Büren
100 Jahre „Petri Heil" im Nidau-Büren-Kanal

Der Fischereiverein Büren an der Aare und Umgebung feierte am Wochenende sein 100 jähriges Bestehen. Die Fischerei wurde ins Zentrum gerückt und deren Wichtigkeit aufgezeigt. Zur Jubiläumsfeier erschienen unter anderen Gäste aus der Berner Regierung sowie die lokale Gemeinderatspräsidentin.

Debora Scherrer
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Peter Fiechter, Vizepräsident BKFV
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Schenk Edi
Thomas Vuille, Fischereiinspektorat
Thomas Vuille, Fischereiinspektorat
Claudia Witschi und Jsabelle Zigerli
Claudia Witschi
Dasen, Präsident Seeländische Fischereivereine
Markus Wyss, OK -Präsident
Jubiläum: 100 Jahre Petri Heil im Nidau-Büren-Kanal
Erich Sutter2
Dr. Kurt Meyer, Jsabelle Zigerli, Claudia Witschi und Markus Wyss
Dr. Kurt Meyer, Jsabelle Zigerli, Claudia Witschi und Markus Wyss

Peter Fiechter, Vizepräsident BKFV

Deborah Scherrer

Das Fischen sei gar nicht langweilig, wie oft angenommen wird, sondern spannend und erholsam. Erich Sutter, beginnt seine Rede über die Freuden eines Fischers. Ein Fischer, so Sutter, beschäftigt sich mit der Fauna und Flora der verschiedensten Gewässerarten.

Er kennt die Fische und ihre Verhaltensmuster, er lässt sich Zeit, die Gegebenheiten der Natur zu erkunden und findet Methoden, um die unsichtbaren Tiere aufzuspüren und in die Falle zu locken. Und wenn er doch keinen fängt, dann weiss er nie genau, ob es am Wetter, dem Köder oder doch an ihm selber gelegen hat. Besonders das Fischen im Nidau-Büren-Kanal sei nicht dasselbe wie in einem See oder Bach, denn die Bedingungen nach der 2. Juragewässerkorrektion seien schwieriger geworden.

Der Fischerverein Büren

Der Fischereiverein Büren an der Aare und Umgebung wurde 1912 gegründet. Gleichzeitig wurde ein Beitritt zum Bernisch-Kantonalen Fischereiverein beschlossen. Ab dem Jahr 1913 wurden einige Pachten in der Region übernommen. In den weiteren Jahren gab es fette und magere Jahre, wie zum Beispiel 1923, als die Berufsfischer nicht in der Lage waren die versprochenen 200kg Fisch zu liefern. Das Fischereigesetz aus 1934 brachte grosse Veränderungen mit sich, weil damit die Kündigung der Pachtstrecke einherging und die Netzfischerei in fliessenden Gewässern verboten wurde. Der Verein hatte sich von Anfang an für die Hebung des Fischbestandes eingesetzt. Mit der Durchführung der zweiten Juragewässerkorrektion verschwanden die Laichplätze und die jährliche Aufzucht der Sömmerlinge wurde in den Moosbach in Büren und den Mühlebach in Oberwil verlegt. Die Juragewässerkorrektion, die 1973 abgeschlossen war, wurde als einschneidendes Erlebnis wahrgenommen. Dieses Bauwerk zerrstörte Lebensräume, welche nicht wieder hergestellt werden können und die Fischer im Nidau-Büren-Kanal vor Herausforderungen stellt. 2008 wurde Jsabelle Zigerli als erste Frau zur Präsidentin eines Fischereivereines im Kanton Bern gewählt. Heute haben sich die Fischereiorganisationen zu kompetenten Partnern der Politik entwickelt, die sich engagiert für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Pflanzen und Tieren einsetzen.

Flammende Reden zur Fischerei

Erich Sutter ist der erste einer langen Reihe von Rednern, welche nach der Eröffnungsansprache von OK-Präsident Markus Wyss am Rednerpult erscheinen. Sowohl Peter Dasen vom Verband Seeländischer Fischereivereine wie Thomas Vuille vom Fischereiinspektorats des Kantons Bern gratulieren dem Fischereiverein Büren an der Aare und Umgebung in einer Ansprache zu ihrem 100 Jährigen Bestehen.

Vuille spricht vom Gründungsdatum 1912 und zitiert aus der Schweizerischen Fischereizeitung vergangener Tage. Peter Dasen hebt die Vorteile der Zugehörigkeit zu einem Verband hervor. Die Bürener Gemeinderatspräsidentin Claudia Witschi gratuliert im Namen des Gemeinderats und erzählt von ihren Erlebnissen mit der Fischerei, die sie nie mehr vergessen werde.

Peter Fiechter, Vizepräsident des Kantonalen Fischereiverbandes, hält die Schlussrede und ruft in Erinnerung, dass zu der Zeit der Vereinsgründung die Schweiz das Armenhaus Europas war. Die Fischer hatten damals die Aufgabe, dem Raubbau an den Fischbeständen entgegenzuwirken.

Die Aufgabe der Fischer

Von der Verantwortung der Fischer gegenüber der Pflanzen- und Tierwelt ist die Rede. Fischer setzten sich nicht nur für die heute wieder populäre Renaturierung von Gewässern ein, sondern überprüfen regelmässig die Fischbestände. Sie überwachen die Gesundheit der Tiere und das Funktionieren des ganzen Ökosystems Wasser. Dabei ist nicht immer alles so klar, wie man es gerne hätte. Fischer, so wird festgehalten, machen Lobbyarbeit für die Fische. Sie beeinflussen die Gesetzgebung und sind am Vollzug dieser beteiligt. Die Ausbildung von Jungfischern wird hervorgehoben, denn diese bilden die Zukunft der Fischerei.

Zur Auflockerung beginnt Edy Schenk, Komiker aus Langendorf, Witze aus dem Alltag zu erzählen. Über Politik, Regierung und das Volk. Sein Handorgelspiel begleitet später das Fischessen. Nach den Reden werden die Sinne der geladenen Gäste verwöhnt. Frittierte Felchen mit Tartar Sauce beglücken Gross und Klein. In guter Stimmung geniessen die Fischfreunde die Geselligkeit.

Aktuelle Tätigkeit

Neben dem Säubern der Ufer werden die Gewässer bewirtschaftet. War früher die Devise „so viel wie möglich“ lauter sie heute „so wenig wie möglich und so viel als nötig“. Die Aufzucht der Sömmerlinge findet im Moosbach und Mühlebach statt. In den letzten 25 Jahren hat sich viel bezüglich der Vorschriften für die Fischerei geändert. Diese Vorschriften werden umgesetzt und weitergegeben. Die Einführung eines Sachkundenachweises für Fischer (SANA-Ausweis) verpflichtet die Vereine zur Durchführung von Kursen in den Grundkenntnissen zu Recht und Gesetz, Fischkunde, Gewässerkunde und den allgemeinen Umgang mit Geräten und Technik.