Verkehrsunfall

Wie gefährlich sind Armeefahrzeuge auf unseren Strassen?

Militärfahrzeuge sind gross und breit, meist auch noch höher als normale Personenwagen. Stehen sie auf Pannenstreifen oder fahren sie auf der Strasse, ist besondere Vorsicht geboten - denn nicht selten krachts.

Beim tödlichen Unfall vom Mittwoch stand der gepanzerte Eagle der Armee auf dem Pannenstreifen. Das fast fünfeinhalb Meter lange und über zwei Meter breite Gefährt ist fast nicht zu übersehen - trotzdem gilt für Autofahrer: aufgepasst.

Denn zum einen ist ein Panzer oft breiter als eine Pannenspur (in der Regel sind Pannenstreifen 2,5 Meter breit) und zum anderen kommt es auch auf Strassen immer wieder zu Unfällen, weil die Soldaten ihre Bolliden nicht im Griff haben. (siehe Bildergallerie)

Mindestens sieben Unfälle

In den letzten zehn Jahren wurden mindestens sieben Unfälle mit Militärfahrzeugen vermeldet. Dabei verliefen die einen glimpflich ab, zwei jedoch endeten tödlich.

Besonders tragisch war der Vorfall in Winterthur im Januar 2008. Bei einem fahrenden Armeefahrzeug sprang plötzlich eine Türe auf, ein 20-jähriger Rekrut fiel auf die Strasse und wurde vom Anhänger des Armeefahrzeugs überrollt. Er starb noch auf der Unfallstelle.

Oft passiert es auch, dass die Fahrer mit ihren Panzern von der Strasse abkommen und in einem Feld oder einer Böschung landen. Oder Soldaten donnern zu schnell auf eine Kurve zu. So geschehen vor drei Jahren in Airolo (TI), als ein Armeefahrzeug in einer Kurve umkippte und gegen eine Leitplanke prallte. Resultat: zehn Verletzte Soldaten. Ein Wunder, kamen nicht noch andere Autofahrer zu schaden - wenn man bedenkt, dass der Unfall zur Mittagszeit geschah.

Keine Warnblinker, keine Speziellen Massnahmen bei Panne

Mit dem Schrecken davon kamen Zivilisten auch vor neun Jahren, als ein Armeefahrzeug in Hinwil (ZH) den Betonpfeiler eines Kreisels rammte. Schlimmer ging im selben Jahr ein Unfall in der Nähe von Wiggen (LU) aus. Ein Radschützenpanzer der Armee überfuhr am frühen Abend eine 79-jährige Frau.

Beim VBS will man von einer Gefahr der Militärfahrzeuge nichts wissen. «Zivile Lastwagen sind ebenfalls breiter als Personenwagen», sagt Infochef Christoph Brunner.

Erstaunlich ist, dass es weder Warnblinkvorrichtungen noch spezielle Massnahmen bei einer Panne von Militärfahrzeugen gibt. Vor zehn Jahren kommunizierte die Armee, dass sie die Strassenfahrten reduziere, wie die Situation heute aussieht, ist nicht klar. «Eine derartige Statistik führt die Armee nicht», so Brunner.(jep)

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