Gleich vier Schweizermeisterschaften bei der Elite, hungrige Nachwuchstalente und reifere Herren, die zeigten, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören: Der erste Rennabend der Saison im Tissot Velodrome bot den über 700 Zuschauenden tollen Bahnradsport. Selbst ein König wollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen.

Nur 14 Tage vor Beginn der Europameisterschaften in Berlin konnten die besten Fahrerinnen und Fahrer des Landes ihre Form unter Beweis stellen. In der Königsdisziplin, der Mannschaftsverfolgung, behielt etwas überraschend das Team Trainingsstützpunkt Oerlikon die Oberhand gegenüber dem Team Romandie. Claudio Imhof, Reto Müller, Lukas Rüegg und Nico Selenati blieben dabei gleich acht Sekunden unter der Zeit, die letztes Jahr zum Titel an gleicher Stätte gereicht hatte. Selbst die drittplatzierten Berner spulten die vier Kilometer noch schneller ab als das Siegerteam vor Jahresfrist. Ein Team an den Start geschickt hatte übrigens auch der Verein Velodrome Suisse.  Marcel Wullschleger, Sascha Plasa, Stefan Hofer und Beat Ruckstuhl hatten mit der Vergabe der Medaillen naturgemäss nichts zu tun (sie gehören allesamt der Amateur- Kategorie Ü40 an), aber auch sie bretterten noch mit 51 Stundenkilometern über die Grenchner Bahn.

Spannende Titelkämpfe

Ungemein spannend verliefen die Titelkämpfe im Madison, einem Punktefahren für Zweier-Mannschaften. Die favorisierten Claudio Imhof und Tristan Marguet bemerkten schnell, dass sie wohl nur mit einem Rundengewinn zum Zeil kommen würden. Dieser gelang auch. Zur Freude des Publikums konterten aber Robin Froidevaux und Cyrille Thièry postwendend und lagen vor dem entscheidenden Sprint sogar knapp an der Spitze. In diesem machte dann Tristan Marguet für sein Team alles klar.

 Zu zwei Titeln fuhr bei den Damen Andrea Waldis. Im Scratch siegte sie knapp vor Aline Seitz und Léna Mettraux, im Punktefahren klar vor ihren beiden stärksten Kontrahentinnen, die dabei die Medaillenplätze tauschten.

Bei den Junioren (U17/U19) überzeugte Alexis Maret mit einem Sieg (Ausscheidungsrennen) und  zweiten Plätzen im Scratch und im Punktefahren. In dieser Disziplin gelang dem U17-Fahrer Henry Lawton ein wahrer Ueberraschungscoup, als er mit der letzten Wertung den Sieg über die älteren Mitkonkurrenten errang.

Auch Lokale gut dabei

Der schon angesprochene Verein Velodrome Suisse konnte sich auch noch über einen Erfolg freuen. Marcel Wullschleger behielt in der Ausscheidung der Ü40-Kategorie die Oberhand. Lokalmatador Jan Swager van Dok belegte im Scratch trotz Erkältung den guten sechsten Platz und kündete an, dass er noch diese Saison den von ihm gehaltenen Stundenrekord für Hobbyfahrer angreifen will (41,342 Kilometer)

Zum gekrönten Haupt: Schwingerkönig Matthias Glarner machte seine Aufwartung im schick-modischen Trainingsanzug der Schweizer Armee. Er absolviere gerade denn WK in Magglingen und habe dort auch Radfahrer-Kollegen getroffen. «Ich bin allgemein ein Sportfan und deshalb wollte ich mir diesen Anlass nicht entgehen lassen» fügte er bei. Und ja, nach seinem schweren Unfall gehe es ihm von Tag zu Tag besser. In seiner Begleitung befanden sich zwei junge Damen. «Honi soit qui mal y pense»: Es handelte sich um die vielversprechende Snowboard-Crosserin Alexandra Hasler und die Skifahrerin Beatrice Scalvedi (Junioren-Vizeweltmeisterin Abfahrt). Und wer weiss: Vielleicht wird man in ein paar Jahren von zwei Schneeköniginnen reden.

Ranglisten gibts hier.