Kürzlich ist das Reporting der Schulen Grenchen erschienen, das interessantes Zahlenmaterial zu den Grenchner Schulen enthält. Laut Statistik liegt die Anzahl der fremdsprachigen Primarschülerinnen und Primarschüler bei rekordhohen 59,5 Prozent. Die Zahl wird allerdings von Gesamtschulleiter Hubert Bläsi relativiert. «Die Angabe zur Sprache des Kindes beruht auf der Selbstauskunft der Eltern. Kriterium ist, wer zu Hause eine andere Sprache spricht als Deutsch.»

Unter Umständen spricht also ein Kind trotz Fremdsprache-Angabe der Eltern mit seinen «Gspänli» perfekt schweizerdeutsch. Die eigentlichen Sprachkenntnisse der Kinder seien für die Statistik nicht überprüft worden. «Sie zeigen sich unter Umständen erst im schriftlichen Ausdruck», meint Bläsi. Ein realistischeres Bild der Lage könnte die Anzahl Kinder vermitteln, welche Deutsch als Zweitsprache-Lektionen (DaZ) erhalten. Sie wuchs seit 2012 von 30 Prozent auf 34 Prozent. In den Genuss von Logopädie-Dienstleistungen kamen im Schuljahr 2016/17 109 Kinder (1.-5. Klasse). Der Hauptanteil lag bei Kindergarten bis 2. Klasse.

Knappe Schweizer Mehrheit

Bei der Aufteilung nach Nationalität zählt die Statistik einen Ausländeranteil von 46 Prozent (Kanton 27 Prozent). Noch bilden die Schweizer Schüler in den meisten Klassen eine knappe Mehrheit. Im 2. Kindergarten (51%), in der Einführungsklasse (62%), und in den Kleinklassen (ausser 4. Klasse) dominieren Kinder ausländischer Nationalität stark. Im Schuljahr 2016/2017 verzeichneten die Schulen Grenchen total 1561 Schülerinnen und Schüler, d. h. 1134 Primarschüler und 427 Sekundarschüler. Damit hat Grenchen die grösste Volksschule im Kanton (wir berichteten).

Gezählt wurden in der Primarschule 14 Kindergartenklassen, 37 Primarschulklassen, 7 Kleinklassen und 25 Sekundarschulklassen. Die Klassengrössen lagen leicht über dem kantonalen Durchschnitt (Kanton in Klammern): Kindergarten 21 (19,4), Primarschule ohne Kleinklassen 20,5 (19,1).

Die Zahl der Sek-I-Schüler war in Grenchen in den letzten Jahren in etwa stabil. Sie betrug 427 (440 im Jahr 2010), während sie kantonsweit in dieser Zeit um über 1000 Schüler zurückging, und zwar von 7794 auf 6720. Bei den Sekundarschulprofilen differiert der Ausländeranteil stark , bei der 2. Klasse Sek P betrug er 14 Prozent, in der 2. Klasse Sek K 81 Prozent. Sowohl bei der Sek B als auch bei der Sek E nimmt der Ausländeranteil in den oberen Klassen ab. Die Fremdsprachigenquote (analog bei den Eltern erhoben) wuchs von 49,9 auf 54,2 Prozent.

Infogram: Entwicklung der Schülerzahlen in der Primarstufe Grenchen

Von den 119 Sek-Übertritten war die Profilverteilung wie folgt: 50 Sek B (-6 Prozent), 46 Sek E (+4 Prozent) und 23 Sek P (+2 Prozent). In den zwei 7. Sek P-Klassen kamen 23 Schüler aus Grenchen, 14 aus Bettlach und 8 aus Selzach. Sämtliche Sek P Schüler dazu ein Sek E Schüler (mit Prüfung) schafften den Übertritt ans Gymnasium Solothurn.
Bei der Sek E war die kaufmännische Lehre die mit Abstand beliebteste Ausbildung (14), gefolgt vom Polymechaniker (7). Bei den Sek B-Absolventinnen war Detailhandelsfachfrau die beliebteste Lehre (8) , gefolgt von Coiffeuse (4). Im Gymnasium war das Profil Wirtschaft und Recht mit 38 Prozent das Beliebteste.

Gefragte Schulsozialarbeit

Die Schulsozialarbeit wurde im letzten Schuljahr laut Reporting intensiv genutzt. Mit 140 Stellenprozenten wurden 221 Fälle behandelt (Einzelfälle, Gruppen- und Klasseninterventionen). Die vermehrte Beanspruchung wird auch mit einer «stabileren Personalsituation» begründet. In der Musikschule haben 222 Schülerinnen Einzelunterricht erhalten, laut Bericht ist die Zahl abnehmend. Dazu kamen zehn Gruppen und 34 Kinder in der Musikgrundschule.

Insgesamt unterrichteten an Grenchens Schulen im Schuljahr 2016/2017 187 Lehrpersonen, davon nur 18 Prozent Männer.