Forstbetrieb unteres Bürenamt

27-jähriger Bettlacher ist Herr über 1000 Hektaren Wald

Revierförster Dominik Lüthi aus Bettlach neben einer 49 Meter hohen Fichte

Revierförster Dominik Lüthi aus Bettlach neben einer 49 Meter hohen Fichte

Seit anfangs Juli ist Dominik Lüthi aus Bettlach als verantwortlicher Revierförster und Betriebsleiter im unteren Bürenamt unterwegs.

Die Leidenschaft für den Wald ist in der Familie stark verankert. Im Forstbetrieb «Unteres Bürenamt» stehen im erfahrene Forstwarte sowie zwei Lehrlinge zur Seite. Im Holzverkauf zählt er auf Familien- und Forstbetriebsnachbarschaftshilfe, ist doch sein Vater Revierförster im Aarestädtchen Büren.

Der 27-jährige Dominik Lüthi aus Bettlach kehrt in seinen ehemaligen Lehrbetrieb zurück. Nach seiner dreijährigen Ausbildung, im Waldgebiet «Arch, Leuzigen, Oberwil und Rüti», verdiente er sich seine Sporen ab. Unter anderem arbeitete er als Forstwart in Grenchen und absolvierte drei Sommersaions im Bergwald von Davos. Nach einem halben Jahr als Försterstellvertreter bot sich nun die Gelegenheit, die Gesamtverantwortung für einen Betrieb zu übernehmen.

Bereits der Vater ist Revierförster

«Ich bin froh, dass ich in meinem neuen Job breite Unterstützung erhalte», zeigt sich Lüthi dankbar. Sein Vater Meinrad Lüthi, der seit fast 25 Jahren in Büren als Revierförster amtet, unterstützt ihn zu Beginn im Holzverkauf. «Dank der grossen Erfahrung meines Vaters bin ich überzeugt, ihn seine fachlichen Fussstapfen treten zu können», ist Junior Lüthi überzeugt. Der junge Förster weiss, dass sich die Zeiten im Wald geändert haben. Die Preise für den Holzverkauf sind gegenüber früheren Jahren ziemlich im Keller. Nichtsdestotrotz gilt es umsichtig mit dem Wald umzugehen. «Einerseits zwingt uns der Klimawandel, den Baumbestand zu ändern», so Lüthi.

Setzten Waldbesitzer früher im Mittelland vor allem auf Nadelholz, Buchen und Eschen, findet heute gezwungenermassen ein Umdenken statt.
«Im Moment treffen wir auch hier auf viele dürre Buchen und Eschen im Wald gehen aufgrund des Eschentriebsterbens ein», so Lüthi. Erst im Frühjahr 2020 musste der Betrieb im Gebiet «Bännli, Arch» eine Fläche von ungefähr vier Fussballfeldern dürre Buchen aus Sicherheitsgründen fällen.

Die mächtige Fichte wurde jetzt gefällt. Sie war 49 Meter hoch

Die mächtige Fichte wurde jetzt gefällt. Sie war 49 Meter hoch

«Heute wird im Mittelland vermehrt auf die klimaverträgliche Eiche gesetzt». Er hofft, dass sich die Arbeiten im Wald in Zukunft wieder vermehrt abwenden von sogenannten Feuerwehrübungen, in welchem dürre, kranke Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen. Wegen Borkenkäferbefalls musste im Waldgebiet von Leuzigen diese Woche die grösste Fichte weichen. Stattliche 49 Meter war sie hoch und in in 25 Meter Höhe wies sie einen Stammdurchmesser von 74 Zentimeter aus. «Die drei schönsten Stücke gehen nun an eine Sägerei, welche Fensterkanteln schneidet und das Restholz nimmt ein Spanplattenhersteller ab», ergänzt Lüthi. Die Fichte wird nun weit weg vom Wald in einem Trockenlager deponiert, so dass der Käfer keine Chance mehr hat, weitere Bäume zu befallen.

Lüthi wird in Zukunft die Fichtenbestände in seinem Revier verkleinern und stattdessen vermehrt auf klimaresistente Baumarten, wie Eiche und Douglasie setzen. Tatkräftige Unterstützung bieten ihm dabei seine drei Forstwarte und die zwei Lehrlinge. Er ist aber auch froh um die Unterstützung durch den Präsidenten des Vorstandes des «Gemeindeverbandes Forstbetrieb Unteres Bürenamt» Urs Schwab sowie auf die Hilfe der langjährigen Sekretärin Sandra Moser.

Wichtig ist dem Forstbetrieb «Unteres Bürenamt» auch, die Bevölkerung für den Wald zu sensibilisieren. Ebenfalls ist der Betrieb erfolgreich im Ausbilden vom Berufsnachwuchs. In diesem Sommer schloss Dimitri Otti seine Lehre als Forstwart mit dem guten Notendurchschnitt von 5,3 ab.

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