In einer ersten Phase entstehen in der Ziffernblattfabrik 270 Arbeitsplätze, mittel- und langfristig vielleicht bis zu 1000. Produziert werden nicht nur modernste Zifferblätter, sondern auch Habillage-Teile wie Gehäuse, Lunetten und Datumsringe. 100 Millionen Franken beträgt das Investitionsvolumen. Eine von mehreren Investitionen der Swatch ins Label «Swiss Made».

Bei einer exklusiven Führung für diese Zeitung war auch zu erfahren, woher die neuen Arbeitsplätze und Mitarbeiter eigentlich kommen: Bis heute werden die Zifferblätter von der ETA in Bettlach produziert. Weil man dort an Grenzen gestossen ist und die Kapazitäten ausbauen will, verlegt man diese Produktion nun nach Grenchen. 170 der 270 Arbeitsplätze in der neuen Fabrik kommen direkt aus Bettlach, 100 weitere sind effektiv neu. «Rund die Hälfte der neuen Mitarbeiter haben wir schon», erklärt Jean-Claude Eggen, Leiter Unit Quarzuhren, den Rest suche man noch. Qualifiziertes Personal zu finden, sei nach wie vor nicht einfach. Die ETA in Bettlach konzentriert sich künftig auf die Herstellung von Kunststoffteilen. Zirka ein halbes Jahr soll der sukzessive Umzug der Zifferblattproduktion nach Grenchen dauern.

Ein hochmoderner Betrieb

Ein besonderes Qualitätsmerkmal der Zifferblatt- und Komponentenfabrik ist, dass sämtliche Räume durch eine permanente Belüftung staubfrei und rein gehalten werden. Die Gasheizung des Gebäudes läuft nur, wenn nicht produziert wird, ansonsten wird die Wärme der Maschinerie durch spezielle Wärmedämmsysteme erhalten. 14 000 Plätze bietet das neue, vollautomatische Hochregallager, das die Produktion über Förderbänder mit den nötigen Komponententeilen versorgt. Die dreigeschossige Fabrik hat eine Maximalhöhe von 19,4 Metern und eine Bruttogeschossfläche von 17 000 Quadratmetern. Den ETA-Mitarbeitern werden eine Mensa und 185 Parkplätze zur Verfügung gestellt. Parkplätze, die wichtig sind.

Wie Jean-Claude Eggen erklärt, wird in der Zifferblattfabrik künftig im 3-Schicht-Betrieb gearbeitet, was eine 24-Stunden-Produktion bedeutet. Obwohl ein Grossteil der Arbeiter den öffentlichen Verkehr benützen wird und der Bahnhof Süd sehr nahe gelegen ist, ist daher künftig zumindest an der östlichen Niklauswengi Strasse auch spätabends und frühmorgens mit zusätzlichem Berufsverkehr zu rechnen.