Peter Buser

1,5 Millionen für das Leichtathletikstadion des TV Grenchen: «Bei mir ist letztlich alles emotional»

Peter Buser erläutert im Interview, wie er zum Unterstützer des TV Grenchen wurde.

Peter Buser erläutert im Interview, wie er zum Unterstützer des TV Grenchen wurde.

Der Mäzen erklärt im Interview, warum er 1,5 Mio. Fr. für das Leichtathletikstadion des TV Grenchen zahlt.

Sagen Sie uns: Wie kam es zum Kontakt mit dem Turnverein Grenchen? Und wie zu Ihrem Entschluss, sich für das Projekt Leichtathletik-Stadion finanziell zu engagieren? Es geht immerhin um einen Betrag von 1,5 Millionen Franken.

Peter Buser: Ich realisiere mit meiner Stiftung vor allem Projekte der klassischen Musik, sogenannte Conlydra-Konzerte. Ein solches möchte ich auch in Grenchen durchführen. Entsprechende Kontakte mit Aldo Bigolin, dem Präsidenten des Vereins Kuratorium IMG Grenchen, haben dazu stattgefunden. Dabei kam auch zur Sprache, dass es in Grenchen noch andere Anliegen gibt, die der Öffentlichkeit wichtig sind. Zudem kam ich im Zusammenhang mit meiner Absicht, Schloss Eugensberg zu erwerben, mit TV-Grenchen-Präsident Elias Meier in Kontakt, der mir eine sympathische Nachricht zukommen liess, als es mit dem Kauf nicht geklappt hatte.

Wie ging es dann weiter?

In der Folge kam die Sanierung des Stadions, das meinen Namen tragen sollte, ins Gespräch. Ich gebe zu: Ich bin nicht so uneitel, dass ich diesen Vorschlag einfach so abgelehnt hätte. Ich fand die Idee interessant – umso mehr, als ich 82-jährig bin und nicht ewig für meine Projekte da sein werde. Es ist mir deshalb wichtig, heute die Grundlage dafür zu legen, dass meine Stiftung über meinen Tod hinaus wirken kann. Das Projekt in Grenchen – ich rede vom Stadion ebenso wie von geplanten Konzerten – bietet eine gute Grundlage dafür. Ich möchte in Grenchen etwas sowohl für den Sport als auch für die Kultur machen.

Sie sind bisher vor allem als Kultur-Mäzen in Erscheinung getreten. Weshalb kommt bei Ihrem Engagement nun der Sport hinzu?

Wie gesagt, das ist ein Anliegen, das von Grenchner Seite an mich herangetragen wurde und dem ich gerne entspreche. Aber es stimmt: Die Stiftung ist kulturell ausgerichtet und widmet sich insbesondere dem Werk von Friedrich Nietzsche und den Korrekturen angesichts der immer noch bestehenden Fehldeutungen seines Werkes. Das Stadion-Vorhaben hat mit Nietzsche zwar nichts zu tun, allerdings tritt die Stiftung mit dem Grenchner Projekt öffentlich in Erscheinung, was ihr nützen wird. Nicht zuletzt auch mit dem Namen des Stadions – res ubique –, in dem bei Umkehrung der ersten 5 Buchstaben mein Name zu lesen ist.

Dann ist die Sache mit dem Stadion auch Mittel zum Zweck für die Stiftung . . .

. . . ja, das ist so.

Wenn man das Engagement von aussen betrachtet, könnte man zum Schluss kommen: Es gäbe mit Bestimmtheit prominentere Orte als Grenchen, um die Stiftung zu positionieren . . .

. . . auch das stimmt. Ich war mit meinen Konzerten in der Zürcher Maag-Halle, im Kloster St. Urban und in der St. Charles Hall in Meggen. Solche Örtlichkeiten bietet Grenchen in der Tat nicht. Aber ich fühle mich hier, im Kanton Solothurn, zu Hause, wo ich geboren bin und unter anderem das Lehrerseminar absolviert habe. In diesem Sinn ist mein Grenchner Engagement auch ein Geschenk an meine Heimat. Ich hoffe, dass wir im November im Parktheater das nächste Conlydra-Konzert erleben werden. Unter anderem mit der Uraufführung eines Klavierkonzerts der österreichischen Komponistin Johanna Doderer. Sie verwendet Themen aus meinen Klavierstücken, zum Beispiel der Kleinen Fantasie «Heimatvogel». Ich habe in diesem Stück zum Josef-Reinhart-Lied «S het deheim e Vogel gsunge» improvisiert.

Das heisst, es gibt eine starke emotionale Komponente?

Bei mir und bei uns allen ist letztlich alles emotional. Es ist ein Irrtum zu glauben, es gebe etwas, das nicht emotional ist.

Ist Ihnen deshalb auch Ihr Name im Kontext Ihres Engagements so wichtig? Es gab vor hundert Jahren einen Grenchner Stadtpräsidenten, der der Stadt anonym ein Ferienheim vermachte.

Machen wir uns nichts vor: Die Bürgerinnen und Bürger wussten damals doch ganz genau, wem sie die Gaben zu verdanken hatten. Das wäre in meinem Fall nicht so. Deshalb habe ich mit Blick auf die Promotion meiner Stiftung den anderen Weg gewählt und mein Engagement mit meinem Namen bekannt gemacht. Ich bin die Galionsfigur meiner Stiftung.

Weshalb kommt die Aktivität in Ihrem Heimatkanton so spät?

Das hängt mit meiner Biografie zusammen. Ich kam erst 2004, nach drei Jahrzehnten im Ausland, zurück nach Europa. Sie lesen das mit Vorteil in meiner im ordentlichen Buchhan- del verfügbaren Autobiografie «Ich war eine Bank. Und Schlimmeres» nach. Aus steuerlichen Gründen ging ich damals nicht in die Schweiz, sondern nach Liechtenstein. Nun lebe ich aus gesundheitlichen Gründen einen Teil des Jahres in Paraguay, wo ich viele Freunde habe.

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