Die Lagerhalle wurde geräumt, ein Festzelt samt Infrastruktur aufgebaut. «Kühne Wunschvorstellungen hatten 400 bis 500 Besucher nahegelegt. Gekommen sind über 720 Gäste», sagte Graziella Rogers, Kommunikationsbeauftragte von AVC Schweiz. Das Hilfswerk ist in der Region vor allem in freikirchlichen Kreisen bekannt, arbeitet aber auch mit anderen Institutionen zusammen. In der Region kennt man etwa die Weihnachtspäckli-Aktionen in den Coop-Centern Grenchen und Büren.

Eröffnet wurde der Festanlass mit einer Reihe von Videobotschaften aus aller Welt. Auch der Gemeindepräsident von Safnern, Dieter Winkler, drückte seine Wertschätzung aus: «Ein gewöhnlicher Mensch überlegt nur, wie er Zeit verbringt. Ein intelligenter Mensch überlegt, wie er seine Zeit ausnutzen und etwas bewirken kann. Und genau deshalb gab es vor 30 Jahren Leute, die AVC gegründet haben.»

Von rechts: Vereinspräsident Konrad Bächi, Logistikchef Hansueli Lauber, Daniel Hofer, Gründer und Leiter des Hilfswerks sowie Dalhia und Sonny Largardo (Projektleiter Südostasien).

Von rechts: Vereinspräsident Konrad Bächi, Logistikchef Hansueli Lauber, Daniel Hofer, Gründer und Leiter des Hilfswerks sowie Dalhia und Sonny Largardo (Projektleiter Südostasien).

Gegründet wurde die Organisation vor 30 Jahren in Biel. Seit 24 Jahren ist sie in der Gewerbezone von Safnern ansässig, wo sich Büros und Warenlager befinden.

Die Beiträge der Plenarveranstaltung am Vormittag standen ganz im Zeichen der verfolgten Kirche. Projektleiter John Darlong aus Indien berichtete: «Indien hat sich sehr verändert in den letzten Jahren. Ich dachte immer, es sei ein säkulares Land und ich sei frei, meinen Gott anzubeten. Aber die Dinge verändern sich.» Die Entwicklungen allein im ersten Halbjahr 2018 schockieren: Es sei zu zahlreichen Übergriffen und Zerstörungen gekommen und sechs christliche Menschen seien ermordet worden. Trotzdem würden die christlichen Kirchen weiter wachsen. Bemerkenswert ist das Engagement von AVC in den Bürgerkriegsgebieten in Syrien. «Neben mobilen Kliniken, einer Grossbäckerei und diversen Flüchtlingsprogrammen hinterlässt die neugewonnene Hoffnung den tiefsten Eindruck», sagte ein AVC-Mitarbeiter, der in Syrien arbeitet.

14 000 Tonnen Hilfsgüter

«Vor hundert Jahren haben wir die Christen der Region umgebracht, ihre Frauen versklavt. Warum helft ihr uns jetzt?» Diese Frage habe der regionale Kurdenführer aufgeworfen. Die Antwort des Projektleiters:: «Die Menschen hier liegen Gott am Herzen, und diese Hoffnung wollen wir ihnen weitergeben.» AVC Schweiz hat laut eigenen Angaben bisher an 200 000 Familien Katastrophenhilfe geleistet, 3 153 000 Bibeln verteilt und 14 000 Tonnen Hilfsgüter verfrachtet. Das Hilfswerk war nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zuerst in Osteuropa aktiv, heute hat sich der Schwerpunkt nach Südostasien, Irak und Syrien verlagert.