Grenchen

30 begeisterte Ferienpass-Kinder durften Polizei-Luft schnuppern

Einmal im Polizeiauto sitzen oder Polizeihund Zaro beim Training besuchen: Der Ferienpass-Kurs bei der Polizei in Grenchen erfreute sich auch dieses Mal grosser Beliebtheit. Teilgenommen haben 30 Kinder zwischen 5 und 13 Jahren.

«Den Ferienpass bei uns könnte man wahrscheinlich mehrmals durchführen und er wäre immer ausgebucht», sagte der Grenchner Polizeibeamte Stefan Zybach, der zusammen mit seinem Kollegen Marco König den Kurs leitete. 30 Kinder hatten sich angemeldet, im Alter zwischen 5 und 13 Jahren.

Vier oder fünf fehlten an diesem Nachmittag unentschuldigt. «Das ist sehr ärgerlich», meinte König. «Denn wir haben eine lange Warteliste für unseren Kurs. Und wüsste man, dass ein oder mehrere Kinder nicht kommen können, würden wir die Nächsten auf der Liste anrufen, die dann von den frei werdenden Plätzen profitieren könnten.»

Die Kinder, entsprechend ihrem Alter eingeteilt in drei Gruppen , absolvierten drei Posten: eine Besichtigung des Polizeipostens Grenchen, eine Besichtigung eines Ambulanzfahrzeugs und eine kurze Demonstration der Arbeit mit Sport- und Polizeihunden.

Rettungsdienst auch dabei

Erstmals beteiligte sich der Rettungsdienst beim Ferienpasskurs «Polizei». Denise Guderzo und Christian Kohler, beides aktive Mitglieder der Rettung Grenchen, waren mit ihrem Einsatzfahrzeug vor den Polizeiposten gefahren und konnten die Kinder in die Geheimnisse des Ambulanzfahrzeugs einführen. Für die Kleinsten ging es am ehesten darum, die Angst zu verlieren, denn all die Apparate, Überwachungsgeräte, Kästen mit diversen, eigenartigen Materialien und Werkzeugen, schienen sie doch sehr zu beeindrucken.

Eines der Kinder durfte auf sich die Bahre legen und wurde mit dem Livepack 12 Monitor verkabelt, dem Rettungsgerät mit Defibrillator, Blutdruck- und Herzfrequenz-Überwachungsgerät. Selber seine eigenen Herztöne zu hören, war schon speziell und der Puls des Jungen ging etwas schneller.

Ein anderes Kind erhielt von Denise Guderzo einen Druckverband am Handgelenk angelegt, einem dritten wurde das Fieber im Ohr gemessen. In der Fahrerkabine erklärte Christian Kohler den Kindern die diversen Schalter, Knöpfe und Monitore. Aber schon die Tatsache, vorne in einer Ambulanz sitzen zu dürfen, war eindrücklich für die Kinder.

Führung durch den Posten

Im Polizeiposten Grenchen zeigte Stefan Zybach den Kindern die verschiedenen Räumlichkeiten und die Ausrüstung, welche es für den Dienst braucht, darunter auch Schutzweste und Waffen. Die Kinder hatten die Gelegenheit, einen Blick in die Einsatzzentrale im Untergeschoss zu werfen und den «Warteraum» zu besichtigen, dasjenige Zimmer, welches über eine Tür verfügt, die nicht von innen geöffnet werden kann und in welches Personen eingeschlossen werden, bevor man sie befragt oder einvernimmt.

Auf grosses Interesse stiessen die verschiedenen Fahrzeuge der Polizei. Zybach zeigte den Ferienpässlern auch dort die Ausrüstung, Absperrmaterial und Warnmaterial, Alkoholtester und Fotoausrüstung. Er demonstrierte, wie man verschiedene LED-Schriften auf der Anzeige zwischen den Blaulichtern laufen lassen kann. Die Kinder hatten sichtlich Spass daran, selber einmal in einem Polizeiauto sitzen zu dürfen.

Beim Z'Vieri nutzten einige der Kids die Gelegenheit, selber «Räuber und Gendarm» zu spielen. Andere sprachen darüber, wie sie sich eine Zukunft bei der Polizei vorstellen können, wie zum Beispiel die elfjährige Vanessa. Sie weiss schon jetzt, dass sie später einmal bei der Polizei oder bei der Feuerwehr arbeiten will. «Ich war schon auch an der Feuerwehrhauptübung und habe mich dort für die Jugendfeuerwehr angemeldet. Das kann man, wenn man 11 wird.» Auch die elfjährige Deniz aus Leuzigen möchte später einmal zur Polizei und mit Polizeihunden arbeiten.

Eindrücklicher Hundeeinsatz

Nach der Pause wurde eine Gruppe zum Schulgelände auf der anderen Seite des Bahnhofs begleitet. Dort wartete Hugo Kohler mit anderen Hundeführern auf die Kinder. «Wer hat Angst vor Hunden?». Zwei, drei Kinder hoben die Hand. «Die wichtigsten Regeln bei der Begegnung mit einem Hund sind die drei A's: Nicht anschauen, nicht anfassen und nicht ansprechen», erklärte Kohler. Damit liessen sich die meisten Probleme schon von Anfang an vermeiden.

Zusammen mit einer Hundeführerin zeigte Kohler, wie man einen jungen Hund spielerisch erzieht und ihm die wichtigsten Grundregeln beibringt. Er betonte, dass in der ganzen Ausbildung immer das spielerische Element im Vordergrund stehe, selbst bei ausgebildeten Polizeihunden, die Verdächtige suchen und stellen und im Notfall auch festhalten können.

Wie das vor sich geht, zeigte Kohler und sein Team mit einer etwa dreijährigen Hündin, die noch mitten in der Ausbildung steht und mit Zaro, einem dreieinhalbjährigen, voll ausgebildeten Polizeihund, der schon öfters für die Polizei Häuser durchsuchte und Verdächtige stellte. Die Kinder waren beeindruckt, wie schnell und kompromisslos Zaro seine Arbeit verrichtete, den «Verdächtigen» - gespielt von Hugo Kohler in Schutzkleidung - stellte, verbellte und packte, nachdem dieser weglaufen wollte. «Alles ist für den Hund Spiel und wird ihm auch spielerisch beigebracht. Zwang ist nie gut bei einem Hund», erklärte Kohler.

«Für uns ist der Ferienpass eine gute Abwechslung zur täglichen Arbeit», meinte Marco König, selber Vater von zwei kleinen Kindern. Er und Stefan Zybach arbeiten auch als Verkehrsinstruktoren bei der Polizei Stadt Grenchen und führen die Veloprüfung durch. «Der Ferienpass mit den Kindern macht uns grossen Spass, auch gibt er einem viel zurück».

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