Die SWG als Bauherrin des Windparks Grenchenberg hat im Rahmen eines Treffens des fast zwanzigköpfigen Lenkungskreises über den Stand des Projekts und den Planungsverlauf informiert.

Die öffentliche Mitwirkung, welche vom 19. bis 30. November 2013 im Grenchner Parktheater stattgefunden hat, ist mit einem Bericht und mehreren Projektoptimierungen offiziell abgeschlossen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Die Projektleitung präsentierte die Anpassungen und den Stand des Projekts am letzten Treffen des «Lenkungskreises Windpark Grenchenberg», zusammengesetzt aus Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Grenchen, des Kantons Solothurn, der Bürgergemeinde Grenchen und der Burgergemeinde Lengnau als Grundeigentümerinnen.

«Konstruktive Inputs»

Insgesamt sind 22 Eingaben eingereicht worden. Die SWG habe jede Eingabe ausführlich schriftlich beantwortet, informierte die Projektleitung. Die «sehr sachlich und konstruktiv gehaltenen Inputs aus der Bevölkerung» und von den Verbänden hätten sich hauptsächlich auf die Gestaltung und Einpassung der Anlagen vor Ort, auf die Erschliessung und auf Fragen des Umwelt- und Landschaftsschutzes bezogen.

Stadtpräsident François Scheidegger äusserte sich gemäss Mitteilung positiv zu den in die Projektplanung eingebrachten Optimierungen. «Wir wollen mit dieser Information der Bevölkerung auch zeigen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden und teilweise direkt zu Verbesserungen des Projekts geführt haben », präzisiert Scheidegger auf Anfrage.

Und auch der Kanton Solothurn, vertreten durch Bernard Staub, Chef des Amts für Raumplanung, «lobte die Qualität des Projekts sowie die enge Zusammenarbeit mit den betroffenen Anspruchsgruppen».

So wurde aufgrund einer Mitwirkungseingabe der Leitungsverlauf der Stromanbindung optimiert. Die Bürgergemeinde Grenchen will die dadurch entstehenden Synergien mit der Abwasserleitung der auf dem Grenchenberg ansässigen Bauernbetriebe herstellen und nutzen.

Auch die Architektur der Unterwerke der Anlagen sei aufgrund der Mitwirkung ästhetisch verbessert worden, und ein neu vorliegendes Verkehrskonzept regelt und unterstützt die Lenkung der Transporte während der Bauphase. Die Behinderungen der Anwohner und Besucher sollen möglichst minimiert werden, heisst es weiter.

Standort seit 2011 im Richtplan

Kritiker vonseiten des Landschaftsschutzes stellen den Standort Grenchenberg in der Mitwirkung grundsätzlich wegen der Sichtbarkeit der Anlagen auf der vordersten Jurakrete und wegen der Vereinbarkeit mit dem Juraschutz infrage.

Bernard Staub, Leiter des kantonalen Amts für Raumplanung, verwies auf die kantonale Richtplananpassung aus dem Jahr 2011, wonach neben weiteren Standorten im Kanton Solothurn der Grenchenberg für Windkraftanlagen als rechtsgültig festgelegt wurde.

Die Richtplangrundsätze erlauben es, auf der ersten Jurakrete in klar abgegrenzten Gebieten für Windparks Windenergieanlagen zu realisieren. Die vom Regierungsrat des Kantons Solothurn beschlossene und vom Kantonsrat Solothurn bestätigte Strategie sieht vor, die Windenergienutzung in wenigen geeigneten Gebieten in Windparks mit grossen Windenergieanlagen zu konzentrieren. Diese Gebietsfestlegung wurde vom Bundesrat genehmigt. Staub betonte zudem, der Juraschutz sei nicht als Bauverbotszone zu verstehen.

Stadtpräsident François Scheidegger regte abschliessend an, verbleibende Aufträge in den Bereichen Strassenausbau, Hochbau sowie im Leitungsbau und der elektrischen Ausrüstung an regionale Firmen zu vergeben. Im März ging der Zuschlag für die Herstellung, die Montage, den Unterhalt und den Betrieb der Windenergieanlagen an die Firma Alstom Renewable (Schweiz) AG.

Der Vertrag tritt erst in Kraft, sobald die Baubewilligungen vorliegen. Zurzeit befinden sich die Planungsunterlagen zum Projekt Windkraft Grenchen in der zweiten Vorprüfung beim Kanton. Die öffentliche Auflage findet daraufhin im Sommer oder Frühherbst 2014 statt. Der Mitwirkungsbericht wird dort öffentlich einsehbar sein. (at.)