Musikschule Grenchen
90 Jugendliche spielten ganz gross auf

Das Schülerkonzert der Musikschule Grenchen erforderte viel Vorbereitungszeit, Herzblut und Engagement bei den Teilnehmenden.

Nadine Schmid
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Die jüngeren und älteren Musikanten haben perfekt zusammen harmoniert.
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Die Cellospielerin ist konzentriert am Werk, beobachtet vom Musik-Kollegen.
Konzert der Musikschule Grenchen

Die jüngeren und älteren Musikanten haben perfekt zusammen harmoniert.

Hansjörg Sahli

Rund 90 Schülerinnen und Schüler der Musikschule haben am Samstag am alljährlich stattfindenden Schülerkonzert der Musikschule ihr Können gezeigt. Ein mitreissendes, rhythmisches Perkussions-Medley, ein Auftritt auf Topniveau vonseiten der Jugendmusik sowie Gitarren- und Geigenklänge erwartete das Publikum im Parktheater.

Die vierzehnjährige Neva Eggenberg, die seit acht Jahren Geige spielt, führte im Streicher-Ensemble mehrere Soli auf. «Es war das erste Mal, dass ich vor so einem grossen Publikum ein Solo spielen durfte», erzählte sie erfreut nach dem Konzert. Am besten habe ihr der zweite Satz des Violinkonzerts in G-Dur (Georg Philipp Telemann) gefallen. «Man kann diese langsame Passage einfach geniessen, hier kann ich jeweils besonders viele Emotionen hineinpacken.»

Durchhaltewillen ist gefragt

Das Schülerkonzert kann auf eine lange Tradition zurückblicken, findet es doch seit der Gründung der Musikschule vor 100 Jahren statt. «Es ist ein Konzert, das für grössere Gruppen gedacht ist; Bühnenerfahrung ist für Kinder und Jugendliche sehr anregend und aufregend», erklärte Musikschulleiterin Christa Vogt. Dabei finden sich unter den Musizierenden auch ehemalige Schülerinnen und Schüler, die anfragen, ob sie noch mitspielen dürften. Auf diese Unterstützung ist das Konzert angewiesen, da diese Musizierenden bereits viel Erfahrung mitbringen.

Fürs Konzert bereiten sich die Schülerinnen und Schüler jährlich emsig vor. Streicher-Lager in Prägelz, wöchentliche Proben und eine Hauptprobe vor dem Konzert stehen auf dem Programm. «Das Konzert erfordert viel Disziplin, es ist grossartig, was die Schülerinnen und Schüler hierfür leisten», findet Vogt.

Früher meldeten die Eltern ihre Kinder meist erst ab der vierten Klasse in der Musikschule an, gegenwärtig gibt es eine andere Tendenz, die Hand in Hand mit der pädagogischen Seite einhergeht, die dieses Alter als zu spät erachtet. «Die meisten Kinder starten in der ersten oder zweiten Klasse mit dem Instrument, aber es ist bereits möglich, in der Kindergartenzeit anzufangen», beschreibt Vogt. Besonders beliebt seien Gitarre, Keyboard und Klavier, aber auch die Violine.

Wenig neue Blasmusikanten

Momentan gebe es sehr wenige Neuanmeldungen für Blasinstrumente. «In Grenchen leben viele Kinder mit Migrationshintergrund und sie scheinen sich wenig für Blasmusik zu interessieren. Die Gründe dazu sind unklar», so Vogt.

Aus diesem Grund wurde auch vor ein paar Jahren die Bläserklasse ins Leben gerufen, die sehr gut läuft. Jeweils eine Schulklasse Grenchens erhält die Möglichkeit, jede Woche während einer Schulstunde zu musizieren. «Es zeigt sich, dass dieses Angebot Kinder wie Lehrer begeistert; die Kinder haben die Gelegenheit, die Blasmusik überhaupt kennen zu lernen.» Die Bläserklasse helfe der Integration und dem Zusammenhalt in der Klasse, wie sich den Rückmeldungen der Lehrkräfte entnehmen lässt, berichtet die Musikschulleiterin Christa Vogt.