Grenchen

22 Kinder sammelten 1000 Franken in zweieinhalb Stunden

Grenchner Kinder helfen Kindern in Not aus der ganzen Welt. 22 Kinder und Jugendliche vom Lindenhaus und dem Kindertheater Blitz nahmen an der Aktion «Strassenkind für einen Tag» von Terre des hommes teil und brachten so 1000 Franken zusammen.

«Möchten Sie einen warmen Punsch? Er ist gratis!» So tönte es am Samstag Morgen unter dem Stadtdach. «Es Buurebüebli ma-ni nid» gespielt von einer Mundharmonika erklang beim Centro. «Wir verkaufen Hustenbonbons für die kalte Winterzeit» war beim Coop zu hören. Insgesamt beteiligten sich 22 Kinder und Jugendliche vom Lindenhaus und dem Kindertheater Blitz an der Aktion «Strassenkind für einen Tag» von Terre des hommes. Mit ihren orangen Mützen waren sie im trüben, nebligen Wetter nicht zu übersehen.

«Seit sicher vier Jahren nehmen wir an dieser Aktion teil», erzählt Regula Lüthi vom Lindenhaus, «Wir wurden von Terre des hommes angefragt, ob wir Interesse hätten, und wir waren sofort dabei.» Die 14-jährige Ruken Günes aus Grenchen ist bereits das dritte Mal dabei. «Regi hat mich gefragt, ob ich mitmachen will», erzählt sie, «Mir macht es grossen Spass, hier mitzumachen, ich helfe gerne Kindern in Not.» Ausserdem erzählt sie stolz, dass sie auch schon ihre ganzen Einnahmen von einer Kinderdisco im Lindenhaus an Terre des hommes gespendet hätten.

Die Kinder und Jugendlichen waren kreativ. Sie verkaufen an einem Stand auf dem Marktplatz selbstgebackene Muffins, Schokolade, Marmelade und Schokoladencreme für aufs Brot, Hustenbonbons, Tee oder lichtreflektierende Sterne für an den Schulranzen. Einige haben sich einen «Bauchladen» umgeschnallt und verkaufen die Sachen beim Coop-Eingang. Wie viel etwas kostet, bestimmen die Käufer. Jeder gibt nur so viel, wie er will. «Viele bezahlen viel mehr, als der Gegenstand eigentlich wert ist.», freut sich Ruken Günes.

Kindertheater Blitz war mit dabei

Auch dabei war das Kindertheater Blitz unter der Leitung von Iris Minder. «Ich habe Iris gefragt, ob sie auch mitmachen will und sie war sofort dabei», so Regula Lüthi. Und die jungen Schauspieler haben sich ins Zeug gelegt. «Einige haben einen kleinen Flohmarkt organisiert», erzählt Minder, «Sie haben altes Spielzeug oder Kleidung, die sie nicht mehr tragen gebracht und wollen es nun verkaufen.» Drei Jugendliche spielen mit den Grenchner Shoppern Improvisationstheater. Eines der Mädchen putzt die Aura der Grenchner. «In kalten Zeiten muss man sehr vorsichtig mit der Aura umgehen, deswegen putze ich sie.» Ein weiteres Mädchen hat im Wald Herbstlaub gesammelt und will für diese nun Adoptiveltern suchen. «Auch Herbstblätter brauchen Liebe.» Der dritte im Bunde sammelt Müll und spricht alle Leute an: «Haben Sie ein bisschen Abfall für mich? Ein Taschentuch vielleicht?»

Die Grenchner finden die Idee der Kinder und Jugendlichen gut. «Es ist ja kein Betteln, sie sind sehr höflich und muntern die Leute auch auf», so Ginette Wullimann, «Ich werde jedenfalls in Zukunft auf meine Aura aufpassen.» Auch Maria und Rudolf Leuenberger sind begeistert. «Wir waren selbst lange Mitglied bei Terre des hommes», erzählt Maria Leuenberger, «und wir spenden immer mal wieder für verschiedenste Organisationen.»

Schweizweit ziehen 3700 Kinder in 150 Orten anlässlich des UNO-Kinderrechtstages vom 20. November in die Städte um Geld für die Strassenkinder in der ganzen Welt zu sammeln. Damit wollen sie auf die Not der Kinder aufmerksam machen. Alle Einnahmen werden Strassenkindern gespendet. Insgesamt wurden 1000 Franken innerhalb von zweieinhalb Stunden eingenommen.

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