Jura-Sternwarte

Ab auf den Grenchenberg! - Für Sterngucker bricht Hochsaison an

Auf dem Untergrenchenberg kann man sich selbst ein Bild vom Himmel machen. (Themenbild)

Auf dem Untergrenchenberg kann man sich selbst ein Bild vom Himmel machen. (Themenbild)

Nach den Sommerferien herrscht bei der Jura-Sternwarte Hochbetrieb. Besucher der Jura-Sternwarte können selbst einen Blick auf den Himmel werfen und gleichzeitig mehr über die Sternenwelt erfahren.

Nach den Sommerferien herrscht bei der Jura-Sternwarte Hochbetrieb. Diesen Samstag ist die Bevölkerung eingeladen, sich auf dem Untergrenchenberg selbst ein Bild des Himmels zu machen, die Sonne zu beobachten oder den Planeten Saturn zu suchen und Sterngruppen zu bestaunen. Am Nachmittag und späten Abend können Interessierte unter fachlicher Anleitung in die Welt der Astronomie eintauchen.

Mit dem Ende der Schulferien bricht für die Sterngucker auf dem Grenchenberg die Hochsaison an. Sie wird bis Ende Oktober dauern. «Dieses Jahr haben wir bereits 30 Öffnungstage gebucht», freut sich Hugo Jost, der Stiftungsratspräsident der Jura-Sternwarte. Warum der Löwenanteil des Interesses sich jeweils auf den Spätsommer und Herbst richtet und die Sternwarte im Frühling kaum Beachtung findet, weiss er nicht. Doch die Stiftung und die Astrogruppe der Jura-Sternwarte Grenchen (Ajug) als hauptsächliche Nutzerin der Geräte, haben sich damit eingerichtet. Sie verfügen über lange Erfahrung; nächstes Jahr feiert die Sternwarte den 40. und die Ajug den 30. Geburtstag. 700 bis 800 Gästen erschliessen ihre freiwilligen Helfer jedes Jahr den Zugang zur Sternenwelt.

Digitalkameras anstelle der Riesenröhre

Vorbereitet sind Verantwortlichen auch auf Wetterkapriolen, die den Blick in den Himmel sabotieren. Der Besuchstag findet bei jedem Wetter statt. «Es ist noch nie jemand enttäuscht heimgegangen», versichert Hugo Jost. «Auch wenn man am Himmel nichts sieht, gibt es viel Interessantes zu entdecken: Bilder, Filme und natürlich die Teleskope.»

Letztere können heute mit dem i-Pad oder Smartphone gesteuert werden. Dazu kommt, dass die Wunder des Universums heute mit jeder modernen Kamera fotografiert werden können. Viele Jahre lang brauchten die Amateurastronomen dafür die grösste Röhre im Haus, die Schmidt-Kamera samt Spezialfilm, deren Bilder nicht annähernd so gut waren wie die einer handlichen Digitalkamera. Vor zwei Monaten sei das Mammutinstrument ausgebaut und an einen Liebhaber verkauft worden, sagt der Stiftungsratspräsident. «Manch einem hat das fast das Herz gebrochen. Andere sind froh, dass das Ungetüm endlich weg ist.»

Platz sinnvoller nutzen

Zur zweiten Fraktion gehört Markus Herrmann, der Vereinspräsident der Ajug. Er ist überzeugt, dass der nun gewonnene Platz sinnvoll genutzt werden kann. Damit die Grenchner Amateurastronomen auf dem neusten Stand bleiben, würden einige von ihnen in Kürze eine Fachmesse in Deutschland besuchen. Der Nachfolger der Schmidt-Kamera sei zwar schon beschafft, «doch es gibt immer etwas zu entdecken, weil sich die Technik in den letzten paar Jahren rasant entwickelt hat. Inzwischen gibt es auch im Low-Budget-Bereich (unter 1000 Franken) wirklich gute Instrumente», so Markus Herrmann. «Wir veranstalten jeweils Kurse für unsere Mitglieder, damit sie den Umgang mit den Geräten lernen.»

Sonnenbeobachtung im vergangenen März mit der jetzt abmontierten Schmidt-Kamera. (Archiv)

Sonnenbeobachtung im vergangenen März mit der jetzt abmontierten Schmidt-Kamera. (Archiv)

Kostspielige Modernisierung

Der Grossteil der geplanten Materialerneuerung in der Jura-Sternwarte ist allerdings keineswegs im Tiefpreis-Segment angesiedelt. Bis nächsten Sommer will die Stiftung nach Aussage von Präsident Hugo Jost zwischen 80›000 und 100›000 Franken in den Standort Grenchenberg investieren. Die Mittel dafür sollen teilweise von der öffentlichen Hand und von Sponsoren kommen. «Auch in Zukunft wollen wir der Bevölkerung eine Dienstleistung in erstklassiger Qualität bieten. In erster Priorität richtet sich das Angebot an Schulklassen und im Rahmen der Besuchstage an alle Interessierten. Zudem organisieren wir gern Gruppenführungen.»

Individuelle Führungen

Denn die Jura-Sternwarte eignet sich besonders gut für den Besuch von Kinder- und Erwachsenengruppen von 15-30 Personen. Auch grössere Gruppen seien willkommen, versichert Stiftungsratspräsident Hugo Jost. «In letzter Zeit sind es immer wieder Paare, die eine Führung buchen. Das sind für alle Beteiligten, die Gäste wie auch unsere Fachleute, besonders schöne Erlebnisse. Man kann sich Zeit nehmen, auf Interessen eingehen und Fragen beantworten.» Dabei seien die Erwartungen ganz verschieden: Neugierde, Wissensdurst, die Überprüfung von Informationen aus zweiter Hand, der Wunsch nach Entspannung oder die Idee, ein Alien zu entdecken.

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