2,3 Mio. Franken Defizit sieht der Voranschlag in der laufenden Rechnung für das Jahr 2014 vor, der Ende Oktober im Gemeinderat beraten wird. Das ist zwar etwas weniger «rot» als im Vorjahresbudget, wo mit einem Defizit von 2,7 Mio. Franken gerechnet wurde. Aber dennoch wird sich das Eigenkapital voraussichtlich weiter verringern. Sowohl der Aufwand (rund 2 Mio.) und der Ertrag (rund 1,6 Mio.) fallen tiefer aus. Weniger Ausgaben hat man beim Personalaufwand – Besoldungen und Personalversicherungsbeiträge –, beim Sachaufwand und bei den Passivzinsen.

Mehrkosten: Bildung und Soziales

Am meisten ins Gewicht fallen die Bereiche Bildung und soziale Wohlfahrt. Hier ist laut Voranschlag mit einem Mehraufwand von je über einer halben Million zu rechnen. Bereich Bildung: Sonderschulungskosten – die vermehrte Einweisung von Schülerinnen und Schülern in die Heilpädagogische Schule oder Heime – sind alleine um 0,45 Mio. Franken höher als im Vorjahr budgetiert. Besoldungs- und Sozialkosten liegen um 0,37 Mio. über dem Vorjahr.

Die Einführung von Frühenglisch an der 5. und 6. Klasse in der Primarschule sowie Entlastungslektionen für Klassenverantwortliche verursachen Mehrkosten. Im Kindergarten sind die Übernahme zweier Logopädinnen aus dem Bachtelen und eine höhere Anzahl Lektionen Spezielle Förderung Kostentreiber, und an der Oberstufe reduzieren sich die Einnahmen um rund 200 000 Franken, weil die Bettlacher Bezirksschüler nicht mehr die Schule in Grenchen besuchen. Dank des höheren Kantonsbeitrags an die Lehrerbesoldungen von 24% reduzieren sich die Mehrkosten um 700 000 Franken.

Soziale Wohlfahrt: Die Beiträge an die Sozialen Dienste Oberer Leberberg sind um 0,9 Millionen höher als im Vorjahr, bei den Ergänzungsleistungen, der Alimentenbevorschussung und bei der Kindertagesstätte Märlihus fallen die Aufwände geringer aus als im Vorjahr.

Bei den Steuereinnahmen rechnet man auf Basis des hochgerechneten Ertrags von 2012 mit einem leichten Zuwachs: Von den natürlichen Personen sind rund 1,3 Prozent mehr Einnahmen zu erwarten als im Budget 2013, konkret: rund 42,2 Millionen, eine Million mehr als im Vorjahresbudget. Die juristischen Personen steuern rund 17 Millionen bei, eine halbe Million mehr als im Budget 2013. Man erwartet einen gesamthaften Steuerertrag von 59,8 Mio. Franken, das sind 1,5 Mio. mehr als im Voranschlag 13.

Hohe Investitionskosten

In der Investitionsrechnung fallen die Nettoinvestitionen mit total 6,5 Mio. Franken zwar um rund 0,9 Mio. Franken tiefer aus als im Vorjahr, aber sie liegen um rund 2 Mio. über der im Finanzplan festgelegten Investitionsquote von 4,5 Mio. Franken. Ins Gewicht fallen hier die Sanierung des Schulhauses Eichholz, der Beitrag an die geplanten Unterkünfte für auswärtige Schüler beim Zeitzentrum, den Ersatz der Autodrehleiter bei der Feuerwehr, diverse Verkehrsprojekte – unter anderem die Sanierung der Allerheiligenstrasse, die öffentliche Beleuchtung und diverse Ersatzbeschaffungen für Informatik und Fahrzeuge.

Das Finanzierungsergebnis ist nach Abschreibungen auf das Verwaltungsvermögen von 3,4 Mio. mit minus 5,4 Mio. Franken um 2 Millionen besser als im Vorjahr. Aber nebst den Ausgaben aus der laufenden Rechnung können die Investitionen mit nur rund 1,1 Mio. Franken aus Eigenmitteln finanziert werden, der Rest muss mit Fremdkapital gedeckt werden. Das Eigenkapital der Stadt Grenchen schmilzt somit von 33 Millionen Anfang 2013 auf nur noch
28 Millionen.

Der Selbstfinanzierungsgrad der Nettoinvestitionen bleibt mit nur
17% tief, fällt aber besser aus als im Vorjahr (1%) und ist deutlich höher als im überarbeiteten Finanzplan 2014–18 (–11%).

Es muss weiter gespart werden

David Baumgartner, Leiter Finanzen und Informatik, schreibt in seiner Schlussbemerkung, dass Behörden und Verwaltung sich verstärkt in der Verantwortung sähen, Kostensenkungen herbeizuführen. Aufgrund der guten Finanzlage der Stadt sei man aber der Ansicht, dass das vorliegende Budget vertretbar und verkraftbar sei. Aber: «Im Hinblick auf die im Finanzplan aufgezeigte Entwicklung müssen jedoch die Sparbemühungen auch in den kommenden Jahren konsequent weitergeführt werden.»