Solothurn als Kulisse von Filmaufnahmen: An diversen Orten – vor allem beim Baseltor – wurden am Wochenende Szenen für den Kurzfilm «Fortissimo» aus der Feder von Janine Piguet gedreht – die Arbeiten sollen bis heute andauern. Im Endergebnis sollen gar ein Polizeiauto mit Blaulicht und Stadtpolizisten – besser: Schauspieler in Uniform – zu sehen sein.

Die Stadtpolizei habe sich für das Projekt begeistern können, sagt Piguet, die als Drehbuchautorin und Produzentin ebenso mitwirkt wie als Schauspielerin. «Und so wurden wir durch einen Polizeiwagen unterstützt sowie durch Polizeiuniformen, die unsere Schauspieler tragen.» Der grösste Wiedererkennungswert für Solothurner Zuschauer wird natürlich die Stadtkulisse selbst sein.

Nachbarschaftszwist

Der Kurzfilm mit humoristischem Anstrich handelt von einer Pianistin, die nach einem Umzug auf wenig Verständnis der neuen Mitbewohner im Haus stösst, wenn sie sich ans Klavier setzt. Eine Nachbarin kontert mit ebenso vielen Dezibel, die aus dem Lautsprecher oder Staubsauger dröhnen. Der skurrile Versuch der Pianistin, mittels Matratzen ihr Instrument geräuschtechnisch einzudämmen, scheitert. Die Pianistin rastet aus, und die Situation eskaliert. Erst nachdem die Polizei an den «Tatort» ausrückt, kehrt Ruhe ein, doch auf höchst ungewöhnliche Weise.

«Meine Mutter ist Pianistin», erzählt Piguet über die ursprüngliche Inspiration ihrer Filmidee. «Sie erzählte mir, wie sie, als wir im Tessin wohnten, Klavier spielte und die Nachbarn aus Ärger dauernd mit einem Besen an die Decke schlugen.» Diese Erinnerung habe sie für ihre Geschichte inspiriert: Eigentlich ärgern sich die Nachbarn nicht über die Musik, die den ganzen Film als Leitthema zusammenhält, «sondern über ihre eigenen Nachbarschaftsprobleme.»

Nachdem Piguet das Drehbuch fertig hatte, kontaktierte sie Richard Szotyori, den sie von früherer Zusammenarbeit kannte, als sie selbst in die Rolle einer Pianistin schlüpfen sollte. Und so konnte sie Szotyori einspannen, ferner die Finanzierung sicherstellen und zusammen mit der Westschweizer Firma «Inredproduction» das ganze Projekt in Angriff nehmen.

«In die Stadt verliebt»

Doch wie gelangte man zur Idee, den Film in Solothurn zu realisieren? «Wir haben lange die perfekte Stadt für diesen Film gesucht», sagt Piguet. Im Januar sei sie mit einer Produktion an den Filmtagen präsent gewesen. «Und als wir durch Solothurn spaziert sind, haben wir uns sofort in die Stadt verliebt. Solothurn ist eine poetische und vibrierende Stadt, die sehr gut zu diesem Film passt.» Gerade die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden, Gewerbetreibenden und dem Tourist Office habe sie als sehr unterstützend wahrgenommen. «Wir sind sehr stolz, in einer Stadt zu drehen, in der die Leute Kino so gut verstehen.»

Und vielleicht kehrt der Film zu seiner Aufführung nach Solothurn zurück: So soll er nach Fertigstellung neben Fernsehsendern auch diversen Festivals angeboten werden – darunter natürlich den hiesigen Filmtagen ...