Am 19. November 1976 wurde im Zwinglihaus das erste Mal Suppe für einen guten Zweck serviert. Das Sigristenpaar Myrta und Erich Borer hatten zusammen mit zehn freiwilligen Frauen dazu eingeladen und gegen 130 Personen folgten der Einladung.

Am ersten Tag erwirtschaftete man einen unerwarteten Reingewinn von 540 Franken. Man beschloss, den Anlass, der ursprünglich zur Unterstützung von Entwicklungshilfe-Projekten gedacht war, fortan monatlich durchzuführen.

Seither sind mehr als 40 Jahre vergangen und noch immer treffen sich rund 20 Frauen einmal im Monat von September bis Juni, um den Suppentag durchzuführen. Doch nicht nur Geld zu sammeln motivierte die vielen Freiwilligen. Zwar steht das Sammeln immer noch im Mittelpunkt: Jährlich werden durchschnittlich 4000 bis 5000 Franken an «Brot für alle» überwiesen, aber wichtig seien auch die gemeinsamen Vorbereitungsarbeiten, sagt Dorly Enggist, die vor 16 Jahren die Verantwortung für den Suppentag übernommen hat. «Unsere Motivation ist es, den Mitmenschen zu helfen. Wir arbeiten für Gottes Lohn und wollen Gutes tun.» Es gehe uns gut hier, aber das sei nicht bei allen der Fall und da könne man seinen Beitrag leisten. 

Einen Tag vorher wird gerüstet

Die rund 20 freiwilligen Frauen treffen sich jeweils schon am Donnerstag vor dem letzten Freitag des Monats, um das Gemüse zu rüsten und die Suppe vorzubereiten. «Das Kochen und Herumschleppen der schweren Kessel übernehmen dann vier Männer, die seit Jahren bei uns die Suppe kochen», so Dorly Enggist.

Die Frauen helfen aber nicht nur bei der Vorbereitung, sondern auch beim Tischdecken, Dekorieren, Bereitstellen des Buffets, beim Service und beim Küchendienst inklusive Abwasch. Die Räumlichkeiten werden von der Kirchgemeinde gratis zur Verfügung gestellt.

Alles ist frisch

Früher rührte man Pulversuppe an, heute wird alles frisch zubereitet. Das Gemüse beziehen die Verantwortlichen beim Grossverteiler, das Brot kommt vom Egli Beck, die Wurst zu günstigen Konditionen von der Metzgerei Neuhaus. «Einige unserer Frauen backen auch regelmässig Kuchen und Cakes, die wir zum Kaffee servieren.»

Das Publikum beim Suppentag sei durchmischt, sagt Enggist. «Vorwiegend besuchen uns ältere Leute, die hier manchmal alte Freunde, ehemalige Arbeitskollegen oder Bekannte von der Strasse treffen. Aber auch halbe Nachbarschaften ganzer Quartiere kommen vorbei, um unsere Suppe zu geniessen.»

Es sei ein stetes Kommen und Gehen, ab halb zwölf gibt es Suppe mit oder ohne Wurst. «Aus diesem Grund haben wir auch für heute nichts Spezielles geplant. Es gibt keine Reden oder Ansprachen, vor lauter Geklapper aus der Küche würde man kein Wort verstehen.»

Das Durchschnittsalter der freiwilligen Helferinnen und Helfer liegt weit über dem Pensionsalter, und man könnte jüngeren Nachwuchs gut gebrauchen, sagt Dorly Enggist. Aber es sei nicht ganz einfach, passende Leute zu finden, die sowohl bereit seien, umsonst zu arbeiten als auch ins Team passen würden.

Suppentag im Zwinglihaus: heute ab 11.30 Uhr, 40 Jahre Suppentag. Der Reinerlös geht an «Brot für alle».