Die Jury des Prix de Soleure sowie die ersten Preisträger der 47. Solothurner Filmtage vom 19. bis 26. Januar 2012 sind bekannt: alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, Dramaturg und Regisseur Charles Lewinsky und die «Coeur Animal»-Regisseurin Séverine Cornamusaz vergeben den mit 60000 Franken dotierten Filmpreis.

Ausgezeichnet wird einer von acht nominierten abendfüllenden Spiel- oder Dokumentarfilmen, «der eine humanistische Grundhaltung überzeugend filmisch umsetzt», wie Seraina Rohrer, Direktorin der Solothurner Filmtage, am Dienstag an einer Pressekonferenz erklärte. Die Preisübergabe findet zum Abschluss der Filmtage statt. Eröffnet wird die Werkschau des Schweizer Films mit Xavier Kollers Liebesdrama «Eine wen iig, dr Dällebach Kari».

Filmtage = Feiertage

Seraina Rohrer, die für die Ernennung der Jurymitglieder verantwortlich zeichnet, zeigte sich glücklich über die prominente Besetzung. Diese zeige, dass die Bedeutung des Schweizer Films als Kulturerbe weiter zunehme. Dies dürfte auch ein Grund sein, weshalb die Solothurner Filmtage unter der Leitung von Direktorin Rohrer auch wieder vermehrt als Feiertage genutzt werden sollen: «Mir geht es darum, den Schweizer Film gebührend zu feiern und das neue Filmjahr zu lancieren. Das ist in den letzten Jahren ein wenig zu kurz gekommen.»

Auch neu Bundesrat Berset auf der Gästeliste

Gelegenheit zu feiern gibt es in der Tat genug: So werden neben dem Prix de Soleure auch der Publikumspreis vergeben und das neue Gefäss «upcoming» widmet sich mit vier Förderpreisen ganz dem filmischen Nachwuchs. Bereits zur Tradition geworden ist die «Nacht der Nominationen» für den Schweizer Filmpreis Quartz am 25. Januar, an welcher mit dem neuen Bundesrat Alain Berset ein weiterer Prominenter auf der Gästeliste der Filmtage steht.

Erste Preisträger bekannt

Damit ist immer noch nicht genug gefeiert: Erste Preisträger, die in Solothurn je eine mit 10000 Franken dotierte Auszeichnung werden entgegennehmen können, wurden nämlich bereits am Dienstag bekannt: Mit dem Ehrenpreis der Gemeinden im Wasseramt wird der Bündner Kinobetreiber, Fotograf und Filmemacher Christian Schocher («Reisender Krieger», 1981) geehrt. Die Schweizer Fernsehfilmpreise gehen an Lea Hadorn («Liebe und andere Unfälle»), Roland Vouilloz («CROM») für Hauptrollen in TV-Produktionen sowie an Marina Golovine («CROM») und Peter Wyssbrod («Mord hinterm Vorhang») für Nebenrollen.

Auch zwei Filmjournalisten dürfen sich freuen: Für herausragende Beiträge im Filmjournalismus erhalten Brigitte Häring (Radio DRS) und Flurin Fischer («Bündner Tagblatt») je einen Prix Pathé.