Schweiz

Wie entwickeln sich die kantonalen und nationalen Zahlen?

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Die Schweiz hat den Höhepunkt der zweiten Welle überschritten. Das Bundesamt für Gesundheit meldet aber noch immer täglich mehrere tausend neuer Infektionen, hunderte Spitaleinweisungen und viele Tote. Die aktuellsten Zahlen zur Coronakrise finden Sie hier.

Hier finden Sie den Ticker mit allen News zu Corona aus der Schweiz.

Die aktuellsten Zahlen

Die Anzahl der täglichen neuen positiven Tests seit Beginn der Pandemie

Die Anzahl der täglichen neuen positiven Tests seit Beginn der Pandemie

Seit dem 2. November sind auch Schnelltests zugelassen. Das erhöht die Testkapazität deutlich: Die rund 50'000 zur Verfügung stehenden Schnelltests pro Tag ergänzen die Labor-Kapazität von rund 30'000 der herkömmlichen PCR-Tests pro Tag.

Die Dunkelziffer an unerkannten Infektionen soll dadurch kleiner werden, was die Fallzahl vergrössern kann. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) kommt es wegen der Schnelltests aber nicht zu Doppelzählungen positiver Fälle: Gezählt werden positiv getestete Personen.

So entwickelt sich der Anteil der positiven Tests

Gezeigt wird der Anteil der positiven Tests der vergangenen sieben Tage an allen Tests über diesen Zeitraum in Prozent. Hier kann es - im Gegensatz zur Fallstatistik - zu Doppelzählungen positiver und negativer Fälle kommen. Eine hohe Positivitätsrate ist ein Zeichen, dass nicht mehr alle Infektionen erkannt werden.

So entwickeln sich die Todesfälle

Der Stand in den Kantonen

Wie sich die Belegung der Spitäler und Intensivstationen entwickelt

Die Spitalbelegung ist mittlerweile eine der wichtigsten Grössen, um den Verlauf der Pandemie einschätzen zu können. Die mögliche Überlastung des Gesundheitssystems ist auch das grösste Problem, das die Behörden zu lösen haben.

Die Hospitalisierungszahlen liefern zudem ein genaueres Bild der Pandemie-Entwicklung. Angesichts der hohen Fallzahlen kann es zu Verzögerungen bei der Meldung und Erfassung kommen; die Fallzahlen bilden die Pandemie deshalb nicht mehr genau ab.

Nach Angaben der Kantone sieht die Spitalbelegung folgendermassen aus:

Eine Forschungsgruppe der ETH um Thomas Van Boeckel trägt Angaben zur Belegung der Intensivstationen in der Schweiz zusammen und publiziert diese auf icumonitoring.ch. Sie bezieht dafür offizielle Daten des Koordinierten Sanitätsdienstes der Armee und erstellt daraus auch Prognosen, wie sich die Belegung in den kommenden Tagen entwickeln dürfte. Mehr Details in den Grafiken unten und hier.

Wie viele Intensiv-Betten sind in Zeiten ohne Pandemie besetzt? Dazu schreibt die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin: «Die Bettenbelegung einer Intensivstation beträgt im Jahresdurchschnitt typischerweise ca. 75%.»

Am 18. November sind erstmals in der zweiten Welle mehr Patienten auf den Intensivstationen gepflegt worden, als es zertifizierte Betten gibt. Die Anzahl Intensivbetten - dazu gehören auch nicht-zertifizierte - kann laut den Gesundheitsbehörden auf rund 1400 gesteigert werden. Eine Grenze setzt jedoch das zur Verfügung stehende Personal.

In der Zeit der raschesten Ausbreitung des Virus hatte die Science Task Force Ende Oktober davor gewarnt, dass die Kapazitäten in den Intensivstationen schon in kurzer Zeit (8. bis 18.11., je nach Verdoppelungszeit) ausgeschöpft sein könnten.

Wie viele Menschen mit Covid-19 pro Kanton im Spital liegen

Die Angaben in der Grafik unten stammen von den Kantonen - sie können leicht abweichen von den Daten zu den Intensivstationen, die icumonitoring.ch vorliegen. Grund können beispielsweise unterschiedliche Erfassungszeitpunkte sein.

So viele Menschen befinden sich in Isolation und Quarantäne

Die Altersverteilung der neuen Corona-Fälle und der Todesfälle

In der zweiten Welle sind die Jungen, die eher mit einem milden Verlauf rechnen können, im Vergleich zur ersten Welle deutlich stärker betroffen vom Coronavirus. Allerdings dürfte der Unterschied geringer sein, als es die Zahlen vermuten lassen: Zahlreiche Infektionen sind im Frühjahr unentdeckt geblieben, weil Menschen mit leichten Symptomen nicht getestet wurden.

Von den Älteren (ab 70 Jahre), die ein deutlich höheres Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19-Krankheit haben und eher ins Spital müssen, sind in absoluten Zahlen in der bisherigen zweiten Welle gleich viele oder leicht mehr Personen positiv getestet worden als in der ersten Welle.

Details zu den Todesfällen in der Schweiz

Die Krankheit Covid-19 ist vor allem für ältere Personen lebensgefährlich. Folglich waren auch die Todesopfer grossmehrheitlich im höheren Älter.

Die sehr grosse Mehrheit der Verstorbenen litt an mindestens einer Vorerkrankung. Die drei am häufigsten genannten Vorerkrankungen waren Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes.

Die Schweiz im Vergleich mit ausgewählten Ländern

Die jüngsten Zahlen zur Lage in allen Ländern der Welt finden Sie auf der Seite des Europäisches Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Die Empfehlungen der Behörden

Das Bundesamt für Gesundheit fordert auf:

  • Abstand halten – zum Beispiel ältere Menschen durch genügend Abstand schützen, beim Anstehen Abstand halten, bei Sitzungen Abstand halten.
  • Gründlich Hände waschen
  • Hände schütteln vermeiden
  • In Papiertaschentuch oder Armbeuge husten und niesen
  • Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben
  • Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation
  • Empfehlung: Maske tragen, wenn Abstandhalten nicht möglich ist (im ÖV gilt ab dem 6. Juli eine Maskenpflicht)

Die Infoline des Bundes zum Corona-Virus +41 58 463 00 00

Die Reaktion des Bundesrats auf die steigenden Fallzahlen

Der Bundesrat hat auf den 29. Oktober schweizweit strengere Regeln für das gesellschaftliche Leben eingeführt mit dem Ziel, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dazu gehören unter anderem Personen-Obergrenzen für Veranstaltungen und Versammlungen, die Schliessung von Tanzlokalen und eine Sperrstunde für Restaurants und Bars. Auch die Maskenpflicht wird ausgeweitet, beispielsweise in Büros.

Alle Details:

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In einer ersten Verschärfungsrunde hatte der Bundesrat am 19. Oktober unter anderem spontane Versammlungen von mehr als 15 Personen untersagt und eine ausgeweitete Maskenpflicht eingeführt.

Die Quarantäne-Regeln für Einreisende

Seit dem Sommer müssen Personen, die aus Corona-Risikogebieten in die Schweiz einreisen, in eine zehntägige Quarantäne. Wird die Quarantäne nicht eingehalten, droht eine Busse bis zu 10'000 Franken.

Mittlerweile ist die Schweiz eines der Länder mit den höchsten Fallzahlen. Ab dem 29. Oktober hat der Bund die Liste der Risikogebiete, für die eine Quarantäne nötig ist, stark gekürzt. Betroffen sind noch folgende Staaten:

  • Andorra
  • Armenien
  • Belgien
  • Tschechien

Bei Nachbarstaaten werden risikoreiche Gebiete identifiziert. Davon ist nur noch Frankreich betroffen, nämlich die folgenden Regionen:

  • Region Hauts-de-France
  • Region Île de France (Paris)
  • Überseegebiet Polynésie française

Die Grundregel für die Einteilung: Als Risikogebiet gilt, wenn ein Land oder Gebiet die sogenannte 14-Tage-Inzidenz (Anzahl Fälle in den vergangenen 14 Tagen pro 100'000 Einwohner) 60 Fälle über jener der Schweiz liegt.

Frühere Quarantäne-Listen sind beim Bund abrufbar.

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