31 Jungs und Mädchen sind seit gestern mit ihren Betreuerinnen im Ferienheim Prêles im Ferienlager. Mit Zug und Bus reisten sie an, alle ausgerüstet mit einem Cap, damit die Leiterinnen sie erkennen konnten und keines der Kinder auf der Reise verloren ging.

Im Ferienheim angekommen wurden sie von Monika und Thomas Iseli, dem Hauswirtepaar, empfangen und wurden sogleich über die Hausregeln informiert. Keine Strassenschuhe im Haus, keine Hausschuhe draussen, wie man mit Spielsachen und Geräten umgehen muss und so weiter.

Auch über das Verhalten im Brandfall wurde informiert, wohin die Kinder flüchten sollen und wo die Besammlungspunkte sind. Danach gings ans Ämtliverteilen: Tische putzen, Esssaal aufräumen, Tisch decken - und und und. Erst dann konnten die Kinder ihre Zimmer beziehen - die Jungs im ersten, die Mädchen im zweiten Stock - und sich sogleich daran machen, ihr eigenes Türplakat zu gestalten.

Für einige der Kinder, alle Dritt- bis Sechstklässler aus Grenchner Schulen, ist es das erste Mal, dass sie eine Ferienkolonie besuchen und sich an die neuen Umstände anpassen müssen. Leona, Drittklässlerin, ist zum ersten Mal mit dabei.

Aber sie kann sich auf die Erfahrungen ihres Bruders verlassen, der das Ferienlager schon dreimal besucht hat. «Bis jetzt gefällt es mir sehr gut», sagt sie. Für die Fünftklässlerin Benita ist es schon das dritte Mal.

«Ich freue mich sehr auf diese Woche, das wird sicher toll!», sagt sie. Davide, ein Drittklässler, ist zum ersten Mal in Prêles, ihm hat die Reise nicht so besonders gefallen, aber auch er freut sich auf die Woche mit vielen neuen Gesichtern.

«Wir werden spezielle Kennenlern-Spiele veranstalten, damit sich die Kinder untereinander - und auch wir sie - besser kennenlernen», erklärt die Lagerchefin Maya Karlen, Leiterin der Schulverwaltung Grenchen. Denn man müsse auch darauf achten, dass ein Kind, das unter Umständen niemanden kenne, nicht die ganze Zeit alleine bleibe.

Gewisses Mass an Regeln

Einerseits bietet das Ferienlager viele Freiheiten und viele Möglichkeiten, sich auszutoben, miteinander zu spielen und gemeinsam mit vielen Gleichaltrigen ausserhalb der Schule etwas zu unternehmen.

Andererseits müssen auch gewisse Regeln berücksichtigt werden, damit die ganze Sache nicht in ein Chaos ausartet. Dafür besorgt, dass der Lärmpegel das Mass nicht überschreitet, man nett miteinander umgeht, die Ämtli erfüllt und die Hausregeln eingehalten werden, sind diese Woche rund zehn Erwachsene unter der Leitung von Maya Karlen. Einige der Lehrpersonen bleiben nur bis Mitte Woche und werden dann von anderen abgelöst.

Die Leiterinnen sind nicht nur Aufsichtspersonen, sondern auch für die abwechslungsreichen Tagesprogramme zuständig. Am Dienstag beispielsweise besuchen die Kinder eine Glasbläserei und geniessen am Abend einen Filmabend, am Mittwoch geht die ganze Truppe ins Schwimmbad Twannberg.

Daneben gibt es jeden Tag volles Programm: Tagwacht ist schon um halb acht, Morgenessen um acht. Danach steht unter anderem Basteln für Ostern und das Herstellen einer Salbe aus Naturprodukten auf dem Stundenplan.

Am Nachmittag besteht die Möglichkeit, sich sportlich und spielerisch zu betätigen. Von einer Kinderolympiade mit Sackhüpfen, Stelzenlauf, Dreibein-Wettrennen und anderen Posten bis zu den Vorbereitungen der Sketchs für den beliebten Abschlussabend am Donnerstag - für Abwechslung ist gesorgt. Daneben haben die Kids auch ein wenig Zeit für sich selber. Gamestations, Smartphones oder Handys mussten sie abgeben und erhalten sie jeden Tag nur für eine Stunde.

Für das leibliche Wohl der Feriengäste ist die ganze Woche Monika Iseli besorgt. Sie erklärte den Kindern gleich am ersten Tag, wie das mit dem Essenfassen funktioniert. Hilfe in der Küche braucht sie zwar keine, aber um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, müssen auch hier gewisse Spielregeln eingehalten werden.

Und ihr Mann machte deutlich klar, dass er von lärmenden Kindern wenig hält und nötigenfalls ebenfalls laut werden könne - was bei Maya Karlen allerdings Stirnrunzeln hervorrief.

Bei den leckeren Spaghetti Bolognese aus der Küche Iseli wurde es merklich ruhiger, denn mit vollem Mund redet es sich halt weniger gut.