Wintersaison
Skigebiete: Zentralschweiz schliesst, Graubünden zittert, Wallis wird zum Sonderfall

Zum Start der Hochsaison an diesem Wochenende ist das Chaos perfekt. Wo darf man jetzt noch auf die Pisten - und wie steht es um die Verpflegung? Ein Überblick.

Patrick Müller
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Wo darf man noch und wo nicht - das ist jetzt für die Skifahrer die Frage.

Wo darf man noch und wo nicht - das ist jetzt für die Skifahrer die Frage.

Foto: CH Media

Die Natur wollte es so: In anderen Jahren hätte sich die Diskussion ums Skifahren wegen Schneemangels erübrigt, doch ausgerechnet im Coronajahr liegt in fast allen Skigebieten eine ausreichende Decke, sogar die Talabfahrten in tiefer gelegenen Orten wie Engelberg OW sind offen.

Bundesrat Alain Berset hat gestern gesagt, er selber habe seine Skiferien annulliert, aber von einer Schliessung der Skigebiete sieht die Landesregierung nach wie vor ab. Und das, obwohl die Kantone Zürich und St. Gallen genau das gefordert hatten. Es bleibt somit den Tourismuskantonen überlassen, welche Bahnen sie laufen lassen. Die Winterdestinationen brauchen ab dem 22. Dezember eine Bewilligung des Kantons.

Im Wallis bleiben die Pisten und die Restaurants offen

Die beiden grössten Tourismuskantone Wallis und Graubünden haben vergleichsweise früh die Coronamassnahmen verschärft, um auf den Start der Hochsaison hin geöffnet haben zu können. Im Wallis haben nun 48 von 51 Bergbahnen die Bewilligung erhalten, drei müssen ihre Schutzkonzepte nachbessern.

Pikanterweise bleiben im Wallis auch die Restaurants offen. Der Bund erlaubt diese Ausnahme jenen Kantonen, die bestimmte epidemiologische Bedingungen erfüllen. Der Walliser Staatsrat ist der Meinung, es sei vertretbar, die Restaurants offen zu halten, weil der Reproduktionswert R mit 0,97 unter der Mindestmarke von 1,0 liege. Dies allerdings sehr knapp – und offenbar ist der Wert zurzeit wieder im Steigen begriffen. Die zweite Bedingung erfüllt das Wallis deutlicher: Der Kanton liegt bei den Neuinfektionen über sieben Tage gesehen unter dem nationalen Durchschnitt.

In Graubünden kann man vorderhand ebenfalls Skifahren, ob das auch über die Weihnachtstage gilt, wird am Montag entschieden. Die Restaurants bleiben derweil geschlossen. Die Regierung teilte gestern mit, man suche eine Lösung für Sitzplätze bei den Take-Away-Angeboten.

Geöffnet sind auch die Skigebiete im Kanton Bern. Die Regierung behält sich aber eine Kehrtwende vor, falls sich die Situation in den Spitälern verschlimmern sollte. Das ist das grösste Risiko: Dass es in den bereits vollen Spitälern bei vielen Skiunfällen zu einer dramatischen Zuspitzung kommt.

Mehrere Kantone schliessen die Pisten – Abwarten in Andermatt

Wegen der Spitalsituation haben die Zentralschweizer Kantone Luzern, Obwalden, Nidwalden, Schwyz und Zug beschlossen, ihre Skigebiete vom 22. bis 29. Dezember zu schliessen. Der Kanton Uri mit der Tourismushochburg Andermatt wird am Wochenende über den Weiterbetrieb entscheiden. St. Gallen wiederum entscheidet am Samstag, ob Skigebiete wie Wildhaus oder die Flumserberge ab 22. Dezember noch offen haben dürfen. Regierungschef Bruno Damann deutete an, es laufe auf eine Schliessung hinaus.