Würenlos
Würenloser können auswählen: Podiumsdiskussion der Ortsparteien zur Gemeinderatswahl vom 30. August

Würenlos ist ein privilegiertes Dorf, dessen Einwohner hohe Ansprüche stellen: Das war die einhellige Meinung der Podiumsteilnehmer. Uneins dagegen waren sie sich über den Weg, wie man das Beste für ihr Dorf erreicht.

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Würenlos. Podiumsdiskussion

Würenlos. Podiumsdiskussion

Aargauer Zeitung

Dieter Minder

«9 Kandidaten für 5 Sitze, zeugt diese erfreuliche demokratische Situation von einem aktiven politischen Leben oder ist es ein Ausdruck der Unzufriedenheit?», fragte Podiumsleiter Hans Fahrländer eingangs des Diskussionsabends im Gmeindschäller.

Wahltage

30. August:
1. Wahlgang für den Gemeinderat.
27. September:
1. Wahlgang Schulpflege Kommissionen.
11. Oktober:
Allfälliger 2. Wahlgang für den Gemeinderat,
8. November:
1. Wahlgang Gemeindeammann und Vizeammann.

«Man spürt momentan in der Bevölkerung ein gewisses Missbehagen», sagte Karin Funk. Susanne Blickenstorfer sieht die Kandidatenflut eher parteipolitisch: «Die FDP Gemeinderätin geht, also will die FDP den Sitz halten, der CVP Gemeinderat ist aus der Partei ausgetreten, also will die CVP wieder einen Sitz.» Für Christian Bernhard ist Würenlos ein lebendiges Dorf: «Aber momentan geht es nicht richtig vorwärts.» Mit den Worten «Man muss nicht nur reklamieren sondern etwas unternehmen», begründete Luca Hoessly seine Bewerbung.

Gemeindeammann Hans-Ueli Reber interpretiert die Kandidaturen nicht als Misstrauen gegen den Gemeinderat sondern Ausdruck der Frustration: «Beim Sportplatz Ländli und dem Altersheim geht es nicht recht vorwärts.» Auch Ernst Moser versteht die Frustration der Bevölkerung: «Ich kann sie aber nicht als Misstrauen wahrnehmen.» Johannes Gabi sagte: «Ein Gemeinderat kann es nie allen Recht machen.» Er sieht in der Kandidatenflut eher parteipolitische Zufälligkeiten. «Ich beneide die Würenloser, sie haben eine gute Auswahl», sagte Felix Vogt fest.

Dass in Würenlos ein Investitionsstau besteht, war für alle Kandidaten unbestritten. Mehr oder weniger blockiert sind insbesondere das Altersheimprojekt Ikarus, der Sportplatz Ländli und die Erweiterung der Schulanlage. Über die Ursachen gehen die Ansichten aber deutlich auseinander. Während die Bisherigen auf Einsprachen, Verfahrenwege und Gerichtsentscheide aufmerksam machten, sahen die Herausforderer die Ursache eher beim Gemeinderat.

Kandidaten und Kandidatinnen

Bisherige: Hans-Ueli Reber, FDP;
Johannes Gabi, SVP; Ernst Moser. SVP; Felix Vogt, parteilos.
Herausforderer: Christian Bernhard, CVP; Susanna Blickenstorfer, EDU; Karin Funk Blaser, FDP; Luca Hoessly, SP; Anton Möckel, parteilos.
Stellungnahmen: AZ 17. August.

Am Montag werden die beiden Gemeinden den Polizeivertrag unterzeichnen. «Wir haben ein gesundes Selbstbewusstsein und pflegen mehrere Zusammenarbeiten», sagte Reber dazu. Für Funk sind Zusammenarbeiten wichtig, aber: «Wettingen ist dabei eine Schuhnummer zu gross.» Die Grenzlage, zum Kanton Zürich, mache die Situation auch nicht einfach. Trotzdem wird der Anschluss ins Furttal gesucht. «Hüttikon liegt uns näher als Wettingen», sagte Moser.

Mit dem Verteilen von Blumensträussen für die Podiumsteilnehmer endete der Abend nach über 2 Stunden. Die rund 100 Besucherinnen und Besucher durften mit der Überzeugung nach Hause gehen, dass es auch unter den Neuen äusserst valable Kandidatinnen und Kandidaten gibt.