Terrorismus

Walliser Polizei übt Intervention bei Terrorangriff

Die Polizisten ergreifen in der Übung in Collombey-Muraz einen "Terroristen".

Die Polizisten ergreifen in der Übung in Collombey-Muraz einen "Terroristen".

Das Wallis will für den Fall eines Terroranschlags gerüstet sein. Mehr als 120 kantonale Polizisten haben am Dienstag an der Übung «Terror 19» teilgenommen. Zweck war die Simulation eines Terrorangriffs in der Region Chablais.

In diesem Szenario tötete eine kleine Gruppe von Terroristen zufällig etwa 15 Zivilisten, wie Christian Varone, Kommandant der Kantonspolizei Wallis, vor den Medien im Industriegebiet Collombey-Muraz sagte. "Die Idee war, das realistischste Szenario zu haben, aber auch das unvorhersehbarste. Es wäre zu einfach gewesen, wenn die Situation von Anfang an bekannt gewesen wäre", sagte er.

Die ganztägige Übung sollte die Polizeibeamten lehren, mit den verschiedenen Phasen eines derartigen Einsatzes umzugehen: Auslösung des Alarms, Verhandlungen während einer Geiselnahme, Intervention oder Krisenkommunikation. Die anwesenden Journalisten erlebten den letzten Angriff live mit. Dabei versuchte ein im Wald versteckter Terrorist, mit dem Auto zu fliehen.

Dieser wurde schliesslich von sieben Mitgliedern der kantonalen Interventionstruppe neutralisiert, die in einem gepanzerten Fahrzeug aus der entgegengesetzten Richtung kamen. Der Täter wurde von der Polizei angeschossen, aus seinem Auto entfernt und dann medizinisch behandelt.

"Sehr reale Bedrohung"

Für Varone ist die Durchführung einer solchen Übung absolut notwendig. "Wir haben kein Recht, uns nicht darauf vorzubereiten. Die Bedrohung ist in Europa nach wie vor sehr hoch und kein Land entgeht der Gefahr, auch wenn man meinen könnte, dass die Schweiz besser geschützt ist", sagte er. Der Polizeikommandant erklärte weiter, dass im Wallis derzeit etwa zehn Personen wegen "radikalem Extremismus" überwacht werden.

Bei der Übung "Terror" wurde auch ein Teil der Polizeiausrüstung getestet. Varone erwähnte insbesondere die neuen halbautomatischen Gewehre und die Überwachungsdrohnen. "Diese Drohnen bringen einen erheblichen Vorteil. Sie geben uns eine neue Sicht auf die Situation, in der wir bisher blind arbeiten mussten", stellte Varone erfreut fest.

Gute Noten

In einer ersten Beurteilung der Übung zog Varone eine positive Bilanz. Er sei sehr zufrieden, auch wenn es noch einige Elemente gebe, die verbessert werden könnten, sagte der Walliser Polizeichef.

Diese Art von Übung ist in der Schweiz relativ selten, im Gegensatz zum Beispiel in Frankreich, wo es in den vergangenen Jahren wiederholt terroristische Anschläge gab. "Wir haben eine ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der französischen Polizei. Ihr Rat hat es uns ermöglicht, unsere Interventionspläne anzupassen", sagte Varone weiter.

Auf Bundesebene wurde im November 2017 eine Simulationsübung für Terroranschläge durchgeführt. Es handelte sich um eine fiktive Geiselnahme im Uno-Gebäude in Genf und einen angeblichen Angriff auf das Atomkraftwerk Mühleberg (BE).

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