Gemeinderat Grenchen

500'000 Franken Starthilfe für das Campus-Projekt sind beantragt

Auf dieser Brache nördlich des SWG-Betriebsgebäudes soll der Campus Technik gebaut werden.

Auf dieser Brache nördlich des SWG-Betriebsgebäudes soll der Campus Technik gebaut werden.

Die Stadt Grenchen soll 500'000 Franken lockermachen als Unterstützung für den geplanten Campus Technik beim Südbahnhof. Die Initianten möchten lieber 800'000 Franken.

In Grenchen soll das grösste Technologie-Ausbildungszen­trum im Kanton Solothurn entstehen. Südlich des (Süd-)Bahnhofs Grenchen wird auf dem Brühlareal (ehemaliges Gaswerk) ein gemeinsamer Campus der Höheren Fachschule für Technik Mittelland (HFTM) und von Swissmechanic Solothurn geplant.

Der Gemeinderat Grenchen wird heute Dienstag Abend über einen Beitrag von 500'000 Fr. als Anschubfinanzierung an das geplante Projekt befinden.

Investitionen von über 20 Millionen

Laut Informationen aus der Gemeinderatsvorlage sind Investitionen von 20 bis 22 Mio. Franken 
am Standort Grenchen geplant, was für den «Wirtschafts- und Wohnstandort eine grosse Chance» bedeute. Wie berichtet, will der Grenchner Unternehmer Ernst Thomke als Investor des Projektes auf dem SWG-Land auftreten.

Die SWG würde von ihrer Parzelle den Teil mit dem Betriebsgebäude samt Parkplätzen abparzellieren und die freie Parzelle an den Investor Thomke Invest AG verkaufen. Dieser wird darauf den Campus bauen und ihn an die HFTM und Swissmechanic Solothurn zu vorteilhaften Konditionen vermieten – vorgesehen sind m2-Mieten von 180 Fr. (ausgebaut) bzw. 120 Fr. (Bistro).

Architekturwettbewerb abgeschlossen

Der Campus wird als fünfgeschossiges Gebäude geplant (UG, EG und drei Obergeschosse). Damit entspreche der Bau der Maximalhöhe und dies soll angesichts der Lage auch ausgenützt werden. Auch wenn den Mietern ein dreistöckiges Gebäude genügen würde. Gemäss früheren Angaben werden deshalb weitere Mieter gesucht, idealerweise Firmen, welche ­Synergieeffekte des Campus nutzen können.
Für die Überbauung wurde ein Architekturwettbewerb durchgeführt, welcher inzwischen abgeschlossen ist. Das Resultat soll anlässlich der heutigen Gemeinderatssitzung präsentiert werden.

Bei den jetzt zur Debatte stehenden 500'000 Fr. geht es um eine Anschubfinanzierung für den Betrieb der Schulen am neuen Ort. Diese erfolgt als A-fonds-­perdu-Beitrag. «Dadurch, dass die Stadt mit ihrer Unterstützungszusage vorangeht, unterstützt sie die Startphase und das Fundraising dieses Strategischen Projekts», heisst es in der Vorlage.

Das soll auch ein Ansporn sein für die Kantone Solothurn und Bern, wie auch für die umliegenden Gemeinden und die Industrie, «angemessene Kostenbeiträge» zu leisten. Erinnert wird etwa an die Beiträge des Kantons, der Industrie und der Nachbargemeinden anlässlich der Ansiedlung des Zeitzentrums Grenchen.

Vom Beitrag könne eine erste Tranche von 150'000 Fr. im Jahr 2021, der Restbetrag bei Einzug der Schulen, ausgerichtet werden. Nach Auffassung des Stadtpräsidenten wäre es «darüber hinaus vertretbar, zu gegebener Zeit unpräjudiziell zusätzliche Beiträge der Stadt von insgesamt 200'000 Fr. zu prüfen».

Überschuss aus Rechnung 2019

Damit käme die Stadt auch den finanziellen Erwartungen der Campus-Betreiber näher. Diese hatten im vergangenen Mai die Stadt um einen ­Finan- zierungsbeitrag von ­insgesamt 800'000 Fr. ersucht, davon 650'000 Fr. bereits im Jahr 2021. Immerhin hat sich der Gemeinderat auch im Mai dafür ausgesprochen, 500'000 Fr. aus dem Rechnungsüberschuss 2019 für das Campus-Projekt einzu­setzen.

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