Vor 50 Jahren produzierte Grenchen das Gas für 3066 Abonnenten im eigenen Gaswerk. Die Abonnenten stammten in erster Linie aus Grenchen, aber auch jene in Bettlach und Lengnau wurden von Grenchen aus mit Gas versorgt.

Im Verlaufe des Berichtsjahres 1966 produzierte Grenchen in seinem Gaswerk südlich des Südbahnhofes 1,298 Mio. Kubikmeter eigenes Gas. Rund 82 Prozent davon oder 1,064 Mio. Kubikmeter wurden in Grenchen, 85 400 Kubikmeter in Lengnau und 77'800 Kubikmeter in Bettlach verkauft.

Das Werk brauchte 3200 Kubikmeter selber. Damals wurde jedes Jahr intensiv über die Gasverluste diskutiert. 1966 beliefen sich die Verluste auf 67'500 Kubikmeter oder 5,2 Prozent der gesamten verkauften Menge. 1966 verliefen die Diskussionen über Gasverluste aber weniger heftig, weil es dem Gaswerk gelungen war, die Verlustmenge gegenüber dem Vorjahr merklich zu reduzieren. Dies geschah mithilfe der Bevölkerung. Wer einen Leitungsbruch oder ein Ausdringen von Gas meldete, erhielt vom Gaswerk eine Geldprämie. Weil man gemeinsam aufmerksam war, konnten 15 Defekte behoben werden.

Doch nicht allein Gas wurde hergestellt und verkauft, auch Nebenprodukte fielen bei der Gasproduktion an. So wurden unter anderem 82,9 Tonnen Teer und 817 Tonnen Koks verkauft. Der Ertrag des Gaswerkes belief sich auf 1,3 Mio. Fr. Hier fiel besonders der steigende Ertrag der Installationsabteilung auf, 0,562 Mio. Franken. Gegenüber dem Voranschlag schloss die Rechnung um rund 136'000 Franken besser ab.

Trotzdem blieb unter dem Strich ein Verlust von 151'000 Franken, der von der Stadt übernommen wurde. 1966 war eines der letzten Jahre, in denen Grenchen sein Gas selber produzierte. Die Arbeiten am Gasverbund Mittelland AG, an dem auch Grenchen angeschlossen wurde, verliefen rassig, und bald schon sollte das Gaswerk an der Riedernstrasse Geschichte sein.(rww)