» bereits wieder gezählt waren. Stattdessen wurde eine noch grössere Dachorganisation, die Sicherheits- und Bereitschaftsdienste der Stadt Grenchen, ins Leben gerufen. Sie löste «Schutz & Rettung» ab, und Polizeichef Robert Gerber löste Remo Schneider als Chef der Dachorganisation ab.

Neue Arbeitsstelle in anderem Kanton

Dennoch blieb Remo Schneider weiterhin Zivilschutzkommandant, tätigte dieselben Arbeiten wie vor seiner Stelle als «Schutz & Rettung»-Vorgesetzter. Jetzt verlässt er das Korps Ende Mai. Letzte wichtige Übungen wird er mit seiner Truppe noch durchführen. Danach fängt er in einem anderen Kanton mit einer neuen Stelle an. Allerdings nicht mehr beim Zivilschutz.

Dennoch beteuert er: «Meine Arbeit als Zivilschutzkommandant in Grenchen habe ich immer sehr gerne gemacht, bis heute. Ich habe eine gute Truppe und wir machen gute Arbeit. Nach den ganzen Problemen nach Schutz & Rettung habe ich aber angefangen, mich nach einer neuen Stelle umzuschauen.»