Coronavirus

Zum ersten Mal seit Monaten meldet das BAG weniger als 10 neue Corona-Fälle – ein Blick auf den Verlauf der Infektionskurve

Auch wenn weiterhin fleissig getestet wird: Die Coronavirus-Infektionen in der Schweiz gehen stetig zurück.

Auch wenn weiterhin fleissig getestet wird: Die Coronavirus-Infektionen in der Schweiz gehen stetig zurück.

Zum ersten Mal seit Ende Februar sind die täglichen Neuinfektionen auf unter 10 Ansteckungen gefallen.

Nachdem die Coronavirus-Zahlen während der letzten Tage und Wochen fast konstant gesunken sind, befinden sie sich nun zum ersten Mal seit Ende Februar wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 10 Infektionen pro Tag: Rund 9 Ansteckungen gab es seit gestern, wie das BAG mitteilt. Da wegen der Feiertage weniger getestet wird, dürften die Infektionen während der kommenden Tage jedoch wieder ansteigen.

Dass die täglichen Neuansteckungen mittlerweile so tief sind, ist wohl auf die umfangreichen Corona-Beschränkungen zurückzuführen, die am 16. März verhängt wurden. Die Infektionskurve der durch das BAG gemeldeten Fälle zeigt deutlich, dass die Infektionen bis etwa 10 Tage nach Verhängung des Lockdowns weiterhin drastisch anstiegen – mit teilweise weit über 1000 Infektionen pro Tag.

Grafik: Stefan Trachsel

Erst gegen Ende März erholten sich die Zahlen langsam und bewegten sich zuerst auf hohem Niveau nach unten. Gegen Ende April wurden dann zum ersten Mal wieder weniger als 100 Fälle vermeldet. Seit dann bewegten sich die täglichen Neuinfektionen jeweils im zweistelligen Bereich – bis jetzt am 1. Juni 2020.

Weiterhin um die 40 Personen auf Intensivstation

Dies alles trotz der bisher drei Lockerungsschritte, welche der Bund für den 27. April sowie 11. und 30. Mai beschlossen hat. Befürchtungen zufolge hätte man davon ausgehen müssen, dass die Zahlen nach den Lockerungen wieder ansteigen würden. Bis anhin hat sich dies jedoch noch nicht bestätigt. Auch weil es jeweils ca. 10 bis 14 Tage dauert, um eine klare Trendwende festzustellen.

Ein leicht verzögerter aber ähnlicher Verlauf lässt sich auch bei den täglichen Hospitalisierungen feststellen, welche deutlich langsamer anstiegen als die Infektionen und etwa zwei Wochen nach Verhängung des Lockdowns drastisch zu sinken begannen.

Grafik: Stefan Trachsel

Heute bewegen sich die Hospitalisierungszahlen im ein bis zweistelligen Bereich, abhängig davon, in welchem Rhythmus sie vom BAG erhoben werden. Nebst der Hospitalisationen haben sich am 29. Mai (letzte aktuelle Zahlen) noch 43 Personen auf der Intensivstation befunden.

BAG und Kantone mit unterschiedlichen Todeszahlen

Mit nochmals deutlicher Verzögerung hat sich die Kurve der täglichen Todesfälle bewegt. Während die erste Coronavirus-Infektion Ende Februar vermeldet wurde, beginnt die Kurve der Todesfälle mit gut 10 Tagen «Verspätung» am 8. März zu steigen und erreicht ihren Höhepunkt gegen Anfang April.

Grafik: Stefan Trachsel

Auffällig dabei ist, dass die Kurve der Todesfälle zu Beginn weitaus langsamer abflacht als die Zahlen der Hospitalisationen. Dies weil die Krankheit nach der Einlieferung ins Spital einige Tage braucht, um einen schweren Verlauf zu entwickeln, was – gerade bei Risikopatienten – oft zum Tod geführt hat.

Die vom BAG gemeldeten Todesfälle, mit der auch diese Grafik aufgebaut wurde, bilden die Realität jedoch nur mit Verzögerung ab, da die Todesfälle höher sind als vom BAG angegeben. Per 1. Juni meldet das BAG rund 1657 Todesfälle. Die einzelnen Kantone bestätigen zusammengerechnet jedoch bereits 1920 Todesfälle. Das BAG begründet die Verzögerung damit, dass es jeweils einige Tage dauere, bis jeder Kanton die Todesfälle an den Bund meldet.

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