Um fünf Minuten nach acht war am Freitagmorgen wirklich jeder im Schulhaus Eichholz hellwach. Mit Trommelwirbel, Klatschen und dem Slogan «Eichholz-Ching gäge Littering» machten sich die 300 Schülerinnen und Schüler und sämtliche Lehrpersonen fit für den bevorstehenden «Clean-up-day».

Ausgerüstet mit Leuchtwesten, Handschuhen, Greifzangen und Abfallsäcken rückten die Klassen daraufhin aus, um die Strassen vom Abfall zu befreien. Motiviert zogen die Kinder – je jünger desto engagierter - los, um jedes noch so kleine Papierli triumphierend hochzuhalten und in einen aufgehaltenen Abfallsack zu werfen.

Mit Hilfe des Werkhof-Leiters, Gerhard Kirchhofer, waren die Quartiere vorgängig eingeteilt und die Aktion so auch rechtlich abgestützt worden. «Gehen Sie aber nicht davon aus, dass Sie viel Abfall finden werden», hatte dieser dem Eichholzer Schulleiter Mark Widmer dabei anvertraut und nicht ohne Stolz angefügt: «Wir sind nämlich eine sehr saubere Stadt.»

Und wo sie dies noch nicht war, sorgten die Schülerinnen und Schüler nun dafür. Sie waren sich nicht zu schade, sich hundertmal auf den Boden zu kauern und den liegen gebliebenen Müll aufzuheben und fachgerecht zu entsorgen.

Eichholz-Kinder tragen Sorge

Ein Jahr lang begleitet die Eichholzer Schülerinnen und Schüler das Jahresmotto «Ich trage Sorge zu mir, zu dir und zur Natur» und immer wieder werden kleine Akzente gesetzt, um diese Botschaft bei den Kindern zu verinnerlichen. So beispielsweise auch bei einem Rundgang ums Schulhaus mit Stadtgärtner Patrick Kilchenmann vor einigen Wochen, auf welchem dieser den Kindern von den Pflanzen und Tieren erzählte, die sich im neu angelegten Schulhausareal angesiedelt haben und dringend auf die Achtsamkeit und den Schutz der Kinder angewiesen sind.

Dem organisierenden Lehrkräfte-Team, dem Barbara Zoss, Marianne Schmid, Christine Walker und Jacqueline Schmucki angehören, erschien es denn auch passend, sich den nationalen «Clean-up-day» zu Nutze zu machen, um zusammen mit den Schülerinnen und Schülern den Abfallsack in die Hand zu nehmen und für eine saubere Umgebung zu sorgen. Und die Resonanz aus der Bevölkerung gab ihnen Recht: «Die Leute auf der Strasse haben die Kinder gelobt und ihnen für ihre Arbeit gedankt, ja sogar applaudiert», berichtete freudig Drittklasslehrerin Barbara Zoss.

Kurz nach elf Uhr trafen sich alle Klassen in der Bachstrasse, südlich vom Marktplatz, um den gesammelten Abfall zu einem Berg aufzuschichten und das gemeinsam vollbrachte Werk zu betrachten. Danach machte sich die grosse Putzkolonie auf den Weg zurück ins südlichste Schulhaus der Stadt.